Damals im Osten

Rangeleien mit der Polizei   

Die Sicherheitskräfte hatten den Weg zum "Springer"-Hochhaus freilich bereits mit etlichen Hindernissen gespickt – mit Hundestaffeln und Straßensperren. Gegen 17 Uhr kam es im Bereich der Fischerinsel zu ersten ernsthaften Rangeleien zwischen Jugendlichen und den Sicherheitskräften. Die Jugendlichen behielten die Oberhand, überwanden die Sperren und rückten, nach Überwindung weiterer Polizeiketten, langsam in Richtung Mauer vor.

Menschengrüppchen in Ostberlin stehen zur Mauer gewandt. Im Hintergrund sieht man das Springerhochhaus.

Die Stones-Fans vorm "Springer-"Hochhaus

Schließlich gelangten die Stones-Fans fast bis ans Ende der Leipziger Straße, auf die Brache vor dem "Springer"-Hochhaus. Vor der Mauer selbst war die Polizei aufgefahren und bildete eine dichte Kette. Die Stones-Fans hatten zunächst erreicht, was sie wollten: Sie hatten das Hochhaus auf der Westberliner Seite im Blick und würden, wenn die Stones denn begännen zu spielen, auch gut hören können. Aber es geschah - nichts. Und den ersten dämmerte, dass sie wohl einem Gerücht aufgesessen sind. Sprechchöre wurden laut: "Wir wollen die Stones!" Im Chor wurde aber auch "Wir wollen Freiheit!" gerufen und der Name des tschechoslowakischen Reformkommunisten: "Dubcek! Dubcek!"

schwarz-weiß-Bild. Blick auf das Springerhochhaus in Westberlin, von Ostberlin aus fotografiert. Vor der Mauer stehen kleine Menschengruppen.

Der Rest des Nachmittags war Langeweile – warten auf die Rolling Stones, die nicht kamen.

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