Präsentation | MDR THÜRINGEN - Das Radio | 06.+19.03.2012 : Das Phänomen Udo Jürgens: Topfit mit 77 Jahren
"Der ganz normale Wahnsinn", so das Tour-Motto 2012, sollte unter anderem mit einem Warm Up-Konzert in Suhl beginnen. Doch Udo Jürgens wurde krank. Der Künstler: "Es ist mir in meiner ganzen Karriere noch nie passiert, dass ich vier Konzerte in Folge absagen musste." Tourstart war dann Anfang Februar in Köln. Am 6. März gastierte Udo Jürgens in der ausverkauften Erfurter Messehalle und am 19. März findet das ebenfalls ausverkaufte Nachholkonzert in Suhl statt.
In der Show reiht sich ein Höhepunkt an den anderen. "Der Mann mit dem Fagott" wird mit Orchester und Filmeinspielen groß inszeniert. Der Titel "Mein Bruder ist ein Maler" wird mit Fotos von Werken seines Bruders Manfred Bockelmann illustriert. Die Konzertbesucher können dem Maler per Videowand auch bei der Arbeit im Atelier über die Schulter schauen. Große Auftritte bekommen die russische Geigerin Asya Sorshneva und der Jazzchor The Voices. Das Finale bestreitet Udo Jürgens natürlich im Bademantel - mit einem Medley seiner größten Hits.
Mehr als zweieinhalb Stunden steht Udo Jürgens auf der Bühne. Er singt, spielt Klavier und dirigiert zwischendurch auch das Pepe Lienhard Orchester. Vor Jahren sang er "Mit 66 Jahren fängt das Leben an." Wer ihn heute live erlebt, hat den Eindruck, dass es bei ihm mit 77 Jahren noch einmal richtig los geht. Und das, obwohl er alles erreicht hat. Udo Jürgens hat rund 1.000 Lieder komponiert, auch für internationale Showstars. Er hat Tausende von Konzerten gegeben und über 100 Millionen Schallplatten verkauft.
Der Begriff des Schlagers beschreibt nur einen kleinen Ausschnitt seines musikalischen Schaffens als Sänger und Komponist. Udo Jürgens hat Chansons geschrieben, ein Musical und Titel für klassische Orchester, die nicht nach dreieinhalb Minuten zu Ende sind. Und er ist ein begnadeter Entertainer, der wortgewandt durch den Abend führt. Das Publikum ist begeistert. Wie eine Untersuchung seiner Plattenfirma ergab, lockt er übrigens immer mehr Männer in seine Konzerte - und junge Leute.



