Ein Gag mit Folgen ...
Die Nachricht klang für viele Stones-Fans im Osten durchaus glaubwürdig. Denn das "Springer"-Verlagshaus schien tatsächlich wie geschaffen für ein solches Konzert. Es stand direkt an der Mauer in Kreuzberg, unweit des Checkpoint Charlie. Auf der anderen Seite, in Ost-Berlin, befand sich seit dem Zweiten Weltkrieg eine große Brache, auf der Zehntausende Fans mühelos hätten Platz finden können. Und dass Verleger Axel Springer jede Möglichkeit nutzen würde, um in den Osten hineinzuwirken, glaubten viele Ostdeutsche.
Die sensationelle Nachricht verbreitete sich jedenfalls wie ein Lauffeuer, zunächst im Ostteil der Stadt, schließlich gelangte sie auch bis in den hintersten Winkel der DDR. Es kursierten sogar Flugblätter, die das Konzert ankündigten: "Am 7. Oktober vor dem Springer-Hochhaus. Es spielen die Rolling Stones." Für die Fans der britischen Rockband, die in der DDR als die Inkarnation des Bösen galt und deren Musik seit 1965 nicht mehr öffentlich gespielt werden durfte, gab es jetzt nur noch eines: Auf zum "Springer"-Hochhaus!
Dabei: Es war alles nur ein Jux des RIAS-Moderators Kai Blömer gewesen. Was er damit in der DDR anrichtete, hatte er sich freilich nicht ausmalen können ...
