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FAKT | Das Erste | 19.02.2013 | 21:45 Uhr : Sicherheitsprobleme bei ambulanter Narkose

Ein Junge starb mit zwei Jahren nach einer Vollnarkose. Eine erwachsene Patientin muss nach der Narkose notoperiert werden. Offenbar keine Einzelfälle: Ärzte fordern jetzt, dass bei ambulanten Operationen die Sicherheitsvorschriften eingehalten werden.

Patientin unter Narkose

Fast ein Fünftel aller Vollnarkosen wird ambulant durchgeführt - Tendenz steigend. Inzwischen sind es mehr als acht Millionen Eingriffe pro Jahr. Vor zehn Jahren waren es noch knapp über fünf Millionen. Da ambulante Operationen kostengünstiger sind als im Krankenhaus, werden sie von den Krankenkassen unterstützt.

Der Facharzt für Anästhesie in Halle, Dr. Hendrik Liedke, sieht die Entwicklung kritisch. Vor allem als Gutachter hat er zwei Problemfelder ausgemacht. Bei Vollnarkosen in privaten Praxen kommen teilweise völlig veraltete Geräte zum Einsatz, die nicht mehr dem heutigen Standard entsprechen. Gespart werde auch an den Personalkosten. Eigentlich müsse der Patient während und nach der Narkose von speziell geschultem Personal betreut werden. Doch aus Kostengründen werde hier oft gespart.

"Es gibt offenbar keine Kontrollmechanismen, die dafür sorgen, dass ein einzelner Kollege, der chronisch Sicherheitsstandards unterschreitet, ausfindig gemacht und zur Rechenschaft gezogen wird."

Dr. Hendrik Liedke, Facharzt für Anästhesie

Der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Professor Hugo Van Aken, macht nun Front gegen die Sicherheitsmängel. Im Januar hat seine Gesellschaft die Mindestanforderungen noch einmal deutlich formuliert. Dabei wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Ein- und Ausleitung der Anästhesie entsprechend qualifizierte Assistenz erfordern.

"Man kann nur die Patienten auffordern und darauf aufmerksam machen, dass sie sich nicht in einer kleinen Praxis operieren lassen."

Prof. Hugo Van Aken, Chef der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin

Gleichzeitig äußerte er die Hoffnung, dass größere Operationszentren eingerichtet werden. Diese könnten ähnliche Sicherheitsstandards bieten wie die Krankenhäuser. Das Bundesgesundheitsministerium sieht sich hier aber bislang nicht gefragt. Die Bundestagsabgeordnete der Grünen, Maria Klein-Schmeink, sieht die Verantwortung aber schon beim Gesundheitsminister. Er müsse dafür sorgen, dass die Kontrolle durchgängig im gesamten Verlauf der Operation gesichert wird.

Vorbereitung auf eine Operation
FAKT

Gefährliche ambulante Operationen

Selbständige Anästhesisten in Deutschland sind Wanderarbeiter. Sie ziehen von Praxis zu Praxis, und manchmal ohne Assistent. Patienten kann das das Leben kosten.

19.02.2013, 21:45 Uhr | 07:28 min

Zuletzt aktualisiert: 19. Februar 2013, 21:13 Uhr

2. Barbara Bauer:
Mein Schwiegervater wurde Nov. 2012 wurde von einer Handchirurgin operiert. Es kam zu einem Herzstillstand und er wurde reanimiert. Wir wurde Über den sog. Zwischenfall informiert. Das Gehirn war zu lange Sauerstoff unterversorgt und aus dem Koma ist er nicht mehr aufgewacht und verstarb am 18. Dez.2012. ldgl. eine Aussage der Op Schwester entsetzte uns auf die Frage warum, da bei der Voruntersuchung doch alles ok. gewesen sei. Nein, das EKG von vor der Op war schon noch schlechter als das des Hausarztes, der auch von einer Vollnarkose abgeraten hatte. Das Ermittlungsverfahren des Staatsanwaltes wurde eingestellt, einen Anwalt kann sich seine Frau nicht leisten und heute hat Sie nichts mehr als die Erinnerung.Unser Fazit: Nicht immer muss es die Narkose sein, aber eine Entscheidung im Vorfeld bei schlechter Prognose den Mut zu haben und einen angesetzten Termin doch noch abzusagen, setzt denken wir auch einen "fahrenden" Arzt unter Druck seiner ärztlichen Ethik entgegen zu handeln.
19.02.2013
22:16 Uhr
1. Melanie Krüger:
ich finde den Beitrag ok, aber es wird wieder dem Bürger Angst gemacht. ich habe den Beitrag im fernseh gesehen mit dem Kind beim zahnarzt und ganz ehrlich ich kenne keinen Zahnarzt der Kinder unter 5jahren behandelt unter narkose... die Mutter tut mir leid keine frage. sein Kind zu verlieren ist niemanden zu wünschen, aber ich frage mich warum sie nicht verlangt hat eine Überweisung zum Kieferchirurgen zu bekommen falls es eine fehlstellung der Zähne war? oder hat sie ihrem Kind die Zähne nie geputzt?
19.02.2013
22:12 Uhr

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Was versteht man unter einer Vollnarkose?

Bei dieser Form der Narkose wird der Patient mit Hilfe von Schlaf- und Schmerzmitteln künstlich in einen Tiefschlaf versetzt. Dabei wird das Bewusstsein des Patienten ausgeschaltet und sein Schmerzempfinden unterdrückt. Um reflexartige Bewegungen während der OP zu vermeiden, ist es bei vielen Eingriffen zusätzlich notwendig, dem Patienten Medikamente zur Muskelentspannung zu verabreichen. Die Dosierung der Medikamente muss genau an den jeweiligen Gesundheitszustand, das Alter, das Gewicht des Patienten sowie das Operationsziel angepasst werden. Da der Mensch während einer Vollnarkose nicht mehr selbstständig atmen kann, wird er künstlich beatmet. Während der Operation kontrolliert der Anästhesist den Tiefschlaf des Patienten und überwacht seine Vitalfunktionen wie Atmung, Blutdruck und Puls.

Warum sollte man vor einer Operation zur Anästhesie-Sprechstunde?

Während dieser Sprechstunde können sowohl der Anästhesist bzw. Narkosearzt als auch der Patient alle für die Narkose relevanten Fragen klären. Der Anästhesist kann sich ein umfassendes Bild vom Gesundheitszustand seines Patienten machen. Er fragt den Patienten nach eventuellen Komplikationen bei früheren Operationen/Narkosen und Erkrankungen sowie Medikamenteneinnahmen. Zusätzlich werden Herz, Lunge, Mundraum und Blutwerte kontrolliert. Der Arzt stellt die geplante Narkosemethode vor und spricht mit dem Patient über mögliche Risiken. Alle Bedenken und Fragen, die man als Patient im Bezug auf die Narkose hat, sollten in diesem Gespräch geäußert werden.