FAKT | Das Erste | 19.02.2013 | 21:45 Uhr : Geisterbahn zum Berliner Flughafen
Teure Berliner Luft wird in den S-Bahntunnel gepumpt, der einmal die Fahrgäste von Schönefeld zum Flughafen Berlin-Brandenburg bringen soll. Bis es einmal so weit sein wird, muss der Tunnel ständig belüftet werden.
An der S-Bahnendstelle Berlin-Schönefeld steigen alle Passagiere aus. Nun müsste die Bahn eigentlich wieder zurückfahren. Doch sie fährt ohne Fahrgäste weiter dahin, wo es keine Haltestellen mehr gibt. Geisterbahn? Hoghwartsexpress ab Berlin? Was ist hier los? Auf dem Gelände des unfertigen Flughafens sieht man die leere S-Bahn fahren und in einem Tunnel unter dem späteren Rollfeld verschwinden. Ein paar Minuten später taucht sie wieder auf, ganz ohne Fahrgäste.
In einem Haus kann man ein Fenster öffnen, um zu lüften, in einem Tunnel nicht. Da sonst in der Welt Tunnel nur gebaut werden, wenn sie für den Verkehr notwendig sind, ist das sonst in der Welt auch kein Problem, es gibt ja den Verkehr. Aber eben nicht in Berlin. Da wurde der Bahn gesagt, es gebe den Verkehr und die Bahn hat es geglaubt, einen Bahnhof und einen Tunnel gebaut. Und dann gab es den Verkehr nicht, noch nicht, wieder nicht und jetzt weiß man nicht, wann es ihn geben wird.
So fährt die Geisterbahn Tag für Tag, Woche für Woche, Jahr für Jahr immer wieder in einen nagelneuen Bahnhof, auf dem niemand aussteigt, niemand einsteigt und von da zurück ins wirkliche Leben ab Endstation Schönefeld.
Flughafen kostet mehr als vier Milliarden Euro
Die Inbetriebnahme des neuen Hauptstadtflughafens in Berlin-Schönefeld wurde bereits mehrfach um insgesamt zwei Jahre wegen Mängeln bei der Bauplanung und wegen technischer Probleme verschoben. Zuletzt hatten Probleme bei der Kühlung des zentralen Computersystems für Schlagzeilen gesorgt. Ursprünglich sollte der neue Großflughafen "Willy Brandt" Anfang Juni 2012 eröffnet werden. Doch kurz zuvor wurde die große Eröffnungsparty abgesagt. Anschließend wurde auch ein neuer Termin für Mitte März 2013 wieder korrigiert. Zuletzt hatten sich die Betreiber auf den Herbst 2013 verständigt, was nun ebenfalls wieder in Frage steht. Durch die mehrmaligen Verschiebungen haben sich die Kosten für den Flughafen auf inzwischen mehr als vier Milliarden Euro summiert.
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