FAKT | Das Erste | 06.11.2012 | 21:45 Uhr : US-Atombomben in Deutschland nicht brandsicher
Die in Deutschland gelagerten US-Atombomben sind nicht ausreichend gegen Feuer geschützt. Das geht aus Berichten an den US-Kongress in Washington hervor, die FAKT vorliegen. Danach könnten die Bomben bei einem Treibstoffbrand oder der Explosion eines Flugzeugs detonieren. Der US-Atomwaffenexperte Hans Kristensen erklärt in FAKT, dass dann Plutonium aus dem Sprengkopf austreten und über eine große Fläche verteilt werden könnte. Wegen der Sicherheitsbedenken sollen die Atomwaffen jetzt in den USA modernisiert werden. Laut Kristensen ist aber auch danach die Gefahr bei Feuer nicht gebannt:
Derzeit sind rund 20 US-Atombomben vom Typ B61 auf dem Luftwaffenstützpunkt Büchel im Landkreis Cochem-Zell in Rheinland-Pfalz stationiert. Nach Informationen von FAKT ist den US-Streitkräften schon länger bekannt, dass die Atombomben bei Feuer explodieren könnten. Deshalb seien die zuständigen Einheiten angehalten worden, die Waffen nicht mehr für Übungen zu nutzen, sondern in den unterirdischen Stauräumen zu lassen. Das belegen auch Filmaufnahmen von einem geheimen NATO-Manöver in Belgien, bei dem deutsche Tornados vom Luftwaffenstützpunkt Büchel dabei sind. Die Atombomben wurden dort durch Attrappen oder zusätzliche Treibstofftanks ersetzt.
Kritik an Haltung der Bundesregierung
Eigentlich wollte sich die Bundesregierung dafür einsetzen, dass die in Deutschland gelagerten US-Atombomben abgezogen werden. Außenminister Guido Westerwelle sprach von einem Überbleibsel aus Zeiten des Kalten Krieges, das weg müsse. Doch bei einem NATO-Gipfel im Mai in Chicago stimmte die Bundesregierung dafür, dass die NATO ihre Strategie der nuklearen Abschreckung beibehalten kann. Damit stand auch fest, dass die US-Atomwaffen in Deutschland bleiben.
Kritik an dieser Entscheidung kommt von den Linken im Bundestag. Ihr verteidigungspolitischer Sprecher Paul Schäfer sagt, die Bundesregierung habe ihre Glaubwürdigkeit in Sachen Abrüstung verspielt. Auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Hans-Peter Bartels erklärt, er hätte sich gewünscht, dass sich Außenminister Westerwelle in der Regierung durchgesetzt hätte.
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