Exakt vom 14.11.2012 : Polizei kommt ihren Pflichten beim Kampf gegen Rechtsradikale nicht nach
Der Leipziger Polizeipräsident und designierte Koordinator gegen Rechtsextremismus, Bernd Merbitz, hat einen Polizeieinsatz in Hoyerswerda scharf kritisiert, das berichtet das MDR-Nachrichtenmagazin Exakt. In der ostsächsischen Stadt wurde ein junges Paar von 15 Rechtsradikalen in seinem Haus massiv bedroht. Statt das Paar vor Ort zu schützen, ist den Opfern von der Polizei empfohlen worden, die Stadt zu verlassen. Man könne ihre Sicherheit in Hoyerswerda nicht gewährleisten.
Für Bernd Merbitz, den früheren Landespolizeipräsidenten, ist das nicht akzeptabel. Er erklärte gegenüber Exakt:
Andersdenkende müssten von der Polizei vor rechter Gewalt geschützt werden, so Merbitz. Er frage sich aber, ob die Einsatzkräfte in Ostsachsen momentan ausreichten, diese Aufgabe auch zu erfüllen. Die jungen Leute wurden zur Zielscheibe des Hasses von Rechtsradikalen in Hoyerswerda, weil sie rechte Aufkleber im Stadtbild entfernten. Die 33-jährige Frau und ihr Lebensgefährte leben jetzt in einer geheimen Unterkunft außerhalb der Stadt, die sie sich selber suchen mussten.
Bernd Merbitz sieht in dem gesamten Vorgang auch eine unheilvolle Parallele zu den Geschehnissen vor 21 Jahren in Hoyerswerda, als Asylbewerber aus der Stadt gebracht wurden, weil Rechte das Asylbewerberheim angegriffen hatten. So etwas hätte eigentlich nicht wieder passieren dürfen, so der Polizeipräsident.
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