CD der Woche | MDR FIGARO | 11.06.2012 | Audio : Joel Frederiksen & Ensemble Phoenix Munich: "Requiem for a Pink Moon"
Der britische Songwriter Nick Drake wurde nur 26 Jahre alt, er starb 1974. Nun gibt es eine überraschende Wiederentdeckung seiner Songs, die verblüffend gut zu elisabethanischer Musik des 16. Jahrhunderts passen. Der Alte-Musik-Experte Joel Frederiksen hat Drakes Song ein neues und zugleich altes Gewand verpasst.
Wie reizvoll eine Symbiose aus Alter Musik und dem akustischen Pop der frühen 1970er-Jahre ausfallen kann, zeigt Joel Frederiksen auf seiner neuen CD. Der in München lebende Amerikaner hatte schon vor Jahrzehnten für die Musik von Nick Drake Feuer gefangen, jenem britischen Außenseiter. Drakes Songs sind um 1970 auf drei LPs erschienen, wurden jedoch so recht erst in den 80er-Jahren von Musikern und Publikum entdeckt. Da war Nick Drake (1948-1974) selbst schon Jahre tot.
Der klassische Bass-Sänger Joel Frederiksen präsentierte damals Nick Drakes Musik im kleinen Kreis und begleitete sich dazu selbst auf der Gitarre. Als Frederiksen das Gitarrenspiel aufgab und sich auf die Alte Musik konzentrierte, legte er auch seine Nick-Drake-Adaptionen erst einmal zur Seite.
Persönliche Wiederentdeckung
Vor wenigen Jahren gewann aber Joel Frederiksen erneut Interesse an Drakes Musik. Er entdeckte in ihrer Stimmung überraschende Parallelen zu den Liedkomponisten des Elisabethanischen Zeitalters um 1600.
Auf seiner neuen CD "Requiem for a Pink Moon. An Elizabethan Tribute to Nick Drake" fasst Frederiksen nun beide Sphären zusammen. Als dramaturgisch einendes Band flocht er Elemente der gregorianischen Musik ein. Das Resultat ist ein eigenwilliges Requiem auf den zu Lebzeiten sträflich unterschätzten Individualisten Nick Drake.
Angaben zur vorgestellten CD
Joel Frederiksen & Ensemble Phoenix Munich: "Requiem for a Pink Moon"
An Elizabethan Tribute To Nick Drake
Label: Harmonia Mundi France
(CD-Bestellnummer: HMC902111)
