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FAKT | Das Erste | 15.08.2011 | 21:45 Uhr : Umstrittener Umgang mit Ausländern in Bayreuth

Das Ausländeramt in Bayreuth steht massiv in der Kritik. Ausländische Studenten, Doktoranden und Wissenschaftler klagen über Schikanen. Von einem rüden Ton ist die Rede, von willkürlichen Fristsetzungen und sogar von verzögerten oder verweigerten Aufenthaltsgenehmigungen. An der Universität will man nun mit einer Studie den Problemen auf den Grund gehen.

Besonders drastisch ist der Fall von Komlan Gbanou. Er kam 1995 nach Deutschland, promovierte hier und arbeitete als Wissenschaftler. 1999 heiratete er die Deutsche Ulrike Tix. 2007 nahm Komlan Gbanou eine Stelle in Kanada an. Seitdem pendelt er zwischen Bayreuth und Calgary. Für das Ausländeramt ist er die meiste Zeit im Ausland. Die Behörde zweifelte deshalb am "Fortbestand der ehelichen Lebensgemeinschaft" und behandelte das Paar, als ob es eine Scheinehe führt. Damit erlosch Komlan Gbanous Bleiberecht, der permanente Aufenthalt in Deutschland wurde ihm untersagt. Nach Deutschland durfte er nur mit einem Visum einreisen.

Innenministerium macht Entscheidung rückgängig

Blick auf das Campus-Gelände der Universität Bayreuth.
An der Universität in Bayreuth klagen viele ausländische Studenten und Doktoranden über das Vorgehen der Ausländerbehörde.

Ulrike Gbanou-Tix spricht von einem Angriff auf ihre Ehe. Es sei eine große Frechheit, dass der Staat so weit in ihren privaten Bereich eindringe und sie beweisen müssten, dass ihre Ehe funktioniere. Inzwischen hat das bayerische Innenministerium in München die Entscheidung der Bayreuther Ausländerbehörde zurückgenommen. Der Bayreuther Oberbürgermeister Michael Hohl stellt sich dennoch vor seine Mitarbeiter. Nach seinen Angaben hat das Ausländeramt einen Spielraum für seine Vorgehensweise. Hohl räumt aber zugleich ein, dass solche Fälle in Zukunft anders behandelt werden sollen.

Uni befürchtet negative Auswirkungen

An der Universität von Bayreuth sucht man inzwischen nach den Ursachen für das Problem. Professor Dr. Bernd Müller-Jacquier hat eine Studie gestartet und dafür betroffene Studenten, Doktoranden und Wissenschaftler befragt. Das Ergebnis der Studie steht noch aus, aber die bereits Befragten haben den Eindruck, dass Bayreuth die Zahl der dort lebenden Ausländer beschränken will. Müller-Jacquier selbst spricht von einer schlechten und kritikwürdigen, teilweise sogar demütigenden Behandlung, die negative Auswirkungen haben könnte auf die Motivation und Begeisterung der ausländischen Akademiker.

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Kein Bleiberecht nach zwölf Jahren Ehe?

Eine illegale Einreise wird ihrem Mann vorgeworfen, mit dem sie seit zwölf Jahren verheiratet ist: Ulrike Tix fühlt sich von der Ausländerbehörde in Bayreuth schikaniert.

15.08.2011, 21:45 Uhr | 05:28 min

Zuletzt aktualisiert: 09. September 2011, 17:49 Uhr


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