Zeitgeschehen

Hintergrund : Das Dresdner Albertinum als "Arche der Kunst"

Das neue Dresdner Albertinum ist im Juni 2010 für das Publikum geöffnet worden. Seit 2004 war es saniert und umgebaut worden. Gefeiert wurde das Ereignis bei einem Festakt mit rund 1.000 geladenen Gäste im überdachten Innenhof.

Bildergalerie: Das neue Albertinum in Dresden

Das Dresdner Albertimum Das Dresdner Albertimum Lichthof

In Dresden ist das Albertinum nach sechsjähriger Bauzeit an die Staatlichen Kunstsammlungen übergeben worden. Am 20. Juni 2010 wurde das Gebäude als Museum der Kunst von der Romanik bis zur Gegenwart eröffnet. [Bilder]


Künstler spendeten Werke für Sanierung

Geladen waren auch 45 Künstler, die für eine Benefizauktion zugunsten der geretteten Dresdner Gemälde nach dem Hochwasser 2002 Werke gespendet hatten. Dazu gehören Markus Lüpertz, Andreas Gursky, Candida Höfer, Jörg Immendorff, Imi Knoebel, Jonathan Meese, Daniel Richter, Rosemarie Trockel und Rebecca Horn. Der Erlös von 3,4 Millionen Euro bildete den Grundstock für die Generalsanierung des Albertinums, die insgesamt 51 Millionen Euro kostete.

"Eines des modernsten Museen Europas"

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich sagte damals, der Umbau des ehemaligen Zeughaus sei beispielhaft, entstanden sei "eines der modernsten Museen Europas". Nachdem jahrelang nur die Alten Meister, nicht aber die Neuen Meister zu sehen waren, biete Dresden nun wieder "ein Panorama bis in die Gegenwart". Es sei ein großes Missverständnis, dass Dresden allein eine Stadt des Barocks sei. Tillich erinnerte dabei an Künstler wie Gerhard Richter, Georg Baselitz und A.R. Penck, die ihre Karrieren in Sachsen begannen und denen im Albertinum nun eigene Säle gewidmet sind.

Depot in 17 Metern Höhe

Der Umbau des Museums war wegen der Jahrhundertflut an der Elbe nötig geworden. Das Hochwasser hatte im August 2002 beträchtliche Schäden an dem Gebäude angerichtet. Tausende Gemälde konnten damals noch rechtzeitig aus dem Untergeschoss gerettet werden. Nach dem Umbau befinden sich die Depots nun hochwassersicher in 17 Meter Höhe über dem vormals offenen Innenhof. Möglich macht dies eine spektakuläre 2.700 Tonnen schwere stählerne Brückenkonstruktion. Diese liegt auf einem Aufzugsschacht und zwei Pfeilern an den Stirnseiten des Ende des 19. Jahrhunderts zum Ausstellungsgebäude umgebauten Zeughauses.

Die sogenannte "Arche" wurde zwischen Traufe und First gehängt und ist von außen nicht zu sehen. Durch einen umlaufenden Spalt fällt Tageslicht in den überdachten Innenhof, mit dem sich das Museum über verschiedene Zugänge auch für Passanten öffnet. In dem Depot sollen rund 6.000 Gemälde der Galerien Alte Meister und Neue Meister gelagert werden.

Die Museen im Museum

Das Albertinum beherbergt im Erdgeschoss die Skulpturenhalle in der Werke von Auguste Rodin bis hin zu Künstlern der Gegenwart gezeigt werden. Im ersten Obergeschoss werden im Mosaiksaal Kunstwerke des Klassizismus ausgestellt, der Klingersaal ist der Kunst des Fin des Siécle gewidmet. Im zweiten Obergeschoss ist in 20 Räumen die Galerie Neue Meister untergebracht.

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Von Carus bis Baselitz: Die Galerie Neue Meister

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Zuletzt aktualisiert: 20. Juni 2010, 17:35 Uhr

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