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Spezial | MDR FIGARO : Der Alte Fritz in Mitteldeutschland

Sein Geburtstag jährt sich am 24. Januar zum 300. Mal: Friedrich II. Schon den Zeitgenossen erschien er als Prototyp eines aufgeklärten Königs, aber auch als skrupelloser Kriegsherr. Diese beiden Seiten des großen Preußenkönigs veranschaulicht eine zehnteilige FIGARO-Serie über den Alten Fritz in Mitteldeutschland. Geschichtsredakteur Stefan Nölke stellt hier Friedrich den Großen und sein Wirken in Mitteldeutschland vor. Die gesamte Reihe wird am 24. Januar nochmals als Feature gesendet.

Gemäldeansicht Friedrich des Großen als erfolgreichen Kriegsherrn.

"Sachsen ist wie ein Mehlsack, egal wie oft man draufschlägt, es kommt immer noch etwas heraus." So dachte Friedrich II. von Preußen (1712-1786) über seinen wohlhabenden Nachbarn jenseits Elbe. Und was noch schlimmer war, er handelte auch danach. Im Ringen mit der Kaiserin Theresia in Wien holte Friedrich 1756 zu einem Präventivschlag aus und marschierte skrupellos in das neutrale Sachsen ein, das er sich als militärische und logistische Operationsbasis sichern wollte. War der Überfall, mit dem der Siebenjährigen Krieg begann, völkerrechtlich ein Verbrechen? Für viele Historiker steht das außer Frage.

Der Alte Fritz - Die FIGARO-Beiträge zum Nachhören

Nach dem Überfall auf Sachsen: Absturz in die Bedeutungslosigkeit

Für Sachsen bedeutete der Siebenjährige Krieg (1756-1763) den Absturz in die politische Bedeutungslosigkeit. Hatte das Land unter August dem Starken noch als aufstrebende Mittelmacht gegolten, dessen Herrscher sich glanzvoll in Szene setzte und sich sogar zum König von Polen wählen ließ, wurde es nun unter dem Nachfolger, Friedrich August II., über Jahre hinweg durch fremde Truppen im wahrsten Sinne des Wortes "verheert". Das schöne Dresden wurde gleich mehrfach belagert, besetzt und beschossen und eine kleine, aber wohlhabende Stadt wie Zittau im Südosten des Landes gänzlich zerstört. Vieh, Getreide, Lebensmittel, Geld:  Alles was nicht niet- und nagelfest war, wurde der Bevölkerung abgepresst. Und wem hatten die Sachsen Not und Elend zu verdanken? Dem ruhmsüchtigen Preußenkönig.

Fürsorglicher Landesvater

Betrachtet man Friedrich II. aus der Perspektive Sachsens, so wird man dem Preußenherrscher wohl kaum das Attribut historischer Größe zuerkennen. Anders sieht es aus, wenn man ins heutige Sachsen-Anhalt schaut, das damals zu weiten Teilen zu Preußen gehörte. Hier konnte sich Friedrich auch anders zeigen, nämlich als fürsorglicher Landesvater. So lässt er den Drömling, ein Sumpfgebiet südlich der Altmark, urbar machen und ordnet den Bau eines Elbe-Havel-Kanals an. 

"Philosoph auf dem Königthron"

Das Bild "Friedrich II. Koenig von Preussen" des Malers Johann Georg Ziesenis (1716-1776)
MDR FIGARO

FIGAROS FRAGEN an den Alten Fritz

19.01.2012, 08:10 Uhr | 05:37 min

Und Friedrich profiliert sich als Förderer der Aufklärung. Gleich nach seinem Regierungsantritt 1740 holt er den berühmten Universalgelehrten Christian Wolff wieder zurück an die preußische Universität Halle, von wo ihn pietistische Eiferer zuvor vertrieben hatten.

Überhaupt zeigt sich der König in religiösen Fragen sehr viel toleranter als die meisten Herrscher seiner Zeit, weshalb ihn französische Aufklärer wie Voltaire und d'Alembert als "roi philosophe", als Philosoph auf dem Königthron, rühmen.  

FIGARO-Serie: Der Alte Fritz aus mitteldeutscher Perspektive - Zum Nachhören

Sicher ist Friedrich II., egal ob man ihn nun den "Großen" nennen will oder nicht, eine der faszinierendsten, aber auch ambivalentesten Figuren der deutschen Geschichte. Das wird in unserer FIGARO-Serie deutlich, die den Alten Fritz konsequent aus mitteldeutscher Perspektive beschreibt.

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