MDR AKTUELL - Meldungen um 6:30 Uhr


Kaum Waffenkontrollen in Thüringen

In Thüringen werden Waffenbesitzer trotz strenger Gesetze nur selten kontrolliert. Der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Christ, sagte MDR Aktuell, in der Praxis gebe es kaum Kontrollen. Grund sei das fehlende Personal bei den zuständigen Ämtern. So besteht die Untere Waffenbehörde in Gotha nur aus einem einzigen Mitarbeiter. Kontrollen sind damit unmöglich, da diese aus Sicherheitsgründen immer von zwei Personen durchgeführt werden müssen. Im Saale-Holzland-Kreis wurde die zuständige Behörde inzwischen aufgestockt. Seitdem wurden bei 15 Prozent der überprüften Waffenbesitzer Gesetzes-Verstöße festgestellt.


Israel: Wirbel um Treffen Gabriels mit Menschenrechtlern

In Israel sorgt ein geplantes Treffen von Bundesaußenminister Gabriel mit linken Menschenrechtsorganisationen für Wirbel. Wie das israelische Fernsehen berichtet, erwägt Ministerpräsident Netanjahu, sein Gespräch mit Gabriel abzusagen. Er habe den Gast aus Deutschland vor die Wahl gestellt, sich entweder mit den Menschenrechtlern oder mit ihm zu treffen. Gabriel wollte sich unter anderem mit der Organisation " Breaking the Silence " treffen. Sie setzt sich kritisch mit der israelischen Siedlungspolitik auseinander. Gabriel äußerte sich bisher nicht zu dem Bericht. Netanjahus Büro verschickte seinen Terminplan ohne Hinweis auf eine Unterredung mit Gabriel.


Zehn Jahre nach Kiesewetter-Tod weiter offene Fragen

Zehn Jahre nach dem Tod der Polizistin Kiesewetter gibt es im Thüringer NSU-Untersuchungsausschusses Zweifel, dass die Beamtin eine Zufallsopfer des NSU-Trios war. Vorsitzende Marx sagte MDR Aktuell, nur um an Polizeiwaffen zu kommen, hätten die Neonazis Mundlos und Böhnhardt nicht bis nach Baden-Württemberg fahren müssen. Derzeit werde geprüft, ob es doch ein Mordmotiv gebe. Marx hält es für möglich, dass an der Polizistin ein Exempel statuiert werden sollte. Kiesewetter habe eventuell über ihre Ermittlungen Berührungspunkte zu Thüringer Neonazis gehabt. Zudem sei ihr Onkel in Thüringen Ermittler im Bereich der organisierten Kriminalität gewesen.


Arkansas exekutiert zwei Häftlinge kurz nacheinander

Der US-Bundesstaat Arkansas hat zwei Häftlinge innerhalb weniger Stunden durch die Giftspritze hingerichtet. Es ist das erste Mal seit 17 Jahren, dass in den USA zwei Todeskandidaten an einem Tag exekutiert werden. Hintergrund ist, dass die Haltbarkeit der Giftcocktails abläuft. Arkansas wollte ursprünglich bis Monatsende acht Gefangene hinrichten; Gerichte stoppten die Vollstreckungen aber in mehreren Fällen. Die Hinrichtungswelle sorgt weltweit für Kritik. Auch die EU und die Bundesregierung riefen dazu auf, die Exekutionen zu stoppen.


Prozess: Muss Facebook Daten von Toten freigeben?

Das Kammergericht Berlin verhandelt heute darüber, ob Facebook Daten von Verstorbenen herausgeben muss. Geklagt hat eine Mutter, deren Tochter im Jahr 2012 unter bislang ungeklärten Umständen ums Leben gekommen war. Die Eltern erhoffen sich von Chat-Nachrichten und Facebook-Einträgen der damals 15-Jährigen Hinweise auf die Todesumstände. In einem ersten Urteil hatte das Berliner Landgericht der Mutter Recht gegeben. Facebook legte dagegen Berufung ein.


Blindgänger in Plauen wird entschärft

In Plauen soll heute eine 250-Kilo-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft werden. Im Umkreis von etwa einem halben Kilometer werden etwa 500 Anwohner evakuiert. Die Bombe war bei Erkundungsarbeiten für ein neues Wohngebiet entdeckt worden. Nach Angaben der Stadtverwaltung hatte sich der Kampfmittel-Beseitigungsdienst am Abend gegen eine Entschärfung in der Dunkelheit entschieden.

Zuletzt aktualisiert: 25. April 2017, 06:31 Uhr