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MDR FIGARO | Webchannel "Folk in Concert" : Weltmusik rund um die Uhr

Jeden Freitag ab 10:00 Uhr mit neuem Programm

Sie möchten Folk und Weltmusik aus dem Programm des MDR-Kulturradios hören? Der Webchannel bringt rund um die Uhr Mitschnitte von Deutschlands größtem Folk-Festival, dem TFF in Rudolstadt. Jeden Freitag ab 10:00 Uhr können Sie im Webchannel "Folk in Concert" neue Konzerte erleben und die Sendung "Folk & Welt" vom vergangenen Mittwoch nachhören.

Hier finden Sie den Zugang zum Webchannel und eine Programm-Übersicht.

Roots Folk World Festival TFF Rudolstadt am 02.07.2011
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Hier finden Sie die Programm-Übersicht mit Vorschau und Rückblick

Aktuell: 21. bis 27. November 2014 | The Gurdjieff Ensemble (Armenien) & Louis Sclavis Atlas Trio (Frankreich)

The Gurdjieff Ensemble of Traditional Folk Instruments (Armenien)

TFF Rudolstadt 2014, Aufnahme BR

Gurdjieff-Ensemble
Das Gurdjieff-Ensemble beim TFF 2014 in der Rudolstädter Stadtkiche

Den intensivsten Hörgenuss erlebt man beim TFF Rudolstadt 2014 oft in der Stadtkirche am Fuß der Heidecksburg. Die Konzerte dort stellen in konzentriertem Rahmen Musikkulturen vor, die ein stärkeres Engagement des Publikums erfordern, so auch die des Gurdjieff Ensembles für traditionelle Volksinstrumente aus Armenien. Die Musiker verbinden die multi-ethnische Musik des Kaukasus mit Musik von Armenien bis Griechenland, mit arabischen und persischen Einflüssen und mit kurdischen und assyrischen Anklängen.

Das Ensemble hatte sich im Halbkreis vor dem Altar aufgereiht, um die Musik eines noch heute populären armenisch-griechischen Mystikers zu spielen: Georges Gurdjieff. Das war ein weitgereister Mann, der die musikalischen und spirituellen Traditionen Zentralasiens, Nordafrikas und Europas erforscht und daraus seine eigene philosophische Schule und Musik entwickelt hat.

Der armenische Pianist und Komponist Levon Eskenian ist mit Gurdjieffs Lehren und Musik eng vertraut, als künstlerischer Leiter des Gurdjieff Ensembles für traditionelle Volksinstrumente hat er die Kompositionen von Georges Gurdjieff neu arrangiert:

"Seine Lehre basiert auf dem Gedanken, dass sich der Mensch im Zustand des Schlafes befindet und er aufgeweckt werden muss. Mit der Zeit werden wir in unserem Leben so mechanisch, wir tun jeden Tag das Gleiche und vergessen dabei, dass die Harmonie zwischen Körper, Geist und Emotionen verlorengegangen ist."

Levon Eskenian im Interview mit dem WDR

Das Leben von Gurdjieff

Orientalisches Instrument Kanun
Das orientalische Instrument Kanun

Gurdjieff war der einflussreichste spirituelle Lehrer des 20. Jahrhunderts. Er wurde in Armenien geboren. Während seiner Kindheit hat er diverse Traditionen kennengelernt und sich nach dem Sinn des Lebens gefragt. Nachdem er einige Religionen studiert und verschiedene Klöster besucht hatte, entschied er sich, in den Osten zu reisen - von Armenien aus nach Persien, Indien, Tibet und in andere Länder. Dort begegnete er unterschiedlichen Volksmusik- und Tanz-Traditionen und Religionen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gründete Gurdjieff das "Institut für die harmonische Entwicklung des Menschen". Seine Philosophie und seine Lehren haben sich daraufhin in der ganzen Welt verbreitet.

Armenische Nationalinstrumente

Ursprünglich war Gurdjieffs Musik für Klavier geschrieben worden, doch Levon Eskenian hat diese Musik auf die Volksinstrumente Armeniens und seiner unmittelbaren Nachbarkulturen übertragen. Für ein armenisches Stück benutzt er armenische Instrumente, dasselbe gilt für griechische oder kurdische Melodien. Und die Trauer-Gesänge der Assyrer werden im Konzert von Duduks, den armenischen Nationalinstrumenten vorgetragen.

Das Duduk wird seit etwa 2.000 Jahren auf dem Gebiet Armeniens gespielt, bei Zeremonien, Hochzeiten, Beerdigungen oder in der spirituellen Musik. Im Ensemble gibt es außerdem die hölzerne Längsflöte Blul, auch die Kurden benutzen sie, die Araber spielen eine der Blul verwandte Flöte. Dann gibt es die Santur, ein Hackbrett babylonischen Ursprungs, dass man in Armenien, Iran und Griechenland kennt. Dazu kommt die arabische Oud, das Qanun und die Rahmentrommel Daf. Den Klangkosmos runden die Kniegeige Kamanche und die Langhalslaute Tar ab.

Besetzung:

Levon Eskenian – Künstlerische Leitung und Arrangements
Emmanuel Hovhannisyan – Duduk
Avag Margaryan – Blul
Armen Ayvazyan – Kamancha
Aram Nikoghosyan – Oud
Meri Vardanyan – Kanun
Vladimir Papikyan – Santur
Davit Avagyan – Tar, Saz
Mesrop Khalatyan – Dap, Dhol
Norayr Gapoyan – Duduk


Louis Sclavis Atlas Trio (Frankreich)

TFF Rudolstadt 2014 - Aufnahme WDR

Das Atlas Trio von Louis Sclavis spielt abenteuerliche Musik die man mit dem Kopf und dem Herzen hören kann. Dabei entsteht ein farbiges Kaleidoskop an Klängen, in die der Franzose Louis Sclavis traditionelle Musik als Farbe einfließen lässt.

"Ein unkategorisierbarer Klarinettist"

Louis Sclavis
Louis Sclavis

Louis Sclavis zählt zu den bedeutendsten europäischen Jazzmusikern und gilt als Sinnbild der in Frankreich entwickelten Stilrichtung Folklore imaginaire, ein aus Kunst- und Volksmusik geschmiedeter, durchaus eingängiger Jazz, der rhythmisch geschickt verpackt zwischen beschwingter Heiterkeit und tiefer Melancholie changiert. Louis Sclavis, am 2. Februar 1953 in Lyon geboren, absolvierte in seiner Heimatstadt das Musikkonservatorium und gründete Anfang der achtziger Jahre seine erste eigene Band (Le Tour de France). 1984 erschien sein erstes Soloalbum (Clarinets), zahllose weitere Ensembles, Projekte und CDs folgten. Aber er bleibt vor allem eines: "ein unkategorisierbarer Klarinettist" (John Fordham, THE GUARDIAN).

"In den rund 40 Jahren seiner unorthodoxen Karriere hat Louis Sclavis sich stets bemüht, Improvisation, Komposition und musikalische Interaktion aus immer neuen Blickwinkeln zu betrachten. Vor allem in den letzten Jahren konnte man jedes seiner Ensembles als eine Art kleines Laboratorium für Klangforschung bezeichnen."

Zitatquelle: JazzEcho

Beim Atlas Trio gibt es kammermusikalische Improvisationen, polyrhythmische Grooves, Ambient-Elemente, und funkige Fender-Rhodes, verzerrte Gitarrentöne, Klarinetten-Monologe – diese Liste lässt sich endlos weiter führen. Und diese Musik pulsiert, schwillt an und ab auf verschlungenen Wegen. Auch bei diesem Konzert beim TFF Rudolstadt, mitgeschnitten im Landestheater.

Besetzung:

Louis Sclavis – Bassklarinette
Benjamin Moussay – Klavier und Fender Rhodes
Gilles Coronado – E-Gitarre

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