Damals im Osten

21. März 1927: Hans-Dietrich Genscher geboren

Besuch in der Heimatstadt Hans-Dietrich Genscher in Halle

Jahrzehnte prägte Hans-Dietrich Genscher die deutsche Politik. Hier Bilder aus dem bewegten Leben des beliebten Politikers, der in Halle-Reideburg geboren wurde.

Michail Gorbatschow, Hans-Dietrich Genscher und Henry Kissinger in Halle
Michail Gorbatschow, Hans-Dietrich Genscher und Henry Kissinger 1993 beim Spaziergang in Halle. Bildrechte: Archiv der Franckeschen Stiftungen
Ex-Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) steht vor seinem Geburtshaus in Halle (Saale).
Hans-Dietrich Genscher vor seinem Geburtshaus in Halle/Reideburg. Das Gebäude wurde saniert und beherbergt die "Bildungs-und Begegnungsstätte Deutsche Einheit". Bildrechte: dpa
Michail Gorbatschow, Hans-Dietrich Genscher und Henry Kissinger in Halle
Michail Gorbatschow, Hans-Dietrich Genscher und Henry Kissinger 1993 beim Spaziergang in Halle. Bildrechte: Archiv der Franckeschen Stiftungen
Sichtlich amüsiert setzt der deutsche Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) eine mit übergroßen Ohren ausgestattete "Genschman-Maske" auf. Die Maske wurde ihm am 23. September 1989 beim "Tag der offenen Tür" vom "Genschman-Fanclub" in der Bonner Villa Hammerschmidt übergeben.
Sichtlich amüsiert setzt Hans-Dietrich Genscher eine mit übergroßen Ohren ausgestattete "Genschman-Maske" auf. Die Maske wurde ihm am 23. September 1989 beim "Tag der offenen Tür" vom "Genschman-Fanclub" in der Bonner Villa Hammerschmidt übergeben. Bildrechte: dpa
Hans-Dietrich Genscher
Genscher in seinem zum Kult gewordenen gelben Pullunder. Bildrechte: dpa
Das Geburtshaus von Hans-Dietrich Genscher (ehemaliger FDP-Vorsitzender) in Halle-Reideburg
Das Geburtshaus von Hans-Dietrich Genscher in Halle-Reideburg, aufgenommen im Sommer 1993. Bildrechte: dpa
Studentenausweis Hans-Dietrich Genscher
Hans-Dietrich Genschers Studentenausweis. Genscher studierte Jura an der Universität Halle-Wittenberg. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher und sein russischer Amtskollege Eduard Schewardnadse am 10.11.1990 in Genschers Heimatstadt Halle an der Saale in der sie eine ehemalige Schule Genschers, die Gottfried-Herder-Schule, besuchten.
Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher und sein russischer Amtskollege Eduard Schewardnadse am 10.11.1990 in Genschers einstiger Schule. Bildrechte: dpa
Während ihres Kurzbesuches in Halle unternehmen die kanadische Aussenministerin Barbara McDougal (M..) und ihr gastgebender Amtskollege Hans-Dietrich Genscher (r.) einen Stadtbummel.
Während einer Stippvistite in Halle: Bundesaußenminister Genscher und seine damalige kanadische Amtskollegin, Barbara McDougal, bei einem Stadtbummel, begleitet vom damaligen Oberbürgermeister Rauen. Bildrechte: dpa
Hans-Dietrich-Genscher und Michail Gorbatschow vor dem Gebäude der Franckeschen Stiftung in Halle
Michail Gorbatschow und Hans-Dietrich Genscher vor den Franckeschen Stiftungen. Bildrechte: Archiv der Franckeschen Stiftungen
Gorbatschow, Genscher und Kissinger vor dem Denkmal der Franckeschen Stiftungen
Gorbatschow, Genscher und Kissinger vor dem Denkmal des Gründers der Stiftungen August Hermann Francke. Bildrechte: Archiv der Franckeschen Stiftungen
Ex-Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher, der frühere sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow und der ehemalige amerikanische Außenminister Henry Kissinger.
Ex-Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher, der frühere sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow und der ehemalige amerikanische Außenminister Henry Kissinger 1993 bei einem Empfang in den Franckeschen Stiftungen. Bildrechte: dpa
Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher (r) nimmt am 8. Juni 1991 aus den Händen der Präsidentin der Stadtverordnetenversammlung H. Echhardt (M) die Ehrenbürgerschaftsurkunde seiner Heimatstadt Halle entgegen.
Hans-Dietrich Genscher bei der Verleihung der Ehrenbürgerschaft der Stadt Halle im Juni 1991 durch den damaligen Oberbürgermeister Klaus Peter Rauen. Bildrechte: dpa
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Stasi-Akten - Offenlegen oder verbrennen?

Über den Umgang mit den Stasiakten gab es verschiedene Ansichten. Die einen forderten die Offenlegung, die anderen die Schließung der Akten.

Joachim Gauck 1992
"Wie wir das Problem der Stasi-Akten auch drehen und wenden – wir werden besser damit fertig, wenn wir Einblick nehmen können in dieses unheimliche Erbe der untergegangenen DDR", sagte Joachim Gauck, von 1990 bis 2000 "Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR", 1991. Bildrechte: dpa
Joachim Gauck 1992
"Wie wir das Problem der Stasi-Akten auch drehen und wenden – wir werden besser damit fertig, wenn wir Einblick nehmen können in dieses unheimliche Erbe der untergegangenen DDR", sagte Joachim Gauck, von 1990 bis 2000 "Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR", 1991. Bildrechte: dpa
Lothar de Maiziere, 1990
Der letzte DDR-Ministerpräsident Lothar de Maizière (CDU) war der Auffassung, dass die Akten des Ministeriums für Staatssicherheit unbedingt geschlossen bleiben müssten. Am 15. September 1990 präzisierte er in einem Interview: "Auf keinen Fall dürfen einzelne Personen ihre Akten erhalten. Dann gibt es keinen Nachbarn, Freunde oder Kollegen mehr, dann gibt es Mord und Totschlag." Bildrechte: dpa
Innenminister Wolfgang Schäuble (Deutschland/CDU); 1991
Kurz nach dem Mauerfall wollte der damalige Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble sämtliche Stasi-Akten vernichten lassen. "Ich habe dazu geraten, damit die Streitigkeiten der Vergangenheit nicht zu sehr den Wiederaufbau der neuen Länder und damit die Zukunft belasten. Wir haben dann aber den Wunsch der frei gewählten Volkskammer nach Aufarbeitung respektiert und eine entsprechende Regelung in den Einigungsvertrag aufgenommen ... Wir konnten uns das als größeres, vereintes Deutschland leisten. Hätte die DDR wie Polen oder Tschechien allein den Weg in die Freiheit bewältigen müssen, wäre sie an dieser Form der Vergangenheitsbewältigung womöglich gescheitert." (Quelle: Super Illu, 2009) Bildrechte: IMAGO
DDR-Innenministers Peter-Michael Diestel, 1990.
Der letzte DDR-Innenminister, Peter-Michael Diestel, sprach sich 1990 vehement dafür aus, alle Stasi-Akten zu vernichten, um den Wiederaufbau nicht zu belasten. Er warnte stets auch vor einer "Überbewertung" der Akten und verwies darauf, dass die Staatssicherheit noch genügend Zeit gehabt hätte, um die Akten "zu sortieren" und den nachrichtendienstlich bedeutendsten Teil zu vernichten. Wiederholt forderte Diestel in den folgenden Jahren die Auflösung der "Gauck-" beziehungsweise "Birthler-Behörde". "Die Fäkalien der Staatssicherheit, nämlich die Rudimente ihrer schriftlichen und sonstigen Hinterlassenschaften, gehören auf den Misthaufen", sagte er etwa 2009. Bildrechte: dpa
Eckart Werthebach
Am 2. August 1990 erläuterte Eckhart Werthebach aus dem Bonner Innenministerium in einer von DDR-Innenminister Peter-Michael Diestel ins Leben gerufenen Regierungskommission zu Fragen der Staatssicherheit den Standpunkt der Bundesregierung hinsichtlich der Akten von Bundesbürgern. Werthebach betonte, "dass die Unterlagen des MfS rechts- und menschenrechtswidrig erarbeitet worden sind, folglich keine Rechtsgültigkeit besitzen und daher zu vernichten seien, um betroffene Bundesbürger von dieser Last zu befreien." Bildrechte: IMAGO
Friedrich Schorlemmer spricht auf der Demonstration am 4.11.1989 in Berlin
Der Wittenberger Pfarrer Friedrich Schorlemmer schlug 1990 vor, mit den Akten der Staatssicherheit ein "Freudenfeuer" zu veranstalten. Es sollte ein "reinigendes Feuer" sein, in dem gleichsam die Zeugnisse der Verbrechen der Stasi und das Leid ihrer Opfer dem Vergessen überantwortet werden. Bildrechte: DRA/DDR Fernsehen
Egon Bahr 1989
Der SPD-Politiker Egon Bahr forderte 1990, die Akten des MfS geschlossen zu lassen und einen juristischen Schlussstrich unter die DDR-Vergangenheit zu ziehen. "Ich habe mit dem damaligen Bundespräsidenten, Herrn von Weizsäcker, gesprochen, er war dafür; dann habe ich mit Herrn Genscher gesprochen, der war dafür; dann habe ich mit Herrn Scharping gesprochen, der war dafür; dann habe ich mit Herrn Schäuble gesprochen, der war dafür. Parteiübergreifend waren alle dafür. Und parteiübergreifend waren alle zu feige. Warum? Weil sie vor der Bürgerbewegung oder ihren Resten in die Knie gegangen sind, die im Grunde Vergeltung wollte, eingehüllt in die Toga der Gerechtigkeit." (Aus: Neues Deutschland, 01. 07. 1997) Bildrechte: IMAGO
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Egon Bahr 1989
Der SPD-Politiker Egon Bahr forderte 1990, die Akten des MfS geschlossen zu lassen und einen juristischen Schlussstrich unter die DDR-Vergangenheit zu ziehen. "Ich habe mit dem damaligen Bundespräsidenten, Herrn von Weizsäcker, gesprochen, er war dafür; dann habe ich mit Herrn Genscher gesprochen, der war dafür; dann habe ich mit Herrn Scharping gesprochen, der war dafür; dann habe ich mit Herrn Schäuble gesprochen, der war dafür. Parteiübergreifend waren alle dafür. Und parteiübergreifend waren alle zu feige. Warum? Weil sie vor der Bürgerbewegung oder ihren Resten in die Knie gegangen sind, die im Grunde Vergeltung wollte, eingehüllt in die Toga der Gerechtigkeit." (Aus: Neues Deutschland, 01. 07. 1997) Bildrechte: IMAGO

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