Exakt vom 06.07.2011 : Fleischbeschau im Eiltempo
Bei Deutschlands größtem Geflügelmastbetrieb "Wiesenhof" im sachsen-anhaltinischen Möckern werden täglich über 100.000 Hühner geschlachtet. Man kann sich gut vorstellen, wie wichtig Hygiene in einem solchen Betrieb ist. Dazu gibt es erwartungsgemäß ganz exakte Vorgaben. Damit keine Keime entstehen, sollte das geschlachtete Geflügel auf vier Grad Celsius gekühlt werden. Den Betrieb in Möckern interessiert das nur wenig, wie die Exakt-Recherchen ergeben haben. Die für die Einhaltung der Hygienestandards vorgeschriebene Temperatur wird immer wieder überschritten.
Für die Fleischbeschau fordert eine EU-Verordnung 2,5 Sekunden pro Tier. Im Schlachthof Möckern gelten Sonderkonditionen. Gerade einmal 1,5 Sekunden sind in der Betriebsgenehmigung festgeschrieben. Doch interne Dokumente zeigen, dass die Veterinäre gerade einmal 0,8 Sekunden Zeit haben, um ein krankes oder verunreinigtes Tier zu erkennen und auszusortieren. Gegen die zu schnell laufenden Bänder sind die staatlich beauftragten Fleischkontrolleure nun vor Gericht gegangen.
