MDR AKTUELL - Meldungen um 22:30 Uhr


Erdogan will Referendum über EU-Beitrittsprozess

Der türkische Präsident Erdogan erwägt eine Volksbefragung darüber, ob sein Land die EU-Beitrittgespräche fortsetzen soll. Erdogan sagte auf einer Veranstaltung in Antalya, nach dem Verfassungsreferendum Mitte April könne es zweites Referendum geben. Die Regierung werde sich an das Ergebnis halten, egal wie das Volk entscheide. Erdogan erklärte zudem, die internationalen Konsequenzen bei einer Wiedereinführung der Todesstrafe zu akzeptieren. Er betonte, wenn für eine Türkei mit Todesstrafe in der EU kein Platz sei, dann sei das so. Er werde eine Entscheidung des Parlaments für die Todesstrafe bestätigen. Die EU hatte bereits deutlich gemacht, dass der Beitrittsprozess der Türkei damit beendet wäre.


Zehntausende demonstrieren für Europa

Zehntausende Menschen haben in ganz Europa für die europäische Idee demonstriert. Zum 60. Jubiläum der Römischen Verträge zogen in Berlin Tausende Menschen mit EU-Flaggen zum Brandenburger Tor. Auch in Polen und Großbritannien gab es Pro-Europa-Kundgebungen. In Warschau sangen Tausende die Europahymne "Ode an die Freude". In London und im schottischen Edinburgh forderten Brexit-Gegner den Verbleib Großbritanniens in der EU. In der italienischen Hauptstadt Rom demonstrierten sowohl EU-Befürworter als auch Gegner. Dort hatten die Staats- und Regierungschefs der verbleibenden 27 EU-Staaten eine Erklärung unterzeichnet. Diese soll das Versprechen der EU auf Frieden, Freiheit und Wohlstand erneuern.


Anschlag London: Noch ein Verdächtiger in Polizeigewahrsam

Nach dem Terroranschlag in London befindet sich noch ein Verdächtiger in Polizeigewahrsam. Nach Angaben von Scotland Yard besteht gegen den 58 Jahre alten Mann aus Birmingham der Verdacht, eine terroristische Straftat vorbereitet zu haben. Ein 27-Jähriger wurde inzwischen freigelassen. Den Ermittlern zufolge besteht gegen ihn kein Verdacht mehr. Gegen eine Frau aus Manchester werde hingegen weiter ermittelt. Sie sei auf Kaution freigelassen worden. Unklar ist weiterhin, ob der Attentäter Khalid Masood Verbindungen zur Terrormiliz IS hatte und ob er bei der Vorbereitung der Tat unterstützt wurde. Masood hatte am Mittwoch drei Passanten und einen Polizisten getötet, bevor er von Sicherheitskräften erschossen wurde.


Sachsens Kirchen würdigen Ökumene

Protestanten und Katholiken haben in Meißen einen ökumenischen Gottesdienst zum Reformationsgedenken gefeiert. Dabei würdigten die Vertreter beider Konfessionen die Entwicklungen der Ökumene und entschuldigten sich für die wechselseitigen Verletzungen. Der katholische Dresdner Bischof Timmerevers sagte, wichtig sei, dass beide Kirchen zusammenstünden. Sachsens evangelischer Landesbischof Rentzing betonte, man sei in den vergangenen 50 Jahren vorangekommen. Dazu gehöre die Erkenntnis, dass die Kirchen mehr verbinde als sie trenne.


Protest in Leipzig gegen Abschiebungen nach Afghanistan

Rund 500 Menschen haben in Leipzig gegen die Abschiebung von Asylbewerbern nach Afghanistan demonstriert. Damit kamen in etwa so viele Demonstranten wie die Veranstalter angemeldet hatten. Die Kundgebung war von Betroffenen selbst organisiert worden und wurde vom Sächsischen Flüchtlingsrat unterstützt. Die Organisatoren erklärten, es gebe keinen Platz in Afghanistan, der sicher sei vor Luftangriffen, Kriegsdrohnen oder Selbstmordanschlägen. Im Sächsischen Landtag waren die Linken mit einem Antrag gescheitert, der die Abschiebung abgelehnter Asylbewerber aus Afghanistan stoppen sollte. SPD, CDU und AfD stimmten dagegen.

Zuletzt aktualisiert: 25. März 2017, 22:31 Uhr