Exakt

Exakt vom 01.02.2012 : Heimlicher Zuwachs – wie sich Tierfabriken immer weiter ausdehnen

Schweineschnauzen

Bauen, das sollte man annehmen, darf man in Deutschland nur mit den entsprechenden Genehmigungen. Für einen der größten Schweinezüchter Europas Adrianus Straathof scheint diese Regel offensichtlich nicht so wirklich zu gelten. Der Niederländer baute in seiner Heimat ein Schweinezuchtimperium auf und verlagerte sein Geschäft 2001 nach Deutschland.

Im kleinen Dorf Binde in Sachsen-Anhalt, abgeschirmt hinter den Fassaden alter LPG-Ställe, baute er sein Unternehmen einfach immer weiter aus, hinter den alten Mauern entstanden neue, moderne Stallanlagen mit Tausenden Schweinen darin. Zwischen den neuen Ställen entstanden weitere Ställe, ohne Genehmigung. Ein ortsansässiger Fotograf hatte die Gebäude bei einem seiner Fotorundflüge entdeckt.

Während aufgebrachte Anwohner fürchten, dass rund um ihre Orte klammheimlich riesige Mastanlagen entstehen, scheint niemand das Treiben des holländischen Unternehmens unterbinden zu können. Baustopp und Bußgeldbescheide der Behörden konnten den Ausbau seiner Schweinezuchtanlagen bisher nicht aufhalten.

Auch in Alt-Tellin in Mecklenburg-Vorpommern regt sich der Protest der Einwohner. Hier baut der Investor Straathof die größte Ferkelzucht Europas auf. Auch hier lässt sich der Unternehmer nicht von Baustoppverfügungen und Bußgeldbescheiden aufhalten, die Anlagen wachsen kontinuierlich.

In Sachsen-Anhalt hat die zuständige Aufsichtsbehörde, das Landesverwaltungsamt, mittlerweile einen Bußgeldbescheid von einer halben Million Euro erlassen. Adrianus Straathof scheint davon wenig beeindruckt, er klagt gegen den Bußgeldbescheid. Nun warten die Einwohner in Binde auf eine Gerichtsentscheidung und hoffen, dass dem expandierenden Schweinezuchtimperium Einhalt geboten wird.

Zuletzt aktualisiert: 02. Februar 2012, 00:36 Uhr

6. Manfred Uhlemann:
Leider beziehen sich Ihre Beiträge häufig nur auf die wenigen Missstände. Dies wird dem Namen Ihrer Sendung "Exakt" nicht gerecht. Fast alle deutschen Bauern halten ihre Tiere nach den Umwelt- und Tierschutzbestimmungen Deutschlands, welche bekanntlich zu den strengsten der Welt zählen. Hühner stehen schon seit Jahren nicht mehr in deutschen Käfigen sondern in polnischen und tschechischen. Deren billige Eier wandern aber nach wie vor in viele deutschen Eierteigwaren. Am Ende weden in Deutschland überhaupt keine Nutztiere mehr gehalten. Dann ist anscheinend dem Tierschutzempfinden einiger weniger Mitbürger, die nicht über ihren Tellerrand schauen, genüge getan. Unsere Bauern, die an 365 Tagen im Jahr gewissenhaft und fleißig unter Beachtung aller deutschen Gesetze oftmals für einen Hungerlohn ihrer Arbeit nachgehen, waren und sind Ihnen keine Sekunde Sendezeit wert. Sollten Sie dennoch an einer realistischen Darstellung Interesse haben, so lassen Sie es mich wissen.
02.02.2012
14:40 Uhr
5. Glanz:
Amtstierärzte lassen eine "Hundekaserne" räumen, warum nicht eine "Schweinekaserne"?
02.02.2012
11:34 Uhr
4. Schleinitz:
Warum kann man gegen diese Firma nichts tun??? Sie verstößt nicht nur gegen das Baugesetz - sondern auch gegen Hygiene und Tierschutz. Warum ist dann ein Gerichtsbeschluß so ein Problem, bei dieser Anzahl von Unrechtsmäßigkeiten? Aber wen wundert´s, in einem "Rechtssystem" wo Straffällige (z.B. Kinderschänder, Mörder, Betrüger) mehr Schutz und Recht bekommen als deren Opfer :( Was hat da die Nutztierhaltung erst für einen Stellenwert. Deshalb ist es gut, solche Berichte zu zeigen, damit die Verbraucher weiter sensibilisiert werden und ihr Kaufverhalten entsprechend ändern. Schleinitz, Radebeul
02.02.2012
10:35 Uhr
3. Dr. Karsten Müller:
Dieses Großgrundbesitzergehabe sollte man sich mal als Deutscher in den Nierderlanden erlauben. Sofort wär man als Nazi abgestempelt. Die Geschäfte der holländischen Agrarmafia laufen geschmiert und ungeniert. Die Behörden verhalten sich ruhig, weil vielleicht 5 Jobs im Niedriglohnsektor auf dem Spiel stehen. Wer schon Baurecht bricht hält sich auch nicht an andere Gesetze (Arzneimittel, Tierschutz).
02.02.2012
07:30 Uhr
2. Rita Ebock:
Hallo, ich mu� sagen , ich k�mpfe auch gegen Massentierhaltungsanlagen verbittert! Bei uns wird gerade eine fertiggestellt mit 38.000 Stallpl�tzen, das ganz ,ganz bestimmt auch noch aufgestockt wird. Die Anlage liegt in Doberschitz( Mittelsachsen)-Grenze Zschoppach( Stadt Grimma).Dort baut die SFG Hilbersdorf, die haben vom Staat Sachsen 800.000 Euro F�rderung noch bekommen, unfa�bar! Ich habe jetzt eine Internet-Seite er�ffnet. Hier reagieren die Beh�rden nur mit Ihren Gesetzen und Paragraphen , zu Gunsten von Herr Bitter , von der SFG- Hilbersdorf! Wir hatten eine Veranstaltung gegen die H�hnerfarm gemacht zusammen mit Herrn Niemann und den Gr�nen von Sachsen Herrn Weichert! Herr Bitter war eingeladen , aber nicht gekommen. Die wollen jetzt Ende Februar einziehen und die Beh�rden helfen uns �berhaupt nicht! Frage k�nnen Sie den Fall weiter regagieren und im Fernsehen bringen!!!!!!???? Das w�re ganz, ganz toll! Ihr Anliegen wurde an die Redaktion weitergeleitet, nur der Link musste aus rechtlichen Gr�nden entfernt werden. Die Online-Redaktion
01.02.2012
21:25 Uhr
1. Antonietta:
Ein Deutscher isst ungefähr 200 Gramm Fleisch pro Tag. Macht jährlich etwa 80 Kilo Fleisch pro Kopf und rund 6,5 Milliarden Kilo Fleisch für das ganze Land. Eine solche Masse an Fleisch kann man aber nur bereit stellen, wenn man die Tiere in Massen züchtet und im Akkord tötet. Diese Massentierhaltung ist nicht nur furchtbar für die Tiere, sie ist auch schlimm für unsere Umwelt, für das Klima und für die Gerechtigkeit auf der Welt. Es gibt viele gute Gründe, nie mehr Fleisch zu essen. Aber eigentlich reicht schon einer...!
01.02.2012
20:46 Uhr

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