Exakt | 23.11.2016 Wie nordafrikanische Banden die Straßen unsicher machen

Seit Wochen beschäftigt das Problem mit nordafrikanischen Banden die Polizei. Die sogenannten Antänzer treiben vor allem in Großstädten ihr Unwesen. Wurden am Anfang Diebstahldelikte gemeldet, so kommt es mittlerweile auch häufig zu sexuellen Belästigungen. Und die Täter werden immer aggressiver. Vor allem nachts, wenn die Partygänger unterwegs sind, schlagen die Diebe zu. Wirte und Veranstalter sind sauer, denn es wird für sie immer schwieriger, die Gäste zu schützen.

Nordafrikanische Banden
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Recherche am Wochenende auf Leipzigs bekanntester Kneipenmeile: Auf der Karl-Liebknecht-Straße gibt es seit Monaten verstärkt Taschendiebstähle, sexuelle Übergriffe und Körperverletzungen. Die Täter sind meist junge Nordafrikaner. Wir besuchen mehrere Bars und Szenelokale. Wir kommen mit zwei jungen Männern ins Gespräch, die in das Täter-Schema passen könnten. Sie sagen uns, sie stammen aus Algerien und leben seit rund einem halben Jahr in Deutschland. Unserem syrischen Kollegen gelingt es, sie zu einem Interview zu bewegen.

Wir klauen, um zu überleben. Du kannst alles bei uns bestellen. Ein neues iPhone verkaufe ich dir für 30 Euro. Du kannst aber auch Drogen haben.

Nordafrikaner

Haschisch und Kokain bieten sie uns an. Und auch die sogenannte Antanzmasche beherrschen sie. Wie diese Abzocke funktioniert, demonstrieren sie unserem Reporter: Der Täter tut so, als ob er sein Opfer freundschaftlich umarmt. Dabei zieht er blitzschnell Handy oder Geldbörse unbemerkt aus der Tasche. Ins Visier geraten meist betrunkene Partygänger. Auch Steffen Kache kennt das. Der Inhaber des bekannten Technoclubs Distillery berichtet, dass es Anfang des Jahres rund um den Club vermehrt zu Diebstählen von Handys kam. Einmal wurden die Täter, mutmaßlich Nordafrikaner, auf frischer Tat ertappt und von der Security gestellt. Danach eskalierte die Situation.

Es war einfach das Problem, dass wir Leute rausgeschmissen haben, weil sie sich drin nicht benommen haben. Die es dann versucht haben, hinten reinzukommen, über die Zäune zu klettern. Und dann ist es halt passiert, dass die uns hier hinten gegenüberstanden, rein wollten, mit Steinen beworfen haben, angespuckt, mit Stangen auf uns losgegangen sind. Deswegen gibt es jetzt auch eine Überwachung, hier oben ist so eine kleine Kamera. Hier haben wir so ein Überwachungssystem.

Steffen Kache, Clubbesitzer

500 Euro hat die Aufrüstung gekostet. Mittlerweile ist der Club mit Stacheldraht umzäunt, und gleicht einer Festung.

Auch im Leipziger Westen wurden in der Kneipe "Noch besser leben" in den vergangenen Monaten 20 Rucksäcke und 50 Handys entwendet. Mitinhaber Olaf Walter warnt mit Plakaten vor den Diebesbanden. Noch wirkungsvoller war die Idee eines Mitarbeiters. Er hat  die Musik leise gedreht, das Licht hell und ganz laut gerufen: "Achtung, es sind gerade Taschendiebe gekommen. Ich weiß jetzt nicht, wer das ist, aber es sind eindeutig Taschendiebe im Raum." Das Gespräch erstarb, alle waren verblüfft. Die vermeintlichen Diebe sind in Windeseile verschwunden. Auch hier soll es sich um Nordafrikaner handeln. Immer, wenn sie zu Besuch kommen, klagen Gäste über verschwundene Wertgegenstände. Auch eine Kellnerin gerät ins Visier der jungen Männer.

Die hatte vorher schon Probleme, diese Leute los zu kriegen. Das ist natürlich immer die Sache, dass man sagt: Feierabend, letzte Runde. Und dann halten die sich stundenlang an ihrem halben Bier fest. Und dann waren sie endlich draußen und dann hat sie ihr Zeug zusammengeräumt und wollte auch raus und da standen die auch draußen um die Ecke sind dann irgendwie auf sie losgegangen. - Das Portemonnaie wollten sie ihr nicht klauen. Das war schon ziemlich eindeutig.

Olaf Walter, Restaurantbetreiber

Die Polizeistatistik spricht eine deutliche Sprache. Alleine in diesem Jahr gab es 343 derartige Straftaten im gesamten Stadtgebiet. Davon 238 Diebstähle, 68 Raub- und 37 Sexualdelikte. Die Polizei zieht nun die Reißleine.

Die PD Leipzig hat aufgrund der gestiegenen Fallzahlen im Februar 2016 eine Ermittlungsgruppe ins Leben gerufen, die auch den Namen Umarmer/Antänzer trägt. Dort werden gebündelt die Fälle bearbeitet, dort werden auch die Erkenntnisse gebündelt gesammelt.

Andreas Loepki, Polizeidirektion Leipzig

Was die Polizei weiß: Die jungen Männer stammen meist aus Tunesien, Marokko und Algerien. In Sachsen, vor allem in Leipzig treffen sie auf gewachsene Strukturen. Hier leben viele in der Illegalität und verdienen ihren Lebensunterhalt mit Straftaten.

Die beiden Algerier, die wir kennengelernt haben, wissen, dass ein Asylverfahren in ihrem Fall nahezu aussichtslos ist. Deshalb haben sie nie einen Antrag gestellt. Sie zeigen uns, wo sie übernachten,  führen uns in einen Kellerraum. Es stinkt, der Fußboden ist vermüllt. Wir können es nicht fassen. Unvorstellbar, dass hier jemand seine Nächte verbringen kann. Sie flohen in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Und landeten in einem Keller. Die Drogen, mit denen sie handeln, so berichten sie uns, bekämen sie von der algerischen Mafia. Die Bosse verdienten das große Geld. Für die jungen Männer bliebe dagegen gerade genug um zu überleben. Wir wollen wissen, wie sie sich die Zukunft vorstellen.

Wenn sich unsere Lage nicht bessert, wollen wir uns dem IS anschließen. Dort gibt es Frauen und Geld.

Nordafrikaner

Wie glaubhaft diese Aussage ist, wissen wir nicht. Fest steht: In Leipzig gibt es offenbar kriminelle Parallelgesellschaften. Bei vielen alternativen Kneipenwirten und Clubbesitzern macht sich eine gewisse Ernüchterung breit. So setzt die Distillery neben Stacheldraht jetzt auch auf eine rigorose Türpolitik. Größere Gruppierungen von Nordafrikanern müssen draußen bleiben. Doch dafür erntet Steffen Kache auch heftige Kritik.

Für diejenigen, die den Flüchtlingen halt helfen wollten, ist es halt etwas verdammt Trauriges, weil du ja auch in deinem ganzen Weltbild erschüttert wirst. Und das Schlimme ist ja – ich sage ja nicht, dass alle Flüchtlinge Kriminelle sind, das sind vielleicht zwei Prozent – aber wir müssen irgendwann mal anfangen, zu differenzieren, zu erkennen, okay, nicht alle Flüchtlinge sind Lämmer.

Steffen Kache, Clubbesitzer

Zuletzt aktualisiert: 30. November 2016, 20:46 Uhr

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17 Kommentare

24.11.2016 22:01 Stefan (Der) 17

@11.Heiko M: Was meinen Sie mit fremdenfeindlicher Reaktion in meinem Kommentar? Ich vermute mal, Sie haben nicht richtig gelesen.

24.11.2016 17:34 Helfer 16

Warum fragen Sie nicht ganz einfach:
Warum werden diese Personen nicht verhaftet und abgeschoben?

24.11.2016 17:05 Klarheit 15

ich danke dem MDR-exakt für diesen Beitrag, er zeigt das was wir hier in Sachsen nicht wollen, was Pegida seit zwei Jahren vorhergesagt hat /predigt und in den alten Bundesländern im Sinne von "Political Correctness" der Öffentlichkeit vorenthalten wird.....

24.11.2016 16:50 Günter 14

„Wir klauen, um zu überleben.“
„Und das Schlimme ist ja – ich sage ja nicht, dass alle Flüchtlinge Kriminelle sind, das sind vielleicht zwei Prozent – aber wir müssen irgendwann mal anfangen, zu differenzieren, zu erkennen, okay, nicht alle Flüchtlinge sind Lämmer. „
Also ich denke bei einen Anteil von 2 % die Probleme machen da kann man nicht sagen die Flüchtlinge machen Probleme. Ich denke unter den Deutschen ist die Rate die Probleme machen deutlich höher. Und von der deutschen Bürgern braucht keiner klauen um zu überleben.

24.11.2016 16:30 Gast 13

@Stefan(Der)

Wir treiben niemanden in die Kriminalität. Wer hierhin kommt und von vornherein noch nichtmal um Asyl ersucht und direkt untertaucht, wird wohl kaum gekommen sein in der Hoffnung hier ein geordnetes Leben mit legalem Job zu führen. Und den Forderungen von Leuten die drohen dem IS beizutreten und Massenmörder zu werden wenn man ihren Wünschen nicht nachkommt werde ich mit Sicherheit nicht nachkommen.

24.11.2016 15:28 Wo geht es hin? 12

Zitat aus dem Artikel: "Fest steht: In Leipzig gibt es offenbar kriminelle Parallelgesellschaften. " Zitat Ende.
Guten Morgen! Und als vor über 2 Jahren GENAU DAS bei PEGIDA angesprochen wurde, waren das "diffuse Ängste" oder "rechtspopulistische Parolen". Wie sieht es mit einer Entschuldigung für die Diffamierung der Teilnehmer bei PEGIDA aus?

24.11.2016 15:19 Heiko M 11

#4 und #5 sind die - leider typischen - fremdenfeindlichen Reaktionen. Wenn man wirklich fremde Kulturen kennen gelernt *hätte*, wüsste man, das diese Leute in auch ihrem eigenen Kulturkreis unten durch sind.

Der Forderung, dass Polizei und Justiz durchgreifen müssen bei denen - aber auch die nötigen Leute dafür haben müssen - stimme ich zu. Das *kann* sich kein Land gefallen lasen, weder wegen der eigenen Bürger noch wegen der anderen Migranten (Asyl, besseres Leben) aus diesen Ländern.

24.11.2016 13:24 Helmut 10

Das Problem ist unsere lasche Justiz. Die volle Härte des Gesetzes heißt ja nur, dass von Straftätern die Personalien aufgenommen werden und dann lässt man sie laufen. Früher war eben nicht alles schlechter.

24.11.2016 12:57 Bubi 9

Wozu der ganze Aufwand ? Unsere Justiz läßt ja eh die ganzen Kriminellen wieder laufen. Da kann sich die Polizei die Mühe und das Geld sparen.

24.11.2016 11:23 ralf meier 8

@24.11.2016 10:45 Stefan (Der): Es lebe der feine Unterschied. Diese Leute sind illegal und ihre Drohung: 'Wenn sich unsere Lage nicht bessert, wollen wir uns dem IS anschließen. Dort gibt es Frauen und Geld.' zeigt, wessen Geistes Kind sie sind. Wer sich mit denen solidarisiert, muß sich hinterfragen lassen.