Thementag | MDR FIGARO | 17.01.2012 : Freunde des Theaters - Lobbyisten für die Kultur
Allerorten müssen die Bühnen sparen, weil Länder und Kommunen ihnen die Budgets kürzen. Freundeskreise und Fördervereine gewinnen damit an Bedeutung. Sie leisten finanzielle, aber auch ideelle Unterstützung. Wie steht es um das bürgerschaftliche Engagement für die Theater in Mitteldeutschland? Eine Bestandsaufnahme von Vera Wolfskämpf.
Sessel-Sponsoring und Theaterfahrten
Die weithin bekannte Stuhlpatenschaft ist nur ein kleiner, dabei aber wichtiger und sichtbarer Teil des Engagements der meisten Theater-Vereine. Neben finanziellen Hilfen unterstützen viele Freundeskreise auch die inhaltliche Arbeit der Häuser. Mit Gesprächsabenden und Theaterfahrten regen sie den Austausch zwischen Publikum und Theater an. Besucher sollen damit in die Lage versetzt werden, Theater besser zu verstehen. Zugleich geht es darum, den Publikums-Nachwuchs für die Bühnen zu fördern.
Wie lockt man junges Publikum?
Das ist alles andere als einfach. Jüngere Semester sind schließlich mit dem Theater nicht mehr so vertraut wie die älteren. Eher schon mit den verschiedenen sozialen Netzwerken, die das Internet parat hält. Einst war auch das Theater mal ein solches soziales Netzwerk, ohne Strom und Computerbildschirm. Fernsehen und Kino - für viele junge Leute heute auch schon wieder out - haben das Zuschauverhalten geprägt. Bekanntlich sind Spielfilme maximal 90 Minuten lang. Da ist dann ein Hamlet in der originalen Vier-Stunden-Bühnenfassung natürlich eine Zumutung.
Quedlinburg und Plauen - Freundeskreis und Theater-Fusion
Die vielfältigen Aufgaben der Freundeskreise und Fördervereine von Bühnen geben Anlass zu einem Themenschwerpunkt im Programm von MDR FIGARO. Der Blick richtet sich dabei unter anderem auf die Fördervereine in Quedlinburg und Plauen, die seit 20 Jahren die ortsansässigen Theater fördern. In der Struktur beider Bühnen hat es seitdem zahreiche Veränderungen gegeben: Das Quedlinburger Theater fusionierte 1992 mit dem Halberstädter zum Nordharzer Städtebundtheater. Auch das Theater Plauen-Zwickau ist seit 2000 ein fusioniertes Haus. Wie beeinflusst das die Vereinsarbeit? Auch danach hat FIGARO gefragt.
Theater-Stammtisch in Leipzig, Events für Opernfreunde in Dresden
Außerdem berichten wir über den 2002 gegründeten Freundeskreis Schauspiel Leipzig. Der veranstaltet seit drei Jahren einen Theater-Stammtisch. Alle zwei Wochen diskutieren dort Interessierte über Aufführungen und kulturpolitische Themen. Zudem tragen ein Blog und eine Facebook-Seite zur Kommunikation zwischen Freundeskreis, Zuschauern und Theater bei. An der Dresdner Semperoper wurde im September 2011 ein Freundeskreis gegründet. Angegliedert an die Institution, kümmert der sich vor allem um besondere Erlebnisse, die den Freunden der Semperoper gegen entsprechende Geldspenden geboten werden.
Stuhlpatenschaft
Zum Dank für die Spende zugunsten einer neuen Bestuhlung in Theater oder Konzerthaus wird an der Lehne des jeweiligen Sessels eine Plakette mit dem Namen des Spenders angebracht.
Oft sind mit einer Stuhlpatenschaft weitere Vergünstigungen verbunden, etwa freie Platzwahl beim Besuch im Theater- oder Konzerthaus.
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