Heute im Osten | TV-Reportage/Magazin & WebTV

Flüchtlingspolitik in Osteuropa

Solidarnosc - Vorbote des Umbruchs

Sie war Vorbote des Umbruchs - die Gewerkschaft Solidarnosc. 1980 aus der Streikbewegung hervorgegangen, kämpfte sie zunächst für grundlegende Bürgerrechte. 1989 gewann sie die Parlamentswahlen in Polen.

Menschen scharen sich vor dem Tor der Danziger Leninwerft am zweiten Tag des Streiks, am 15.08.1980.
1980 steckte Polen in einer Wirtschaftskrise. Die Lebensbedingungen vieler Polen verschlechterten sich von Monat zu Monat. Als die Regierung im Sommer drastische Preissteigerungen für Lebensmittel ankündigte, gingen die Arbeiter auf die Straße. Nach und nach legten sie das gesamte Land lahm. Am 15. August schlossen sich die Arbeiter der Danziger Lenin-Werft dem Streik an und besetzten ihre Werft. Bildrechte: IMAGO
Menschen scharen sich vor dem Tor der Danziger Leninwerft am zweiten Tag des Streiks, am 15.08.1980.
1980 steckte Polen in einer Wirtschaftskrise. Die Lebensbedingungen vieler Polen verschlechterten sich von Monat zu Monat. Als die Regierung im Sommer drastische Preissteigerungen für Lebensmittel ankündigte, gingen die Arbeiter auf die Straße. Nach und nach legten sie das gesamte Land lahm. Am 15. August schlossen sich die Arbeiter der Danziger Lenin-Werft dem Streik an und besetzten ihre Werft. Bildrechte: IMAGO
Lech Walesa hält eine Rede während des Streiks auf der Lenin-Werft in Danzig 31.08.1980.
Zu ihrem Anführer bestimmten die Arbeiter ihren Kollegen Lech Walesa. Der 37-Jährige ist zu diesem Zeitpunkt Elektriker auf der Lenin-Werft. Die Werft-Arbeiter fordern von der Regierung neben besseren Arbeits- und Lebensverhältnissen auch die Wiedereinstellung ihrer Kollegin, der Kranführerin Anna Walentynowicz, die wegen unbotmäßiger politischer Äußerungen entlassen worden war. (Im Bild: Lech Walesa bei einer Rede auf der Lenin-Werft im August 1980.) Bildrechte: IMAGO
Die polnische Polizei setzt bei einer Demonstration für die verbotene Gewerkschaft Solidarnosc Tränengas ein.
Die Polen wollen weder das Kriegsrecht noch das Verbot der Solidarnosc so einfach hinnehmen. In allen Teilen des Landes kommt es zu teils gewaltsamen Demonstrationen und Auseinandersetzungen mit Polizei und Militär. Bildrechte: dpa
Lech Walesa, Polnische Gewerkschaft Solidarität 1980
Die Regierung in Warschau erklärt schon nach wenigen Tagen, die Forderungen der Werft-Arbeiter erfüllen zu wollen. Der Streik scheint damit beendet zu sein. Die Arbeiter aber wollen sich damit nicht zufrieden geben. Sie wollen auf weitere Reformen drängen. Am 17. August 1980 rufen sie ein "Überbetriebliches Streikkomitee" ins Leben, das mehr als 300 Betriebe repräsentiert und einen 21 Punkte umfassenden Forderungskatalog erarbeitet. Zu den Forderungen gehört das Recht auf freie Meinungsäußerung, das Streikrecht und das Recht auf unabhängige Gewerkschaften. Zum Vorsitzenden des Streikkomitees wird Lech Walesa gewählt. Aus dieser Bewegung entwickelt sich in den nächsten Tagen die "Unabhängige Selbstverwaltete Gewerkschaft Solidarität". (Im Bild: Lech Walesa. Vor ihm, mit Brille: Anna Walentynowicz.) Bildrechte: dpa
Vize-Ministerpräsident Mieczyslaw Jagielski (l) und der Vorsitzende des überbetrieblichen Streikkomitees, Lech Walesa (M) am 31. August 1980 bei der Unterzeichnung des Danziger Abkommens.
Die "Polnische Vereinigte Arbeiterpartei" (PVAP) muss weitere Zugeständnisse machen. Am 31. August 1980 unterzeichnen Lech Walesa und der stellvertretende Ministerpräsident Mieczyslaw Jagielski das "Danziger Abkommen". "Es gibt weder Sieger noch Verlierer", sagt der Ministerpräsident anschließend. Er irrt sich gewaltig. Erstmals wird in einem sozialistischen Land eine unabhängige Gewerkschaft zugelassen. Zudem werden der Solidarnosc das Streikrecht sowie der Zugang zu den Massenmedien eingeräumt. In den folgenden Jahren treten fast zehn Millionen Polen der unabhängigen Gewerkschaft bei, mehr als die Hälfte der polnischen Arbeitnehmer. Bildrechte: dpa
Der Papst bei einer Rede.
Von Anfang an erfährt die Gewerkschaft Solidarnosc Unterstützung vom aus Polen stammenden Papst Johannes Paul II. In einem offenen Brief an die polnischen Bischöfe ruft er dazu auf, die Arbeiter in ihrem Kampf zu unterstützen. Bildrechte: IMAGO
General Wojciech Jaruzelski
In Moskau will man die reformatorischen Prozesse in Polen nicht hinnehmen. Der Vorsitzende der KPdSU, Leonid Breschnew, fordert die Genossen in Warschau auf, resolut gegen die Solidarnosc vorzugehen. Am 13. Dezember 1981 verhängt Ministerpräsident Armeegeneral Wojciech Jaruzelski das Kriegsrecht. Die Solidarnosc wird verboten, ihre Anführer zeitweilig inhaftiert. Bildrechte: IMAGO
Der polnische Präsident Wojciech Jaruzelski (M) im Gespräch mit dem Arbeiterführer Lech Walesa (l), dessen Berater Bronislaw Gerek (3.v.l.), und Premierminister Mieczyslaw Rakowski (R) in Warschau am 18. April 1989.
Die Regierung bekommt die Proteste nicht unter Kontrolle. Auf Hilfe aus Moskau kann Jaruzelski aber nicht mehr hoffen. Dort ist mittlerweile Michail Gorbatschow an der Macht, der den Umbau der UdSSR plant und für mehr Offenheit einsteht. In dieser Situation wendet sich Jaruzelski an seinen Widersacher, den Gewerkschaftsführer Walesa. Er bittet ihn, ihm bei der Beendigung der Streiks zu helfen. Walesa sagt seine Hilfe zu, einzige Bedingung: Die Einführung eines "Runden Tischs". Bildrechte: dpa
Blick in den Tagungsraum, wo sich Vertreter von Regierung und Opposition am 6.2.1989 zu einer Konferenz um den Runden Tisch eingefunden haben.
Am 6. Februar 1989 beginnen die Gespräche am "Runden Tisch". Oppositionelle sitzen an ihm gleichberechtigt neben Vertretern der Regierung. Die Verhandlungen dauern bis zum 5. April 1989 und bringen den Systemwechsel entschieden voran. Unter anderem beschließt die Runde freie Wahlen im Sommer und die baldige Wiederzulassung der Gewerkschaft Solidarnosc. Bildrechte: dpa
Erneute amtliche Anerkennung der Solidarnosc in Warschau: Tadeusz Mazowiecki, Henryk Jankowski
Im April 1989 wird die Gewerkschaft Solidarnosc offiziell wieder zugelassen (im Bild: Tadeusz Mazowiecki nach der Wiederzulassung der Solidarnosc durch das Oberste Gericht Polens). Zur Parlamentswahl im Sommer tritt sie sogar als eigene Partei an und erhält ungeheure 99 Prozent der Stimmen. Am 24.08.1989 wird mit Tadeusz Mazowiecki in Polen der erste nichtkommunistische Regierungspräsident seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs gewählt. Bildrechte: IMAGO
Lech Walesa (Mitte) während einer Kundgebung von Solidarnosc in Danzig.
Lech Walesa, der die Solidarnosc seit 1980 geleitet hatte, wird im Dezember 1990 zum Präsidenten Polens gewählt. Er bleibt bis 1995 im Amt. Bildrechte: IMAGO
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Lech Walesa, Polnische Gewerkschaft Solidarität 1980
Die Regierung in Warschau erklärt schon nach wenigen Tagen, die Forderungen der Werft-Arbeiter erfüllen zu wollen. Der Streik scheint damit beendet zu sein. Die Arbeiter aber wollen sich damit nicht zufrieden geben. Sie wollen auf weitere Reformen drängen. Am 17. August 1980 rufen sie ein "Überbetriebliches Streikkomitee" ins Leben, das mehr als 300 Betriebe repräsentiert und einen 21 Punkte umfassenden Forderungskatalog erarbeitet. Zu den Forderungen gehört das Recht auf freie Meinungsäußerung, das Streikrecht und das Recht auf unabhängige Gewerkschaften. Zum Vorsitzenden des Streikkomitees wird Lech Walesa gewählt. Aus dieser Bewegung entwickelt sich in den nächsten Tagen die "Unabhängige Selbstverwaltete Gewerkschaft Solidarität". (Im Bild: Lech Walesa. Vor ihm, mit Brille: Anna Walentynowicz.) Bildrechte: dpa

Tschechien

Bunte Krawatten und Fliegen
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Moldau: Unterwegs in einem fremden Land

Die Land zwischen der Ukraine und Rumänien mit seinen gut drei Millionen Einwohnern gilt als Armenhaus Europas. Einst Teil der UdSSR, versucht die unabhängige Republik Moldawien seit 1991 einen eigenen Weg zu gehen.

Menschen mit roten Fahnen vor einer Tribühne
Mai-Demonstration 2014 in der moldauischen Hauptstadt Chisinau: Ein Meer roter Fahnen mit Hammer und Sichel, den Insignien der kommunitischen Bewegung. Bildrechte: Mila Corlateanu
Menschen mit roten Fahnen vor einer Tribühne
Mai-Demonstration 2014 in der moldauischen Hauptstadt Chisinau: Ein Meer roter Fahnen mit Hammer und Sichel, den Insignien der kommunitischen Bewegung. Bildrechte: Mila Corlateanu
Ein großes , mehrgeschossiges Wohnhaus im stalinistischen Baustil. Davor ein Denkmal für die Gefallenen des "Großen Vaterländischen Krieges".
"Hotel Chisinau". Auch in der moldauischen Hauptstadt ist der sogenannte stalinistische Zuckerbäckerstil allgegenwärtig. Im Vordergrund ein Denkmal zur Erinnerung an den "Großen Vaterländischen Krieg". Bildrechte: Mila Corlateanu
Ein dreigeschossiger Plattenbau
Eine Berufsschule in Chisinau, in der in rumänischer Sprache unterrichtet wird. Rumänisch ist neben dem Russischen Amtssprache in Moldau. Bildrechte: Mila Corlateanu
Tisch in einem Café
Café in Chisinau. Auf dem Tisch ein Kärtchen mit dem Hinweis: Reserviert Bildrechte: Mila Corlateanu
Eine Turnhalle mit Flachdach und Parkettboden. Vorne stehen einigen Leute, weiter hinten sitzen Menschen auf Stühlen, die in mehreren Reihen aufgestellt sind.
Festveranstaltung in einer Grundschule in Chisinau. Bildrechte: Mila Corlateanu
Blick in einen Laden mit gekachelten Wänden. Vorne eine Vitrine mit Fischen und Pasten.
Auslage in einem Fischladen Bildrechte: Mila Corlateanu
Ein schmuckloser Speisesaal. In dem flachen Raum mit türkisfarbenen, viereckigen Säulen, stehen nur Tische und Stühle.
Sachlich und nüchtern: Die Kantine eines Betriebes in der moldauischen Hauptstadt. Bildrechte: Mila Corlateanu
Blick von der Straße in ein sehr einfaches Ladengeschäft. Drinnen ist es sehr dunkel. Vor dem Geschäft, unter einem Vordach, stehen Plastikflaschen und Gläser. In Regalen liegen Lebensmittel.
Ein Geschäft auf dem zentralen Markt in Chisinau: Es gibt Wasser, Sonnenblumenöl in großen Plastikflschen und ausländische Servietten. Bildrechte: Mila Corlateanu
Marktstand mit Obst und Gemüse
Das Angebot auf dem Markt der Hauptstadt ist durchaus reichhaltig. Die einstige Sozialistische Sowjetrepublik Moldawien nannte man früher "Garten und Weinberg der UdSSR". Bildrechte: Mila Corlateanu
Frauen mit Kopftüchern stehen an einer Straße und bieten Obst und Gemüse in Kartons an
Bereits auf den zum Markt führenden Straßen bieten ambulante Händler ihre Waren an: Obst und Gemüse aus eigenem Anbau. Bildrechte: Mila Corlateanu
Ein imposantes rundes Gebäude aus Beton. Es ähnelt einem Stadion.
Der Zirkus in Chisinau. Von 1981 bis 2004 gab es hier große Vorstellungen. Bis zu 2.000 Menschen fanden im Haus Platz. 2008 wurde der Zirkus von einer Firma aus Zypern geleast. Doch der Vertrag wurde 2011 wieder aufgelöst, weil sie ihre Zusage, das Haus zu sanieren, nicht gehalten hatte. Bildrechte: Mila Corlateanu
Blick in ein Tal. Zwischen Bäumen stehen Häuser und eine Kirche.
Vor den Toren der Stadt ... Bildrechte: Mila Corlateanu
Landwirtschaft an der Grenze zu Transnistrien: Ein Traktor fährt auf einem unbestellten Feld unmittelbar an einem Zaun entlang.
Feldarbeit an der Grenze: 1992 hat sich ein kleiner Teil des Landes als Transnistrien abgespalten. Bildrechte: Mila Corlateanu
Ein Handwagen, der mit Mais beladen ist. Die Fracht ist mehrere Meter hoch gestapelt.
Handarbeit: Nach dem Zerfall der Sowjetunion und der 1991 errungenen Unabhängigkeit Moldaus kam die Wirtschaft des Landes teilweise zum Erliegen. Noch heute ist in der Landwirtschaft oft Handarbeit an der Tagesordnung, weil Maschinen fehlen. Bildrechte: Mila Corlateanu
Lenin-Denkmal in Chinisau
Und er schaut noch immer übers Land: Lenin. Bildrechte: Mila Corlateanu
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Transnistrien: Ein Staat, den es eigentlich gar nicht gibt

Die "Transnistrische Moldauische Republik" wird von keinem Staat der Welt anerkannt. Dennoch hat Transnistrien ein Parlament, einen Präsidenten, eine Verfassung, eine eigene Währung und sogar eine Nationalhymne.

Riesiges Plakat vor dem städtischen Kulturhaus in Tiraspol zeigt den transnistrischen Präsidenten Igor Smirnow beim Händeschütteln mit Russlands Präsidenten Medwedew vor der Kulisse des Moskauer Kremls
Bildrechte: IMAGO
Riesiges Plakat vor dem städtischen Kulturhaus in Tiraspol zeigt den transnistrischen Präsidenten Igor Smirnow beim Händeschütteln mit Russlands Präsidenten Medwedew vor der Kulisse des Moskauer Kremls
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Staatswappen von Transnistrien mit Hammer und Sichel steht auf einem Aufsteller in Tiraspol
Die "Transnistrische Moldauische Republik" - wie die offizielle Staatsbezeichnung Transnistriens lautet - wird von keinem anderen Land der Welt anerkannt. Völkerrechtlich gehört der winzige Staat zu Moldawien. Dennoch hat Transnistrien einen Präsidenten, ein Parlament, eine Verfassung, eine Armee, eine Währung (die an den Dollar gekoppelt ist) und auch eine Nationalhymne ("Rühmt die Gärten und Fabriken"). Auf der Nationalflagge Transnistriens sind - weltweit einzigartig - Hammer und Sichel abgebildet; der Geheimdienst heißt KGB und das Parlament Oberster Sowjet. Gern wird das Land als "letzter Rest der UdSSR" beschrieben. Bildrechte: IMAGO
Wegweiser zeigen die Richtung nach Chisinau und Odessa
Kishinew 76 Kilometer, Odessa 102 Kilometer - das zeigt ein Wegweiser in der Hauptstadt Tiraspol an und verweist damit auch auf die geostrategische Lage der "Transnistrischen Moldauischen Republik", einem schmalen Fleckchen Land, eingezwängt zwischen Moldawien und der Ukraine. Bildrechte: IMAGO
Velika Kisnitsa Grenzübergang im transnistrischen Teil des moldauisch-ukrainischen Grenzgebietes
Die Grenze zwischen Transnistrien und Moldawien wird seit 1992 von einer russischen Friedenstruppe bewacht. Transnistrien war bis 1940 als autonome Republik Teil der Ukraine. 1940 schlug Stalin sie aber Moldawien zu. Als die UdSSR zerfiel, widersetzten sich die Bewohner Transnistriens - mehrheitlich Russen und Ukrainer - einer wie sie behaupteten drohenden "Rumänisierung" Moldawiens und forderten einen eigenen Staat. Der Konflikt gipfelte in einem sechswöchigen Bürgerkrieg, in dem mehr als 1.000 Menschen starben. Die Auseinandersetzung, bei der auf Seiten der Separatisten heimlich auch russische Freiwillige kämpften, wurde schließlich von der 14. Russischen Armee unter General Lebed beendet und die "Transnistrische Moldauische Republik" ausgerufen - ein Phantomstaat mit einer halben Million Einwohner im Osten Moldawiens, knapp 230 Kilometer lang und an manchen Stellen kaum breiter als 40 Kilometer. Bildrechte: IMAGO
Die Doppelbotschaft von Abchasien und Süd-Ossetien
In Tiraspol befinden sich genau zwei Botschaften: die von Abchasien und die von Südossetien. Beides ebenfalls Staaten, die (außer von Russland) offiziell nicht anerkannt sind. Beide Botschafter teilen sich ein Büro. Bildrechte: Kati Molnar
Riesiges Plakat vor dem städtischen Kulturhaus in Tiraspol zeigt den transnistrischen Präsidenten Igor Smirnow beim Händeschütteln mit Russlands Präsidenten Medwedew vor der Kulisse des Moskauer Kremls
Der schmucke und aufwändig sanierte Kulturpalast in Tiraspol. Das riesige Plakat davor zeigt Igor Smirnov, von 1992 bis 2011 Transnistriens Präsident, und Dmitri Medwedew, den Ministerpräsidenten der Russischen Föderation. Transnistrien ist von Moskau sowohl politisch als auch wirtschaftlich abhängig. Russland liefert kostenlos Gas, zahlt kleine Zusatzrenten an die Pensionäre und errichtet Krankenhäuser. Anerkannt hat Russland Transnistrien aber nicht. Und auch wenn die überwältigende Mehrheit der Transnistrier immer wieder fordert, an Russland angeschlossen zu werden - es passiert nichts. Ganz offensichtlich scheint es den Machthabern im Kreml günstiger zu sein, alles in der Schwebe zu lassen. Sie haben auch so absolute Kontrolle. Und auch 2.000 Soldaten im Land stationiert. Angeblich, um Munitionsdepots aus Zeiten der UdSSR zu sichern. Bildrechte: IMAGO
Leninstatue in Tiraspol
Revolutionsführer Lenin ist noch überall im Land präsent: vor dem Parlamentsgebäude, vor Stadtverwaltungen, auf Plätzen und in Parkanlagen. "Land der Lenin-Statuen" wird Transnistrien genannt. Nirgendwo soll es mehr Lenin-Statuen geben als hier. Bildrechte: IMAGO
Zwei Frauen mit Hund auf dem Arm warten an einem Zeitungskiosk in Tiraspol.
Ein Zeitungskiosk in Tiraspol. Die staatlich gelenkten und kontrollierten Medien in Transnistrien haben eine wichtige propagandistische Funktion. So schüren sie etwa Ängste vor einer angeblichen Bedrohung durch Rumänien, Moldawien und die USA und beschreiben Transnistrien als eine Speerspitze der Slawen im Kampf gegen verderbliche westliche Werte. Zeitungen aus Moskau und gar aus Chisinau sind durchaus erhältlich, aber so teuer, dass sie sich kaum jemand leisten kann. Bildrechte: IMAGO
Sowjetische Kinder spielen Fußball zwischen Plattenbauten in Ribniza
Plattenbauten aus den 1970er-Jahren prägen das Bild der Transnistrischen Städte. Bildrechte: IMAGO
Ein ältere Frau mit blauem Einkaufsbeutel geht durch eine heruntergekommene Plattenbausiedlung aus der Sowjetzeit in Tiraspol
Damals waren es Vorzeigesiedlungen mit fließend warmem Wasser und Fernheizung. Heute sind die Blöcke oft heruntergekommen, das Geld für eine Sanierung aber fehlt. Es bleibt nur hier wohnen, wer sich nichts anderes leisten kann. 200 Euro beträgt übrigens das durchschnittliche Monatseinkommen in Transnistrien. Bildrechte: IMAGO
Zwei junge Frauen flanieren auf der Strasse des 25. Oktober in Tiraspol.
Tiraspol ist keine heruntergekommene, ärmliche Stadt. Im Gegenteil. Die alten Oberleitungsbusse verkehren pünktlich, die Fassaden der alten zweigeschossigen Häuser im Zentrum sind frisch getüncht, die Trottoirs ordentlich gepflastert. Auf den Straßen schweben oft große Limousinen mit getönten Scheiben vorbei - Transnistrien gilt als Mekka des Schmuggels und Schwarzhandels. Bildrechte: IMAGO
auf dem Djnestr in Transistrien
Ein Ausflugsdampfer auf dem Dnjestr. Der Fluss schlängelt sich durch die Hauptstadt Tiraspol und bildet an vielen Stellen auch die natürliche Grenze zu Moldawien. Bildrechte: Mila Corlateanu
Fluss in Tiraspol (Dnjestr)
Die Parkanlagen und Promenaden entlang des Dnjestr sind so gepflegt und sauber wie in den sowjetischen Propagandafilmen der 1950er-Jahre; kein Papier und keine Zigarettenkippen auf den Wegen, die Papierkörbe immer geleert. Eine der touristischen Attraktionen ist übrigens die Festung Bender oberhalb des Dnjestr - hier soll der Baron Münchhausen auf der Kanonenkugel geritten sein. Bildrechte: Mila Corlateanu
Niederlassung des ganz Transnistrien beherrschenden Sheriff-Konzerns vor Plattenbauten in Tiraspol.
Das erfolgreichste Unternehmen des Landes heißt "Sheriff". Es ist ein Mischkonzern, den zwei Polizisten 1993 gegründet haben. "Sheriff" gehören Tankstellen, eine Kaviarfabrik, diverse Großbäckereien und Supermärkte, eine Mercedes-Vertretung, ein Luxus-Hotel, eine Schnapsbrennerei, ein großes Spielcasino sowie der Fußballclub "Sheriff Tiraspol". Bildrechte: IMAGO
Moskwitsch fährt über die Dorfstrasse in Tschobrutschi
Hinter der Hauptstadt Tiraspol: staubige Wege, gesäumt von Apfelbäumen, Weinbergen und kleinen Gärten, in den die Leute Obst und Gemüse anbauen. Bildrechte: IMAGO
Eine Marktfrau in Tiraspol
Marktfrauen, wie hier auf dem zentralen Markt in Tiraspol, halten Obst und Gemüse aus eigenem Anbau feil und versuchen sich damit ihre kargen Renten aufzubessern. Bildrechte: Mila Corlateanu
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Web-Clips

Osteuropa

Serielle Darstellung einer estikulierenden Frau mit Sprechblase
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Ein Mann auf einer Baustelle.
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Vladimir Putin
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Wegen der westlichen Wirtschaftssanktionen will Russland Importe durch eigene Produkte ersetzen. So will es die Regierung. Die Pläne sind ehrgeizig. Sind sie auch realistisch?
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Interview im Zug
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Hobbysoldat mit Raketenwerfer.
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Zwei junge Leute sitzen auf dem Boden eines Zimmers
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Das Massaker von Odessa
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Eine Smartphone zeigt eine App
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Bibiana Barth
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Unsere Medien sind heute bildgewaltig wie nie. Doch sind Sie sich sicher, dass die Bilder immer genaus das zeigen, was sie zeigen sollen?

Mo 19.10.2015 14:23Uhr 02:31 min

http://www.mdr.de/heute-im-osten/video304246.html

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