Damals im Osten

Cruglic - ein Dorf ohne Männer

In Cruglic, einem moldawischen Dorf, wohnen rund 2.800 Menschen - offiziell, denn viele von ihnen sind wegen der Arbeit in die Fremde gezogen. Vor allem Männer sind dadurch in Cruglic zu einer seltenen Spezies geworden.

Schuhe stehen auf einer Verande.
Männerschuhe auf der Veranda? Im moldawischen Dorf Cruglic oft eine Fehlanzeige. Ungefähr jeder zweite Mann im arbeitsfähigen Alter ist nicht zu Hause, weil er in Russland arbeitet. Dort verdienen sie ungefähr zehn Mal mehr Geld als im eigenen Land. In Moldawien würden sie für ihren Job umgerechnet 50 Euro bekommen, in Russland dagegen würden sie rund 1.000 Euro verdienen. Aufgrund des schlechten Rubelkurses ist dieser Verdienst aber auch nur noch 500 Euro wert. Bildrechte: MDR/Markus Zergiebel
Schuhe stehen auf einer Verande.
Männerschuhe auf der Veranda? Im moldawischen Dorf Cruglic oft eine Fehlanzeige. Ungefähr jeder zweite Mann im arbeitsfähigen Alter ist nicht zu Hause, weil er in Russland arbeitet. Dort verdienen sie ungefähr zehn Mal mehr Geld als im eigenen Land. In Moldawien würden sie für ihren Job umgerechnet 50 Euro bekommen, in Russland dagegen würden sie rund 1.000 Euro verdienen. Aufgrund des schlechten Rubelkurses ist dieser Verdienst aber auch nur noch 500 Euro wert. Bildrechte: MDR/Markus Zergiebel
Frau an einem Brunnen in Cruglic
"Fließend Wasser" gibt es im moldawischen Dorf Cruglic nicht. Die Bewohner müssen ihr Wasser aus dem Dorfbrunnen schöpfen, mindestens mehrere Eimer täglich. Vor allem, wenn Ekatarina waschen will, ist das Wasserholen eine große Schinderei, denn auch dabei fehlt männliche Unterstützung. Bildrechte: MDR/Markus Zergiebel
Mann fährt mit einem Pferdegespann auf einer Straße in einem Dorf.
Einige Männer sind in Cruglic noch anzutreffen, denn selbst in Russland wird es schwerer, eine Arbeit zu finden. Bildrechte: MDR/Markus Zergiebel
Frau mit Kindern vor Wandteppich
Auch diese Familie muss auf die Weise auf den Vater verzichten. Ekatarina Verdes ist verheiratet und doch eine alleinerziehende Mutter. Ihr Mann arbeitet seit zwölf Jahren in Russland, in Petersburg. Seine Frau, seine Kinder Alexandrina und Vasile sowie Oma Ana sieht er nur zweimal im Jahr für ein paar Tage. Bildrechte: MDR
Hochzeitsfoto
Am Hochzeitsbild von Ekatarina und ihrem Mann hat schon der Zahn der Zeit genagt. Bildrechte: MDR/Markus Zergiebel
Mehrere Menschen sitzen an einem Esstisch.
Ostblogger Danko (r.) und sein Team sind also fast allein unter Frauen in Cruglic und eine willkommene Abwechslung im Dorfleben. Und weil an diesem Tag Anfang März in Moldawien Frühlingsanfang gefeiert wird, fällt die ohnehin gastfreundliche Bewirtung noch üppiger aus, trotz der ärmlichen Lebensverhältnisse. Für die Besucher aus Deutschland wurden extra mit Reis gefüllte Weinblätter zubereitet. Bildrechte: MDR/Markus Zergiebel
Eine Frau steht in ihrer Stube, im Hintergrund hängt ein Wandteppich.
Das Ostblogger-Team wird natürlich auch die Schatzkammer der Familie Verdes geführt. Jede Familie in Moldawien hat ein solches Zimmer, wo die Kostbarkeiten des Hauses aufbewahrt werden, das gute Geschirr, teure Bettwäsche und eben auch der Fernseher. Bildrechte: MDR/Markus Zergiebel
Menschen bei einem Gebet.
Frauen mit Kopftüchern dominieren auch den Gottesdienst in der orthodoxen Kirche in Cruglic. Auch wenn die Männer des Dorfes ihr Geld in Russland verdienen - die Stimmung hier ist keineswegs prorussisch und Putin ist für die Menschen hier keine gütiger Zar, viel eher "Iwan der Schreckliche". Gestern die Krim, heute die Ukraine und morgen vielleicht unser Moldawien, fragen sie sich hier - und beten für Frieden. Bildrechte: MDR/Markus Zergiebel
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Flucht über Prag

Flucht über die Prager Botschaft

Wie ging es damals, im Sommer 1989, auf dem Gelände der Prager Botschaft zu, als dort Tausende DDR-Bürger campierten und auf ihre Ausreise in den Westen hofften? Eine Chronologie der Ereignisse in Bildern.

Auf dem Gelände der bundesdeutschen Botschaft in Prag ist ein Zeltlager für DDR-Bürger aufgebaut
Mitte August: Die bundesdeutsche Botschaft in Prag wird ebenso wie die westdeutschen Botschaften in Ostberlin, Warschau und Budapest zum Zufluchtsort von ausreisewilligen DDR-Bürgern. Am 19. August 1989 leben rund 120 Flüchtlinge dort, täglich kommen 20 bis 50 weitere hinzu. Am 23. August muss der Botschafter Hermann Huber das Lobkowicz-Palais wegen Überfüllung für den Publikumsverkehr schließen. Bildrechte: dpa
Auf dem Gelände der bundesdeutschen Botschaft in Prag ist ein Zeltlager für DDR-Bürger aufgebaut
Mitte August: Die bundesdeutsche Botschaft in Prag wird ebenso wie die westdeutschen Botschaften in Ostberlin, Warschau und Budapest zum Zufluchtsort von ausreisewilligen DDR-Bürgern. Am 19. August 1989 leben rund 120 Flüchtlinge dort, täglich kommen 20 bis 50 weitere hinzu. Am 23. August muss der Botschafter Hermann Huber das Lobkowicz-Palais wegen Überfüllung für den Publikumsverkehr schließen. Bildrechte: dpa
Ausreisewillige DDR-Bürger steigen am 1989 mit ihren Kindern über den Zaun der bundesdeutschen Botschaft in der tschechoslowakischen Hauptstadt Prag
Vor allem junge Menschen und junge Familien mit Kindern riskieren trotz Polizei-Streifen den Sprung über die Mauer auf das Botschaftsgelände. Bildrechte: dpa
Ausreisewillige DDR-Bürger finden in der Prager Botschaft der Bundesrepublik Deutschland beziehungsweise in Zelten davor eine Unterkunft.
Im Park der Botschaft werden Zelte und sanitäre Anlagen aufgestellt. Die meiste Zeit verbringen die Flüchtlinge mit dem stundenlangen Schlangestehen vor den WC. Bildrechte: dpa
DDR-Bürger klettern in die Prager Botschaft
Da die ČSSR ab dem 24. August die Kontrollen an der Grenze zu Ungarn verschärft, wird die Prager Botschaft immer mehr zum Sammelpunkt für DDR-Flüchtlinge. Zeitweise halten sich bis zu 4.000 Flüchtlinge gleichzeitig auf dem Botschaftsgelände auf. Bildrechte: dpa
Botschaftsflüchtlinge in Prag 1989
Nicht allen gelingt die Flucht in die Botschaft. Einige werden noch am Zaun zum Botschaftsgarten von der tschechischen Polizei zurückgehalten und die DDR zurückgebracht. Bildrechte: IMAGO
Geheimdokument der Prager Kommunisten vom 29.09.1989
29.09.1989: Die Situation wird immer dramatischer. Die tschechoslowakische Parteiführung fordert deshalb in diesem Telegramm vom 29.9.1989 die DDR auf, endlich aktiv eine Lösung herbeizuführen und schlägt vor: "Die DDR könne doch anlässlich des 40. Jahrestages ihrer Gründung eine Amnestie verkünden. […] Die DDR wird Busse zustellen und ihre Bürger […] über das DDR-Gebiet an die BRD-Grenze transportieren, dort entlassen." Bildrechte: Archiv des Auswärtigen Amtes Prag
Telegramm vom DDR-Außenminster in Prag, Ziebart, an SED-Politbüromitglieder (BStU Berlin. MfS, HA II, 32922, Bl. 5-7)
29.09.1989, 16:35 Uhr: Noch am selben Tag wird eine kurzfristige Politbüro-Sitzung einberufen, die über im Blitztelegramm von Helmut Zierbart, dem DDR-Außenminster in Prag, aufgelisteten Forderungen und Vorschläge der Genossen aus Prag berät. 29.09.1989, 17:20 Uhr: Die Krisensitzung des Politbüros dauert lediglich 20 Minuten. Das Politbüro stimmt einstimmig den Forderungen der tschechoslowakischen Genossen zu: "Dem Vorschlag, die in den Botschaften der BRD in Prag und Warschau befindlichen DDR-Bürger mit Zügen der Deutschen Reichsbahn von Prag bzw. Warschau über das Territorium der Deutschen Demokratischen Republik in die BRD zu transportieren, wird zugestimmt." Bildrechte: BStU
Hans Dietrich Genscher, 30. September 1989 in Prag
30.09.1989, 18.58 Uhr: Der bundesdeutsche Außenminister Hans-Dietrich Genscher ist nach Prag gereist, um den Flüchtlingen die Ausreise mitzuteilen - einer der bewegendsten Tag im Leben Genschers. Bildrechte: dpa
Ausreisewillige DDR-Bürger steigen Anfang Oktober 1989 auf dem Prager Bahnhof in einen bereitstehenden Zug, der sie in die Bundesrepublik bringen wird.
30.09.1989, 21:00 Uhr: Doch die Ausreisegenehmigung hat einen Haken: Die DDR-Flüchtlinge werden in verriegelten Sonderzügen über das Territorium der DDR in die Bundesrepublik gebracht, was bei vielen Ausreisewilligen Angst und Sorge auslöst. Noch in derselben Nacht verlässt der erste Zug mit DDR-Flüchtlinge Prag. Bildrechte: dpa
In und vor der bundesdeutschen Botschaft in Prag warten DDR-Bürger, die in die Bundesrepublik ausreisen möchten. (4. Oktober 1989)
4.10.1989: Nachdem sich am 1. Oktober die Botschaft geleert hatte, setzte eine zweite Ausreisewelle ein. Erneut fanden sich Tausende Ausreisewillige ein. Am 4. Oktober wurden über 5000 DDR-Bürger im Gelände, weitere 2000 davor gezählt. Auch sie dürfen in verriegelten Sonderzügen in die Bundesrepublik ausreisen. Am Dresdener Hauptbahnhof kommt es in der Nacht zum 5. Oktober zu einer Straßenschlacht zwischen Ordnungskräften und etwa 10.000 Demonstranten, die auf die Flüchtlingszüge aufspringen wollen. Bildrechte: dpa
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Die großen Deals der Einheit

Badevergnügen im Osten

Ausgezeichnete Strände in Osteuropa

An den Küsten Osteuropas gibt es Dutzende Strände, die mit der "Blauen Flagge", dem internationalen Gütesiegel für sauberen und sicheren Badespaß, ausgezeichnet sind - vor allem an der Adria und dem Schwarzen Meer.

Menschen am Strand, Hotels im Hintergrund
Die "Blaue Flagge" wurde bislang an Dutzende Strände in Osteuropa verliehen. In Bulgarien wehen zwei "Blaue Flaggen", eine davon in Slanchev bryag, am Sonnenstrand, in der Bucht von Nessebar. Bildrechte: dpa
Menschen am Strand, Hotels im Hintergrund
Die "Blaue Flagge" wurde bislang an Dutzende Strände in Osteuropa verliehen. In Bulgarien wehen zwei "Blaue Flaggen", eine davon in Slanchev bryag, am Sonnenstrand, in der Bucht von Nessebar. Bildrechte: dpa
Badende Menschen am Strand von Sozopol
Sozopol liegt auf mehreren kleinen Halbinseln an den Ufern des Schwarzen Meers. Der mit einer "Blauen Flagge" ausgezeichnete feine Sandstrand der Stadt befindet sich zwischen stark zerklüfteten und steil ins Meer hinabfallenden Felsen. Bildrechte: dpa
Ausgezeichnet mit der "Blauen Flagge" ist auch das Sol- und Kurban Kolberg (Kołobrzeg) an der polnischen Ostseeküste.
In Polen finden sich gleich mehrere Strände mit dem internationalen Gütesiegel - einer davon ist dem Sol- und Kurbad Kolberg (Kołobrzeg) an der Ostseeküste verliehen worden. Bildrechte: IMAGO
Misdroy (Międzyzdroje) auf der Insel Wolin Blick aufs Meer - Küste - Blick auf' s Meer
Der feine Sandstrand des altehrwürdigen polnischen Kurbads Misdroy (Międzyzdroje) auf der Insel Wollin zieht sich an der Promenade der Stadt entlang bis hinaus zur Steilküste. Dort ist es auch im Sommer etwas stiller und nicht gar so trubelig. Bildrechte: IMAGO
Der Hafen von Porec
Rund um das auf einer Halbinsel gelegene istrische Städtchen Poreč gibt es sieben Strände, an denen allesamt die "Blaue Flagge" weht. Besonders beliebt ist der "Stadtstrand", der sich vom historischen Zentrum bis in ein Pinienwäldchen am Rand von Poreč hinzieht. Bildrechte: IMAGO
Fažana in Kroatien.
Einstmals war Fažana ein stilles Fischerdorf gewesen, von dessen Hafen Jugoslawiens Präsident Tito stets in seine Residenz auf der Brionischen Insel übersetzte. Wenn der Präsidententross anrauschte, war es mit der Beschaulichkeit kurzzeitig vorbei. Heute ist Fažana ein trubeliger Touristenort, dessen Strand allerdings höchsten Standards entspricht.
Bildrechte: IMAGO
Balaton, Ungarn
In Ungarn weht nur eine "Blaue Flagge" - in Balatongyörök, einem alten Kurort am Nordwestufer des Plattensees, in dessen Villen einst Künstler und Prominente ihre Sommer verbrachten. Die am östlichen Ortsrand gelegene Anhöhe mit Namen "Szepkilato" bietet einen schönen Blick über die Landschaft und den See. Bildrechte: dpa
Hochhäuser und Neubauten und Kräne säumen einen Strand
In Rumänien weht eine "Blaue Flagge" an einem Strandabschnitt in Mamaia am Schwarzen Meer. Der feinsandige Strand, der zu einem Luxushotel gehört, ist an manchen Stellen 300 Meter breit und fällt sacht ins Meer hinab. Bildrechte: IMAGO
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Spezial-Tipps

Hand an einer Maus
Bildrechte: colourbox.com