MDR AKTUELL - Meldungen um 3:00 Uhr


"Spiegel": BND spähte ausländische Journalisten aus

Der Bundesnachrichtendienst soll jahrelang ausländische Journalisten ausspioniert haben. Wie das Magazin "Der Spiegel" berichtet, standen auf einer Spähliste mindestens 50 Telefonnummern oder E-Mail-Adressen von renommierten Medien. Dazu gehörten die BBC, die "New York Times" und die Nachrichtenagentur Reuters. - Die Opposition im Bundestag äußerte sich entsetzt. Die Linken-Abgeordete Renner fragte, wie groß der Skandal um den unkontrollierbaren BND eigentlich noch werden solle, bis die Bundesregierung reagiere.


Weißes Haus schließt Journalisten von Briefing aus

Die Regierung von US-Präsident Trump hat mehrere namhafte Medien von einem Briefing im Weißen Haus ausgeschlossen. Betroffen waren der Fernsehsender CNN, die Zeitung "New York Times" und das Magazin "Politico". Sie hatten in der vergangenen Woche unter Bezug auf anonyme Quellen kritisch über die Trump-Regierung berichtet. Zu dem Briefing zugelassen wurden dagegen der Regierung wohlgesonnene Medien. Die Vereinigung der Korrespondenten im Weißen Haus protestierte gegen das Vorgehen. CNN sprach von einer inakzeptablen Entwicklung. Dagegen verteidigte Präsidentensprecher Spicer das Vorgehen.


Merkel mahnt Reformen in der EU an

Bundeskanzlerin Merkel hat Reformen in der EU angemahnt. Beim Jahresempfang in ihrem Wahlkreis in Strahlsund sagte sie, Europa befinde sich in einer herausfordernden, krisenhaften Situation. Man werde beim bevorstehenden Treffen der EU-Partner im März in Rom darüber sprechen müssen, was wichtig für Europa sei und was eventuell ein wenig zurücktreten müsse. Die Frage sei, ob alles einheitlich europäisch geregelt werden müsse. Spielraum bestehe unter anderem im Umweltschutz und bei Ausschreibungsverfahren. Dies sei nicht anti-europäisch, sondern gesunder Menschenverstand.


VW will Gehälter seiner Top-Manager deckeln

Angesichts des Abgasskandals begrenzt Volkswagen die Gehälter seiner Top-Manager. Der Aufsichtsrat in Wolfsburg beschloss, dass der Vorstandschef künftig höchstens 10 Millionen Euro im Jahr verdient. Vorstandsmitglieder sollen maximal 5,5 Millionen Euro erhalten. Außerdem soll es schärfere Kriterien für Bonuszahlungen geben. - Die bisherigen Managergehälter bei VW waren immer wieder kritisiert worden. 2011 wurde dem damaligen Vorstandschef Winterkorn ein Einkommen von rund 17,5 Millionen Euro gezahlt.


Thriller "Elle" mit zwei Césars ausgezeichnet

In Paris ist der französische Filmpreis "César" verliehen worden. Zwei Auszeichnungen gab es für den Psycho-Thriller "Elle" von Regisseur Paul Verhoeven in der Kategorie bester Film und für Hauptdarstellerin Isabelle Huppert als beste Schauspielerin. Als bester ausländischer Film wurde " Ich, Daniel Blake " von Regisseur Ken Loach geehrt. Hollywood-Star George Clooney nahm einen Ehren-César entgegen. Für sein Plädoyer zur Verteidigung der Freiheit in den USA unter Präsident Trump erntete er stehende Ovationen.


Bundesliga: Wolfsburg verliert Kellerduell gegen Bremen

In der Fußball-Bundesliga steuert Wolfsburg weiter auf einen Abstiegsplatz zu. Die Niedersachsen verloren zu Hause das Kellerduell gegen Bremen mit 1 zu 2. Zweitligist Union Berlin bezwang 1860 München 2 zu 0 und festigte damit den Aufstiegs-Relegationsplatz. Sandhausen unterlag Braunschweig 0 zu 1, Würzburg und Greuther Fürth trennten sich 1 zu 1.


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Justiz verstärkt Ermittlungen gegen Élysée-Kandidat Fillon

Die französische Justiz hat die Ermittlungen gegen den rechtskonservativen Präsidentschaftskandidaten Fillon ausgeweitet. Wie die Finanzstaatsanwaltschaft mitteilte, befassen sich nun Untersuchungsrichter mit dem Fall. Geprüft wird, ob die Anstellung von Fillons Frau als Parlamentarische Mitarbeiterin ihres Mannes eine Scheinbeschäftigung war. Fillon hatte die Vorwürfe mehrfach zurückgewiesen. Er betonte, die Anstellung seiner Frau sei legal gewesen. Nach einem Abrutschen in den Umfragen hatte Präsidentschaftskandidat Fillon zuletzt wieder an Zustimmung gewonnen. Aussichtsreichste Kandidatin ist die Rechtspopulistin Le Pen.


UN-Sicherheit weiter uneins über Syrien-Sanktionen

Der UN-Sicherheitsrat hat sich erneut uneins im Hinblick auf Sanktionen gegen das syrische Regime wegen dessen Chemiewaffeneinsätzen gezeigt. Großbritanniens UN-Botschafter Wilson kündigte an, gemeinsam mit den USA und Frankreich eine neue Resolution vorlegen zu wollen. Diese stützt sich auf mehrere Untersuchungen, die den Einsatz von Chemiewaffen bestätigt hatten. Russland kündigte umgehend sein Veto an. Die UN-Botschafterin der USA, Haley, bezeichnete das Veto als lächerlich. Sie warf Russland vor, immer wieder Ausreden zu erfinden, um das syrische Regime zu schützen.


Trump kündigt massive Aufrüstung an

US-Präsident Trump hat eine der größten Aufrüstungen der amerikanischen Geschichte angekündigt. Auf einer Konferenz von Konservativen in Washington sagte Trump, der Verteidigungsapparat werde größer, besser und stärker sein als je zuvor. Die USA müssten immer die führende Atommacht sein. Er hoffe aber, dass es niemals nötig sein werde, das Militär einzusetzen. Wörtlich fügte Trump hinzu: "Wir glauben an Frieden durch Stärke." Erneut versprach er, sich rigoros für die Interessen der USA einzusetzen. Das gelte auch für Wirtschaft und Handel. Trump sagte, er repräsentiere die Vereinigten Staaten, nicht den Erdball.


Boeing will 1. Produktionswerk in Europa bauen

Der US-Flugzeugbauer Boeing will in Großbritannien sein erstes europäisches Produktionswerk errichten. Wie der Konzern mitteilte, sollen im nordenglischen Sheffield Stellmotoren für Flugzeugklappen gebaut werden. Boeing will dort 30 Mitarbeiter beschäftigen und mehr als 23 Millionen Euro investieren. Mit dem neuen Werk will der US-Flugzeugbauer Lieferkosten einsparen.


Schweden will Arbeitsmigration einschränken

Schweden will die Zahl von Arbeitskräften aus dem Ausland einschränken. Wie Ministerpräsident Löfven mitteilte, sollen einfache Jobs vorrangig an Arbeitslose und bereits im Land lebende Flüchtlinge vergeben werden. Im vergangenen Jahr erhielten laut Einwanderungsbehörde 4.000 Ungelernte aus dem Ausland eine Arbeitsgenehmigung. Löfven sagte, eine Arbeitsmigration, die aus Tellerwäschern und Restaurantmitarbeitern bestehe, sei unvernünftig, wenn es geeignete Leute gebe, die als Flüchtlinge ins Land gekommen seien. Löfvens Äußerungen werden auch als Versuch gewertet, die Abwanderung von Wählern zu den rechtsextremen Schwedendemokraten zu stoppen.


Polen lässt Absturz von Präsidentenmaschine erneut prüfen

Fast sieben Jahre nach dem Tod des früheren polnischen Präsident Kaczynski bei einem Flugzeugabsturz sollen die Trümmer erneut untersucht werden. Wie die Staatsanwaltschaft in Warschau mitteilte, soll ein Sprengstofflabor die Wrackteile überprüfen. Frühere Untersuchungen hatten das Unglück im Jahr 2010 auf einen Pilotenfehler zurückgeführt. Das zweifelt aber die inzwischen regierende PiS-Partei von Kaczynski-Bruder Jaroslaw an. Viele ihrer Anhänger glauben, an Bord der Maschine habe es eine Explosion gegeben. Bei dem Absturz starben 96 Menschen, darunter ranghohe Militärs und Politiker.

Zuletzt aktualisiert: 25. Februar 2017, 03:01 Uhr