Männer sehen über einen Zaun, eine Frau hängt Wäsche auf.
Der weiße Mob tobt, als erstmals eine schwarze Familie in die Vorstadt-Idylle zieht. Bildrechte: 2017 Concorde Filmverleih/Hilary Bronwyn Gayle

Filmstart: "Suburbicon" "Suburbicon" – eine schwarze Komödie über ein verlogenes, weißes Amerika

von Knut Elstermann

Männer sehen über einen Zaun, eine Frau hängt Wäsche auf.
Der weiße Mob tobt, als erstmals eine schwarze Familie in die Vorstadt-Idylle zieht. Bildrechte: 2017 Concorde Filmverleih/Hilary Bronwyn Gayle

"Suburbicon" – das ist eine saubere amerikanische Vorstadtidylle in den 50er-Jahren. Stimmig in jedem Detail wurde diese miefige Zeit rekonstruiert. George Clooneys Film erzählt in zwei Geschichten davon, wie plötzlich die glatten Fassaden bröckeln, als erstmals eine afro-amerikanische Familie in diese Nachbarschaft zieht. Der weiße Mob tobt und wütet; das Leben in der spießigen Gemeinde läuft völlig aus dem Ruder. Im wohlanständigen Haus des kleinen Nicky geschehen inzwischen seltsame Dinge. Hier häufen sich so merkwürdige Todesfälle, dass die Polizei schließlich aufmerksam wird auf den Familienvater Gardner Lodge, den Matt Damon überzeugend abgründig verkörpert.

Oscarpreisträger George Clooney spielt in dem Film nicht mit, er konzentrierte sich ganz auf das Inszenieren des Drehbuchs, das die Coen-Brüder mit eigenwilligem Humor schon vor vielen Jahren geschrieben haben. Der Ton des Films wechselt von anfänglicher Ironie hin zum blutigen Thriller. Als schwarze Komödie über ein verlogenes, weißes Amerika bietet "Suburbicon" gut gespielte, nicht unbedingt tiefschürfende, aber schön boshafte Unterhaltung.

Genre: Krimi/Drama/Komödie  
Regie: George Clooney  
Darsteller: Matt Damon, Julianne Moore, Oscar Isaac u.a.  
Im deutschen Kino ab: 09.11.2017  
Produktionsland: USA  
Bewertung: ★ ★ ★ ☆ ☆ (3 von 5 Sternen)  

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 09. November 2017 | 08:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. November 2017, 08:43 Uhr

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