Claudia Dalbert, Spitzenkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen, im Studio von MDR SACHSEN-ANHALT
Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Claudia Dalbert bei MDR SACHSEN-ANHALT "Regierung unter Umständen auch mit CDU"

Am 13. März wird in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt. Im Wahlkampf läuft der Endspurt. Es gibt laut Umfragen noch viele unentschlossene Wähler. Etwa zwei Wochen vor der Wahl sind die Spitzenkandidaten der im Landtag vertretenen Parteien bei MDR SACHSEN-ANHALT zu Gast. Am Montag stellte sich Grünen-Fraktionschefin Claudia Dalbert den Fragen der Wähler.

Claudia Dalbert, Spitzenkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen, im Studio von MDR SACHSEN-ANHALT
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Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sind die Grünen unter Umständen bereit, gemeinsam mit CDU und SPD zu regieren. Die Spitzenkandidatin Claudia Dalbert sagte am Montag bei einem Besuch von MDR SACHSEN-ANHALT, wenn eine demokratische Regierung nur mit den Grünen möglich sei, müsse man so ein Projekt "sehr, sehr ernsthaft sondieren". Das sei dann der Wählerwille und der Auftrag, daraus auch etwas Gutes zu machen. Die Grünen würden in diesem Fall versuchen, in eine Koalition mit der CDU und SPD so viel wie möglich grün einzubringen.

Scharfe Kritik übte Dalbert an der AfD. Die Spitzenkandidatrin bezeichnete die Partei als "die neuen Nazis in blau", die an Grenzen schießen würden wollen.

Mit der aktuellen CDU-SPD-Regierung ging Dalbert ebenfalls hart ins Gericht. Sie habe keine Ideen und Visionen präsentiert, sondern nur einen Tanz um die Schwarze Null aufgeführt.

Damit habe sie viele Bereiche an den Rand der Funktionsfähigkeit geführt, so die Schulen, die Polizei, den Verbraucherschutz und die Forstverwaltung.

Endspurt im Wahlkampf

Bis zur Wahl am 13. März wollen die Grünen mit unentschlossenen Wählern ins Gespräch kommen und um jede Stimme kämpfen. Dalbert zeigte sich optimistisch, dass die Grünen die Fünf-Prozent-Hürde überspringen. Ihr sei klar, dass die Hälfte der Wähler sich noch nicht entschieden habe.

Schwerpunkte des Grünen-Wahlkampfes in den kommenden zwei Wochen seien die Energiewende, Flüchtlingspolitik und Bildung. Die Partei wolle deutlich machen, dass von ihr frische Ideen kommen würden. "Wir kämpfen gegen die Schlafwagen-Politik", so Dalbert. Für Sachsen-Anhalt sei ein Ausstieg aus der Braunkohle besonders wichtig.

In der Flüchtlingspolitik wollen die Grünen nach den Worten der Spitzenkandidatin "Flüchtlingen die Hand" reichen. Die Grünen stünden für eine weltoffene Politik. Die Mitmenschlichkeit gebiete es, Flüchtlinge zu integrieren.

Es sei in diesen Tagen schwer, mit den Kritikern der Flüchtlingspolitik und Protestwählern ins Gespräch zu kommen, so Dalbert. Grünen-Politikern schlage "oft Hass entgegen", auf der Straße und in den sozialen Netzwerken. Trotzdem müssten die Anstrengungen zum Dialog verstärkt werden, weil es sich lohne.

Dicke Bretter bohren  

In der Bildungspolitik ist nach Einschätzung von Dalbert "das Bohren von dicken Brettern" nötig. Sachsen-Anhalt müsse dringend mehr Lehrer ausbilden. Extrem ärgerlich sei auch, dass das Land hier alle Programme verschoben habe. Außerdem müsse es Quereinsteigern erleichtert werden, in den Lehrerberuf zu wechseln. Sie selbst habe einen wunderbaren Chemie-Unterricht von einer Quer-Einsteigerin erhalten. In der Debatte um steigende Kita-Gebühren forderte Dalbert eine Obergrenze für Eltern und eine soziale Staffelung. Hier gebe es aber kein einfaches Rezept, da es verschiedene Kita-Träger gebe. Sie müssten nun alle an einen Tisch.

Dalbert
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Claudia Dalbert hat sich den Fragen einer Erstwählerin gestellt. Es ging um Bildung, die Legalisierung von Cannabis und das Freihandelsabkommen TTIP.

Mo 29.02.2016 22:29Uhr 05:07 min

http://www.mdr.de/sachsen-anhalt/video-1414.html

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Dalbert
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Dalbert stellt sich Fragen auf Facebook

Auf der Facebook-Seite von MDR SACHSEN-ANHALT stellte sich die Spitzenkandidatin der Grünen den Fragen der User. Dort kommentierte sie neben Themen wie der Aufarbeitung des in der DDR geschehenen Unrechts und dem Opferschutz auch Fragen zur inneren Sicherheit, Flüchtlingen und Windenergie. Sie machte deutlich, dass Sachsen-Anhalt unbedingt mehr gut ausgebildete Polizeibeamte benötige. Es könne nicht angehen, dass beispielsweise rechtsmotivierte Straftaten zunähmen und deren Aufklärungsrate sinke.

Bei der Frage nach dem Ausbaus der A14 nach Norden sagte sie, die Verbindung in der Altmark müsse definitiv verbessert werden. Ein dreistreifiger Ausbau sei aber sowohl kostengünstiger als auch schneller zu realisieren als ein Autobahn, betonte Dalbert.

Die meisten Fragen bei Facebook beschäftigten sich mit der Flüchtlingsthematik. Dazu sagte die Grünenpolitikerin: "Hier müssen wir endlich mit der Integration beginnen. Wir haben hier bei uns die Erstaufnahme im Vergleich gut hinbekommen. Nun müssen wir mit derselben Energie und Konsequenz die Integration der Menschen, die zu uns vor Kriegen und Verfolgung fliehen, anpacken. Wenn wir die Integration gut hinbekommen, sind die überwiegend jungen Menschen, die zu uns kommen, eine Chance für unser Land."

Facebook-Interview gut zwei Wochen vor der Landtagswahl: Stellt hier eure Fragen an Claudia Dalbert. #ltwlsa

Posted by MDR Sachsen-Anhalt on Montag, 29. Februar 2016

Zuletzt aktualisiert: 29. Februar 2016, 22:48 Uhr

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39 Kommentare

05.03.2016 06:48 Harzer 39


Eine Fragen an die Grünen; Wieviel Neue Nachbarn wollen Sie denn noch? Diese Nachbarn kosten aber viel Geld,dass sie selber nicht erarbeiten sondern wir in DE! Frauen und Kinder OK, Männer zurück ihr Land wieder aufbauen.

02.03.2016 18:01 und Herr Beck erweist noch Bärendienste 38

ich glaube, dass es sehr sehr schwierig werden wird.
Herr Beck von den Grünen, der gern und oft politische Gegener maßregelte, wurde mit Crytal Meth erwischt.
Na, das ist aber ein Pech! Und so kurz vor den Landtagswahlen.
Noch nicht mal bio tztztz

02.03.2016 17:46 Otto der Teutone 37

Ja, so sind sie, die Grünen und Grüninnen. Hauptsache, eine Hand an der Senfte, wen sie da durch die Gegend tragen (bzw. zur Regierung verhelfen), ist doch egal. Hauptsache: Regierungsposten! Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass die Grünen/Grüninnen mit 4,9% außen vor bleiben. Wer rot-rot-grün verhindern will, darf keinesfalls grün wählen.

02.03.2016 12:31 Wieland der Schmied 36

Donner und Doria, welch ein Sinneswandel bei den GrünInnen, war vorher so nicht denkbar. Was hat den Stimmungsumschwung bewirkt, dass man sich jetzt auf einmal als „Kleinkind“ mit den „Walrossen „ zusammen in ein schmales Bett legen will. Gibt nur eine Erklärung: Die blanke Not! Man sieht jetzt die Felle davonschwimmen. Die Bürger haben es spätesten seit „Silvester-Domplatte“ geschnallt, dass von den Parteien der im BT vertretenen Blockflötenparteien nichts zu erfahren ist, was der Realität im Lande entspricht. Da muss eine Alternative her, die diesen Namen auch verdient. Meine Großmutter hatte viele kluge Sprüche „auf Lager“, einer hieß: „Wenn die Not am größten ist, ist die Rettung am nächsten. Im übrigen bin ich der Meinung am 13.03. ist Zahltag.

02.03.2016 10:58 Maschendrahtzaun 35

Kein Wort hat die Psychologin Dalbert in ihrem Statement über die Situation der Sozialisation im Besonderen von Behinderten verloren, was man aufgrund ihrer Vita durchaus hätte erwarten können. Die Verantwortung des Landes für uns Behinderte wird mal wieder sauber unter den Teppich gekehrt. Die Alibibehindertenpolitik des Landes beschränkt sich auf Höflichkeitsbesuche in den WfbM. Ansonsten hat man die Verantwortung auf kirchliche Einrichtungen abdelegiert. Das kann nicht die Norm sein in Bezug auf Sozialisation von Behinderten. 150 €uronen bekommt eine Psychiatrie pro Patient am Tag. Aber der Arbeitsmarkt für Behinderte ist leergefegt, da kannst'e "vom Fussboden essen", so sauber is der leergefegt.

01.03.2016 15:39 Herr Sommer 34

@Familie Huether
Übertreiben Sie da nicht "einweg" mit Ihrer Aussage "Hasskommentare..."? Ich habe da keinen einizigen sog. Hasskommentar gelesen, sorry!
Darf man nach Ihrer Meinung in diesem Land keine eigene Meinung mehr haben?
Solche guten Bürger wie Sie, werden alles schaffen - auch die freie Meinung anderer immer mehr unterdrücken - BRAVO.
Gruß, Herr Sommer

Ach'so, die Grünen kann und darf man nicht wählen! Warum, denkt mehr nach.

01.03.2016 15:07 Dreißiger 33

@24Tina, ach der kleine Mann zahlt kaum Steuern, was ist dann mit Mehrwertsteuer, Mineralölsteuer, Stromsteuer und, und. Das mit der unterirdischen Beitragsqualität sollten Sie auf sich beziehen. Typisch Grünwähler, von nichts eine Ahnung, aber schlau reden...

01.03.2016 15:00 romo 32

Kann mich noch erinnern, dass die Grünen für einen Einsatz der BW in Afghanistan und anderen Auslandseinsätzen gestimmt haben. Sie reden mit gespaltener Zunge. Nicht wählbar.

01.03.2016 14:41 Tina 31

@ 26: Gegen den Bau der A 14 hat der BUND geklagt, nicht B'90/Die Grünen.

01.03.2016 14:39 ich wünsche viel Muße nach der Landtagswahl 30

dann haben die Grünen und Grüninnen hoffentlich nach der Landtagswahl ausreichend Muße, sich um ihre "Geschenke" zu kümmern.
Ich wünsche schon jetzt viel Spaß beim " Auspacken"