2. Mai 1813 Die Schlacht bei Großgörschen - Beginn der "Befreiungskriege"

Am 2. Mai 1813 treffen bei Großgörschen die Heere Napoleons und der verbündeten Preußen und Russen aufeinander. Die Schlacht gilt als Beginn der "Befreiungskriege". Zehntausende Soldaten beider Seiten verlieren ihr Leben. Der Franzosen-Kaiser erringt einen seiner letzten Siege ...

In dem zwischen Lützen und Pegau gelegenen Dörferviereck Großgörschen, Kleingörschen, Raja und Kaja treffen am 2. Mai 1813 etwa 145.000 Soldaten Napoleons und 88.000 verbündete Preußen und Russen aufeinander.

Einer von Napoleons letzten Siegen

Im Verlauf der Schlacht wechseln die genannten Dörfer mehrfach den Besitzer. Erst am Abend gelingt es den zahlenmäßig überlegenen Franzosen, die Oberhand zu gewinnen. Preußen und Russen räumen daraufhin das Schlachtfeld und ziehen sich in Richtung Dresden und später in die Oberlausitz zurück. Napoleon hat nach der Vernichtung seiner "Grande Armeé" in Russland 1812 erstmals wieder einen Sieg errungen. Allerdings ist dieser teuer erkauft: 22.000 seiner Soldaten, darunter auch viele Deutsche aus den damals zu Frankreich gehörenden deutschen Gebieten und den Rheinbundstaaten, bleiben auf dem Schlachtfeld. Die Verbündeten verlieren rund 11.500 Mann. Ein Resultat der Schlacht bei Großgörschen ist es, dass der sächsische König, Friedrich August I. (1750-1827), Napoleon die Treue und das Bündnis hält.

Mangels ausreichender Kavallerie gelingt es dem Franzosen-Kaiser nicht, die verbündeten Preußen und Russen wirksam zu verfolgen oder gar zu vernichten. Bei Bautzen treten sie ihm am 20. Mai abermals gegenüber, ohne erneut entscheidend geschlagen zu werden.

Die Entscheidungsschlacht, die Napoleon seit Großgörschen gesucht hatte, sollte noch ein knappes halbes Jahr auf sich warten lassen. Sie besiegelt sein Ende: Vom 16. bis 19. Oktober 1813 besiegt eine Koalition aus Preußen, Russen, Österreichern und Schweden Napoleons Heer in der Völkerschlacht bei Leipzig. Die Vorherrschaft des Franzosen-Kaisers über Deutschland und Europa ist damit endgültig gebrochen. Mit ihm gehört der sächsische König Friedrich August I. zu den großen Verlierern.

Festprogramm und Ausstellungen

Gerhard David von Scharnhorst
Gerhard von Scharnhorst (1755-1813): Der preußische General zog sich bei Großgörschen eine Beinverwundung zu, an der er später starb. Bildrechte: IMAGO

Mit einem mehrtägigen Programm aus Gedenkfeiern, einem internationalen Biwak, Paraden und Gefechtsdarstellungen wurde am 2. Mai 2013 an das Ereignis erinnert. Höhepunkt war die Darstellung eines Gefechts auf dem historischen Schlachtfeld, an dem etwa 1.700 Darsteller in originalgetreuen Uniformen teilnahmen. Schirmherr der Gedenkfeier, die in Erinnerung an den bei Großgörschen verwundeten preußischen General und Militärreformer Gerhard von Scharnhorst traditionell "Scharhorstfest" heißt, war Sachsen-Anhalts Kultusminister Stephan Dorgerloh.

Begleitet wird das 200. Jubiläum der Schlacht, die in Frankreich als "Bataille de Lützen" bekannt ist, durch Sonderausstellungen regionaler Museen. So thematisiert das Museum im Schloss Lützen unter dem Titel "Die Schlacht von Großgörschen - zwischen Borodino und Waterloo" den Aufstieg und Fall Napoleons sowie den Einfluss des Franzosen-Kaisers auf Europa. Das Museum Weißenfels zeigt eine Ausstellung zum Thema "Nach der Schlacht - Weißenfels als Lazarettstandort" und das Dorfmuseum Großgörschen widmet sich dem Leben und Wirken Scharnhorsts.

Literatur zur Schlacht bei Großgörschen Maik Reichel [Hrsg.] u.a.: Napoleon: Vor dem Fall - Großgörschen 1813
Wettin-Löbejün, Stekovics, 2013
320 Seiten, meist farbige Abbildungen
ISBN-10: 3899233069
Preis: 24,80 Euro

Hartmut Bücker, Dieter Hartig: Das Gefecht bei Rippach am 1.5.1813 /Die Schlacht bei Grossgörschen am 2.5.1813 /Der Überfall bei Kitzen auf das Lützow'sche Freikorps am 17.6.1813
Schwäbisch Hall, Bücker 2004
155 Seiten
ISBN-10: 3000139036
14,90 Euro

Zuletzt aktualisiert: 05. Mai 2013, 17:57 Uhr