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Flucht über Prag

Flucht über die Prager Botschaft

Wie ging es damals, im Sommer 1989, auf dem Gelände der Prager Botschaft zu, als dort Tausende DDR-Bürger campierten und auf ihre Ausreise in den Westen hofften? Eine Chronologie der Ereignisse in Bildern.

Auf dem Gelände der bundesdeutschen Botschaft in Prag ist ein Zeltlager für DDR-Bürger aufgebaut
Mitte August: Die bundesdeutsche Botschaft in Prag wird ebenso wie die westdeutschen Botschaften in Ostberlin, Warschau und Budapest zum Zufluchtsort von ausreisewilligen DDR-Bürgern. Am 19. August 1989 leben rund 120 Flüchtlinge dort, täglich kommen 20 bis 50 weitere hinzu. Am 23. August muss der Botschafter Hermann Huber das Lobkowicz-Palais wegen Überfüllung für den Publikumsverkehr schließen. Bildrechte: dpa
Auf dem Gelände der bundesdeutschen Botschaft in Prag ist ein Zeltlager für DDR-Bürger aufgebaut
Mitte August: Die bundesdeutsche Botschaft in Prag wird ebenso wie die westdeutschen Botschaften in Ostberlin, Warschau und Budapest zum Zufluchtsort von ausreisewilligen DDR-Bürgern. Am 19. August 1989 leben rund 120 Flüchtlinge dort, täglich kommen 20 bis 50 weitere hinzu. Am 23. August muss der Botschafter Hermann Huber das Lobkowicz-Palais wegen Überfüllung für den Publikumsverkehr schließen. Bildrechte: dpa
Ausreisewillige DDR-Bürger steigen am 1989 mit ihren Kindern über den Zaun der bundesdeutschen Botschaft in der tschechoslowakischen Hauptstadt Prag
Vor allem junge Menschen und junge Familien mit Kindern riskieren trotz Polizei-Streifen den Sprung über die Mauer auf das Botschaftsgelände. Bildrechte: dpa
Ausreisewillige DDR-Bürger finden in der Prager Botschaft der Bundesrepublik Deutschland beziehungsweise in Zelten davor eine Unterkunft.
Im Park der Botschaft werden Zelte und sanitäre Anlagen aufgestellt. Die meiste Zeit verbringen die Flüchtlinge mit dem stundenlangen Schlangestehen vor den WC. Bildrechte: dpa
DDR-Bürger klettern in die Prager Botschaft
Da die ČSSR ab dem 24. August die Kontrollen an der Grenze zu Ungarn verschärft, wird die Prager Botschaft immer mehr zum Sammelpunkt für DDR-Flüchtlinge. Zeitweise halten sich bis zu 4.000 Flüchtlinge gleichzeitig auf dem Botschaftsgelände auf. Bildrechte: dpa
Botschaftsflüchtlinge in Prag 1989
Nicht allen gelingt die Flucht in die Botschaft. Einige werden noch am Zaun zum Botschaftsgarten von der tschechischen Polizei zurückgehalten und die DDR zurückgebracht. Bildrechte: IMAGO
Geheimdokument der Prager Kommunisten vom 29.09.1989
29.09.1989: Die Situation wird immer dramatischer. Die tschechoslowakische Parteiführung fordert deshalb in diesem Telegramm vom 29.9.1989 die DDR auf, endlich aktiv eine Lösung herbeizuführen und schlägt vor: "Die DDR könne doch anlässlich des 40. Jahrestages ihrer Gründung eine Amnestie verkünden. […] Die DDR wird Busse zustellen und ihre Bürger […] über das DDR-Gebiet an die BRD-Grenze transportieren, dort entlassen." Bildrechte: Archiv des Auswärtigen Amtes Prag
Telegramm vom DDR-Außenminster in Prag, Ziebart, an SED-Politbüromitglieder (BStU Berlin. MfS, HA II, 32922, Bl. 5-7)
29.09.1989, 16:35 Uhr: Noch am selben Tag wird eine kurzfristige Politbüro-Sitzung einberufen, die über im Blitztelegramm von Helmut Zierbart, dem DDR-Außenminster in Prag, aufgelisteten Forderungen und Vorschläge der Genossen aus Prag berät. 29.09.1989, 17:20 Uhr: Die Krisensitzung des Politbüros dauert lediglich 20 Minuten. Das Politbüro stimmt einstimmig den Forderungen der tschechoslowakischen Genossen zu: "Dem Vorschlag, die in den Botschaften der BRD in Prag und Warschau befindlichen DDR-Bürger mit Zügen der Deutschen Reichsbahn von Prag bzw. Warschau über das Territorium der Deutschen Demokratischen Republik in die BRD zu transportieren, wird zugestimmt." Bildrechte: BStU
Hans Dietrich Genscher, 30. September 1989 in Prag
30.09.1989, 18.58 Uhr: Der bundesdeutsche Außenminister Hans-Dietrich Genscher ist nach Prag gereist, um den Flüchtlingen die Ausreise mitzuteilen - einer der bewegendsten Tag im Leben Genschers. Bildrechte: dpa
Ausreisewillige DDR-Bürger steigen Anfang Oktober 1989 auf dem Prager Bahnhof in einen bereitstehenden Zug, der sie in die Bundesrepublik bringen wird.
30.09.1989, 21:00 Uhr: Doch die Ausreisegenehmigung hat einen Haken: Die DDR-Flüchtlinge werden in verriegelten Sonderzügen über das Territorium der DDR in die Bundesrepublik gebracht, was bei vielen Ausreisewilligen Angst und Sorge auslöst. Noch in derselben Nacht verlässt der erste Zug mit DDR-Flüchtlinge Prag. Bildrechte: dpa
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