Mitte/West-Thüringen

Grubenunglück : Drei Kali-Kumpel sterben bei Gasausbruch in Unterbreizbach

In einem Kalischacht in Unterbreizbach sind am Dienstag drei Bergleute ums Leben gekommen. Wie der Grubenbetreiber K+S mitteilte, haben die 24, 50 und 56 Jahre alten Männer einen schweren Gasausbruch unter Tage nicht überlebt. Sie wurden am frühen Mittwochmorgen aus dem Schacht geborgen. Wahrscheinlich sind sie erstickt. Staatsanwaltschaft und Bergamt haben die Ermittlungen übernommen.

Zum Unglückszeitpunkt sieben Männer unter Tage

Wie der Sprecher des Grubenbetreibers K+S, Ulrich Göbel, sagte, wurde bei einer kontrollierten Sprengung in 900 Metern Tiefe am Mittag eine große Menge Kohlendioxid freigesetzt. Dies führte zu einer enormen Druckwelle, die durch den Schacht und an die Oberfläche drang und sehr viel Staub mit nach oben schleuderte. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich sieben Mitarbeiter unter Tage, um den Stollen nach der Sprengung zu kontrollieren. Zwei von ihnen konnten sich in einen Schutzraum retten, zwei weitere erreichten noch rechtzeitig einen Ausgang. Nach einigen Stunden konnten die vier an die Oberfläche geholt werden und wurden medizinisch betreut. Die drei toten Bergmänner wurden den Angaben zufolge mehrere Kilometer entfernt von der Sprengstelle gefunden. Mitglieder der Grubenfeuerwehr hatten über Stunden nach ihnen gesucht.

Die Bergwerke Unterbreizbach und Merkers sowie die Übertageanlagen der Unterbreizbacher Schächte I und II wurden geräumt. Die nahegelegene B84 wurde vorübergehend gesperrt. Für die Bewohner in Unterbreizbach hat K+S zufolge keine Gefahr bestanden.

Unterbreizbach: Drei Bergleute sterben bei Unglück im Kali-Schacht

Kerzen Grubenunglück  Staub auf einem Auto vor Schacht II am Standort Unterbreizbach

Drei Bergleute haben einen Gasausbruch in einem Kalischacht bei Unterbreizbach nicht überlebt. Das Unglück ereignete sich, nachdem bei einer Sprengung in mehreren hundert Metern Tiefe Kohlendioxid freigesetzt worden war. [Bilder]


Landespolitiker sprechen ihr Beileid aus

Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht reagierte am Dienstagabend mit Betroffenheit und Trauer. Sie sagte, ihr Mitgefühl gelte den Angehörigen der drei gestorbenen Bergleute. Kultusminister Christoph Matschie erklärte, die Nachricht erfülle ihn mit großer Bestürzung. Er hoffe auf eine schnelle Aufklärung der Tragödie. Der Fraktionschef der SPD im Landtag, Uwe Höhn, sprach von einem traurigen Tag für Thüringen. Auch der Vorsitzende der Thüringer Linken, Bodo Ramelow, sprach den Angehörigen der Toten die Anteilnahme seiner Fraktion aus.

Kohlendioxid in Kali-Salz gebunden

Das Thüringer Umweltministerium hatte zuvor mitgeteilt, Kohlendioxid-Freisetzungen bei derartigen Sprengungen seien nicht ungewöhnlich. Das Gas sei durch den Gebirgsdruck im Salz gebunden und werde durch die Sprengung freigesetzt. Normalerweise hätten diese Ausbrüche jedoch keine Folgen, in seltenen Fällen werde die Grubenwehr gerufen, um für ein Auslüften ("Auswettern") zu sorgen.

Tödliche Grubenunglücke in der Rhön in den 1950ern

Der Kohlendioxid-Ausbruch ist nicht der erste in der Rhön: Im April 1958 trat aus dem Kali-Schacht in Menzengraben im Wartburgkreis Kohlendioxid aus. Sechs Kumpel starben bei dem Unglück. Bergmänner waren bei einer Erkundungsbohrung auf eine Ansammlung von Kohlendioxid gestoßen. Das tödliche Gas breitete sich mit explosionsartiger Geschwindigkeit im Stollen aus.

Auch zuvor hatte es Unglücke mit Kohlendioxid gegeben. Am 7. April 1953 ereignete sich in Menzengraben eine Explosion, in deren Folge das Gas in einem riesigen Ausmaß aus der Grube entwich und die gesamte Ortschaft bedrohte. Drei Menschen starben.

Zuletzt aktualisiert: 01. Oktober 2013, 23:30 Uhr

76. David:
Mein herzliches Beileid an die Hinterbliebenen. Glückauf in schwerer Stunde
04.10.2013
15:02 Uhr
75. Heinz Bachmann:
Glück Auf. Ichhabe als junger mensch in schacht untertage gearbeitet-meinschwiegervater hatte in unterbreizbach als hiels steiger sprenungen machen müssen auch er hatte ein Gas auspruch erlebebt hier sprich man nur von menzengraben aber es gab auch schon in unterbreibach gas ausbruch was hir nich geschrieben wurte ich bin heute Rntner 80 Jahre wir sind auch traurig Glückauf
03.10.2013
16:24 Uhr
74. TorKla:
Ein letztes Glück Auf den verstorbenen Kumpels und den Angehörigen, Freunden und Kollegen viel Kraft das geschehene zu verarbeiten und zu begreifen. Ich bin sehr traurig. Glück Auf.
02.10.2013
20:57 Uhr
73. Dieter Siering:
Ich habe meine Jugend in Unterbreizbach/Räsa verbracht. Mein Vater hatte auch in diesem Schacht mal gearbeitet . Meine Gedanken sind bei den Angehörigen der Opfer.
02.10.2013
18:47 Uhr
72. Grubenbefahrer :
Den Familien der drei Knappen die Opfer ihrer Arbeit wurden zunächst mein herzliches Beileid . Ich find es einfach traurig das wenige Stunden nach diesem Unglück bei dem 3 Kumpels ums Leben gekommen sind , hier schon unsinnige Diskussionen geführt werden - Wer war was und warum - Es gibt Fachleute die der Sache auf den Grund gehen werden und die Ergebnisse sollte man erst einmal abwarten . Und die Leute die sich im Kalibergbau auskennen wissen auch daß das Werrarevier für Kohlendioxidausbrüche bekannt ist nur mit solchen Mengen wie gestern hat niemand gerechnet . Glück Auf Matthias
02.10.2013
12:53 Uhr
71. joshui:
Warum gibt niemand Antwort auf die Frage, warum die 3 Bergleute einfahren mussten, obwohl tödliche Gase im Schacht waren. Warum hatten die keine Sicherheitsmasken auf, obwohl angeblich jeder eine solche Sicherheitsausrüstung hatte. Warum schweigt man diese offensichtlichen Ungereimtheiten tod. Warum fragen nicht mal Journalisten danach.
02.10.2013
10:55 Uhr
70. Günter Rudolph:
Mein aufrichtiges Beileid den Angehörigen und Freunden der drei toten Bergleute. Auch von meiner Familie Glück Auf
02.10.2013
10:45 Uhr
69. Marco Neubert :
Mein aufrichtiges Beileid An Familie Angehörige und Freunde !! Glück Auf !
02.10.2013
09:42 Uhr
68. Manfred Hoffmann u.Tochter Christel Rübsam:
Unser herzliches Beileid den Familien, Angehörigen und Freunden der drei toten Bergleuten. Glück auf!
02.10.2013
09:24 Uhr
67. Fritz Müller:
Was für ein Filmbeitrag: Warum ist denn der Abbau nun so gefährlich? Und das beste:"ein Gestein mehr als 250 Jahre alt". Welcher Stein in Deutschland ist denn jünger als 250 Jahre?
02.10.2013
09:22 Uhr

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Kalischacht Unterbreizbach

Der Schacht II in Unterbreizbach an der thüringisch-hessischen Grenze gehört zum Kasseler Kalikonzern K+S. Seit mehr als 100 Jahren wird in dem Schacht Kali für die Düngemittelproduktion gefördert. In dem Werk sind zur Zeit rund 800 Kumpel beschäftigt. K+S ist damit einer der wichtigsten Arbeitgeber in der Region. Vor allem mit dem Problem der Laugenentsorgung war die Kali-Produktion immer wieder in den Schlagzeilen.

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