Nachrichten & Themen
Mediathek & TV
Audio & Radio
KontaktKontaktPodcastPodcastNachhörenTeam

Die MedienschauKommentare zur Putin-Rede

Stand: 30. September 2022, 21:50 Uhr

Die Mitteldeutsche Zeitung aus Halle schreibt: "Erst eine große Rede im Kreml-Palast, dann die Unterzeichnung der Verträge, dann eine Show auf dem Roten Platz. Es lief ab wie in der alten Sowjetunion, bloß mit modernerer Technik und schrilleren Bildern."

Die Frankfurter Allgemeine geht näher auf den Inhalt der Rede ein: "Die Lügen und den Kolonialismus, die Putin dem Westen vorwarf, praktiziert er in der Ukraine selbst. Dass er große Teile seiner Rede wieder zu einer Generalabrechnung mit der angeblichen westlichen Hegemonie nutzte, zeigt, wie zweitrangig ihm das Schicksal der Menschen in Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja ist. Er sieht sich im großen historischen Wertekampf mit dem Westen."

Daran anschließend die Stuttgarter Nachrichten : "Putin geht mit Volldampf auf Konfrontationskurs gegenüber dem westlichen Teil der Welt - und ist nicht mehr bereit, sich an gemeinsame Regeln zu halten. Die Rede des russischen Präsidenten lässt keinen Zweifel daran, dass er sich so sehr in seinem kruden Weltbild verrannt hat, das er keinen Weg zurück mehr findet."

Der Reutlinger Generalanzeiger wirft einen Blick ins Innere Russlands: "Tausende Männer, die in den Krieg ziehen sollen, fliehen aus dem Land. Immer mehr aus dem Volk trauen sich zu protestieren gegen einen Krieg, den sie nicht wollten. So bleibt dem Westen die Hoffnung auf eine innere Lösung."

Auf Bild.de ist folgendes zu lesen: "Putin hat mit der Annexion für sich Fakten geschaffen. Die Reaktion aus Deutschland kann nur eine sein: Die ukrainische Armee muss militärisch noch mehr unterstützt werden, damit sie die besetzten Regionen befreien kann. Wenn das nicht geschieht, wird die Ukraine, aber am Ende auch der ganze Westen, für immer erpressbar von Putin sein."

Abschließend die Leipziger Volkszeitung : "Man kann davon ausgehen, dass auch für Wladimir Putin immer noch die Doktrin der nuklearen Abschreckung gilt, die umgangssprachlich ausgedrückt besagt: Wer zuerst schießt, stirbt als Zweiter. Aber deswegen muss der Kreml nicht vor dem Einsatz taktischer Atomwaffen in der Ukraine zurückschrecken. Es gibt keinerlei Garantie dafür, dass Putin bei den nun annektierten Gebieten haltmacht. Letztlich bedroht er alle ehemaligen Sowjetrepubliken und auch Europa."