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MDR FIGARO | Webchannel "Folk in Concert" : Weltmusik rund um die Uhr

Jeden Freitag ab 10:00 Uhr mit neuem Programm

Sie möchten Folk und Weltmusik aus dem Programm des MDR-Kulturradios hören? Der Webchannel bringt rund um die Uhr Mitschnitte von Deutschlands größtem Folk-Festival, dem TFF in Rudolstadt. Jeden Freitag ab 10:00 Uhr können Sie im Webchannel "Folk in Concert" neue Konzerte erleben und die Sendung "Folk & Welt" vom vergangenen Mittwoch nachhören.

Hier finden Sie den Zugang zum Webchannel und eine Programm-Übersicht.

Roots Folk World Festival TFF Rudolstadt am 02.07.2011
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Hier finden Sie die Programm-Übersicht mit Vorschau und Rückblick

Aktuell: 19. bis 25. Dezember 2014 | Emel Mathlouthi (Tunesien/Frankreich) & Vinicio Capossela (Italien)

Emel Mathlouthi - Die Stimme der tunesischen Jasminrevolution

Jeder junge Mensch, der in Tunesien Ende 2010, Anfang 2011 auf die Straße gegangen ist, um eine neue politische Ära zu fordern, kennt Emel Mathlouthi. Ihre Lieder avancierten zu Straßenhymnen und waren doch mehr als der mutige Ruf nach Freiheit. Emel Mathlouthis Debütalbum, benannt nach dem Song "Kelmti Horra" ("Mein Wort ist frei") hört sich bis heute wie ein Manifest der Glückssuche und Emanzipation an, denn Emel bewahrt die Rauheit arabisch-tunesischer Musik und klingt trotzdem modern. Sie schreibt intensive Texte, die ihr eigenes Leben und die wechselvolle jüngste Geschichte des Landes reflektieren.

"Ich war früher sehr traurig über die Ungerechtigkeit, Unterdrückung und Ungleichheit in dem Land in dem ich lebte. Ich habe versucht mit meiner Stimme und meiner Musik dagegen anzukämpfen. Denn ich würde gern in einem Land leben, in dem die Menschen alle die gleichen Chancen haben und auch Hoffnung."

Emel Mathlouthi (aus einem Interview mit Grit Friedrich, MDR FIGARO)

Politisch und privat, mediterran und urban, das ist kein Widerspruch bei Emel Mathlouthi, die eine Kraft verströmt wie die algerische Raisängerin Cheikka Rimitti in jungen Jahren. Die 1982 geborene Sängerin aus Tunesien zeigt eine neue moderne Facette maghrebinischer Kultur. Und sie sucht auch außerhalb Nordafrikas nach Einflüssen. Elektronische Musik wie Trip Hop, fügt sich organisch zu Gesang und akustischen Instrumenten.

Zuschauermenge fotografiert
Emel Mathlouthi beim TFF Rudolstadt

Das funktioniert auch in den Konzerten, wie beim TFF Rudolstadt 2012. Emel Mathlouthi mischte hier arabische und jüdische Musik Tunesiens aus den 20er- bis 50er-Jahren mit Mezwed, das ist eine sehr populäre urbane tunesische Musik, gespielt auf Perkussionsinstrumenten und Dudelsack. Bei einigen Melodien hat man den Eindruck, man streift mit der Sängerin durch die Straßen von Tunis und lauscht den Verkäufern bei ihren Geschäften auf dem Basar. Die Aufnahmen von Originalschauplätzen hat ein guter Freund für das Album "Kelmti Horra" gesammelt und gesampelt.

Ihre Musikerlaufbahn begann in Tunis als Sängerin einer Rockband, sie liebt Pink Floyd aber auch Bob Dylan und Woody Guthrie. Und sie hat seit drei Jahren einen starken internationalen Erfolg, obwohl oder weil sie fast alle Lieder auf Arabisch singt. Ihre Konzerte eröffnete sie vor zwei Jahren oft mit dem kurdischen Liebeslied "Ahmedo". Emel Mathlouthi singt es mit der gleichen Würde und Kraft, mit der die tunesische Jugend ihre korrupte Regierung aus dem Amt gejagt hat. Dabei agiert die heute zwischen Paris und New York lebende Musikerin im Mittelpunkt einer innovativen Band. Der Sprung in die Moderne gelingt auch, weil diese Musiker ihre Wurzeln nicht kappen wollen.

"Die Menschen in Tunesien lieben Musik. Das tunesische Publikum ist wirklich nicht einfach, aber es ist sehr großzügig und voller Liebe. Ich bin darüber sehr glücklich, denn ohne das tunesische Publikum gäbe es mich nicht. Sie haben mich vorangebracht und mich zu neuer Musik ermutigt. Auch wenn sie anders ist, nicht traditionell, nicht nur orientalisch und auch keine reine Unterhaltungsmusik."

Emel Mathlouthi (aus einem Interview mit Grit Friedrich, MDR FIGARO)


Vinicio Capossela (Italien) 2004

Diese Stimme erinnert an Paolo Conte, aber Capossela singt rauer, ungeschliffener und ist ja auch einige Jahrzehnte jünger als der große Cantautore. Capossela hat das dunkle Texten von Tom Waits mit dem Klang einer Zirkuskapelle verbunden und verströmt auch optisch das Flair eines unkonventionellen Weltenbummlers. Gern singt er durchs Megaphon, nicht nur weil die Stimme ab und an Verstärkung braucht.

Heidecksburg Rudolstadt
Heidecksburg Rudolstadt

Er wurde zwar in Deutschland als Kind italienischer Einwanderer geboren, die zogen aber nach Italien zurück, als der Sänger noch ein Kind war. Ein Konservatorium hat er in der heimischen Toskana nur ganz kurz besucht. Es zog ihn in die Ferne, auf Ozeandampfer oder in dunkle Bars. Ein spannender, an Brüchen reicher, Sound der Nacht ist da entstanden, mit italienischem Schmelz, Tangogefühl und jeder Menge Einflüsse aus osteuropäischer Musik. In Rudolstadt 2005 stellte er seine poetischen Lieder auf der Burgterasse im Hof der Heidecksburg vor, Lieder vom damals frischen Album "L'indispensible".

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