FIGARO trifft ... Ulrich Blum | MDR FIGARO | 12.02.2012 | 12:05 Uhr (Wh.) : Ostdeutschland und die Wirtschaftskrise
Ulrich Blum ist Professor für Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftspolitik. Seiner Meinung nach sind die ostdeutschen Bundesländer bisher besser durch die Wirtschaftskrise gekommen als die westdeutschen.
Prof. Ulrich Blum war bis Ende 2011 Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH). Nach seiner Einschätzung ist Ostdeutschland bislang besser durch die Wirtschaftskrise gekommen als der Westen des Landes. Dies liegt seiner Meinung nach unter anderem daran, dass man vorleistungsorientierter ist. Eine Gefahr allerdings sähe er jedoch, wenn es langfristig zu wenig Marktorientierung in Ostdeutschland geben sollte. Das könne aber die Politik durch kluge Wirtschaftspolitik ändern, zum Beispiel mit einer guten Innovationsförderung. Der Professor für Wirtschaftspolitik und Wirtschaftsforschung an der Martin-Luther-Universität Halle ist überzeugt, dass so Wichtiges auf den Weg gebracht werden kann.
Über Fragen zur Wirtschafts- und Finanzkrise und, ob diese unsere Demokratie bedroht, über "Aufbauarbeit Ost" nach 1990 und über seine Zeit als Präsident des IWH, dem einzigen Wirtschaftsforschungsinstitut im Osten der Bundesrepublik, ist Prof. Ulrich Blum bei "FIGARO trifft ..." im Gespräch mit Moderator Alexander Mayer.
Ulrich Blum im Porträt
Ulrich Blum wurde 1953 in München-Pullach. Während der Gymnasialzeit in einem Internat am Ammersee absolvierte Ulrich Blum eine Schreinerlehre. Nach dem Wehrdienst als Zeitsoldat studierte er von 1975 bis 1979 Wirtschaftsingenieurwesen in Karlsruhe und promovierte 1982 mit einer Arbeit zum Thema "Regionale Wirkungen von Strukturinformationen". Die Habilitation folgte 1986. Anschließend arbeitete Ulrich Blum als Gastprofessor an der Université de Montréal.
1987 erhielt er an der Universität Bamberg eine Professur für Volkswirtschaftslehre. 1991 folgte Ulrich Blum einem Ruf nach Dresden und übernahm an der Technischen Universität den Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik und -forschung. Von 1992 bis 1994 baute er als Gründungsdekan die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften auf und engagierte sich im akademischen Senat der TU Dresden. Zudem leitete Ulrich Blum von 1992 bis 2000 den Forschungsbeirat beim Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst und gehörte der Bayerisch-Sächsischen Zukunftskommission an.
Von 2004 bis 2011 war Ulrich Blum Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), einem Mitglied der Leibnitz-Gesellschaft. Als einziges der sechs führenden Wirtschaftsforschungsinstitute hat es seinen Sitz im Osten Deutschlands. Zum 1. Januar übernahm Blum den Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik und Wirtschaftsforschung an der Martin-Luther-Universität Halle.
Angaben zur Sendung:
FIGARO trifft ... Prof. Ulrich Blum,
Professor für Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftspolitik, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Sendung:
Mi, 08.02.2012, 18:05 bis 19:00 Uhr
Wiederholung:
So, 12.02.2012, 12:05 bis 13:00 Uhr
Moderation: Alexander Mayer
Redaktion: Angelika Zapf
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