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FAKT | Das Erste | 26.06.2012 | 21:45 Uhr : Saudische Religionspolizei in deutsches Grenzsicherungsprojekt eingebunden

In den umstrittenen Einsatz deutscher Bundespolizisten in Saudi-Arabien sind auch Religionspolizisten eingebunden. Das haben Recherchen des Magazins FAKT ergeben. Danach kontrollieren die Religionspolizisten die Arbeit in den Kommandozentralen der Hightech-Grenze, die vom Rüstungskonzern EADS aufgebaut wird. Damit kommen die Religionswächter mit Bundespolizisten in Kontakt, denn die sind vor Ort, um saudische Grenzbeamte zu schulen.

FAKT zufolge entscheiden die Religionspolizisten in den Überwachungszentralen gemeinsam mit dem leitenden Offizier, was mit Personen geschieht, die an der Grenze festgenommen werden. Die Religionspolizei in Saudi-Arabien wird für massive Menschenrechtsverletzungen verantwortlich gemacht. Sie setzt das islamische Recht, die Scharia, gewaltsam durch und ist mit für öffentliche Bestrafungen und auch Hinrichtungen verantwortlich. Wie FAKT berichtet, sollen deutsche Bundespolizisten bei öffentlichen Bestrafungen in der Hauptstadt Riad anwesend gewesen sein. Das schildern Projektbeteiligte, die in Saudi-Arabien tätig waren.

Bundesinnenministerium: Religionswächter werden nicht trainiert

Schild "training unit" Saudi-Arabien
Bundespolizisten bilden in Saudi-Arabien Grenzschützer aus.

Die Anwesenheit von Religionspolizisten im saudischen Grenzsicherungsprojekt wird vom Bundesinnenministerium nicht ausdrücklich bestritten. Ein Ministeriumssprecher erklärte, einige Angehörige des saudischen Grenzschutzes seien neben ihrer Haupttätigkeit im Grenzschutz zusätzlich Religionsbeauftragte. An den Trainingskursen im Projekt zur Modernisierung des saudischen Grenzschutzes seien aber ausschließlich Angehörige des Grenzschutzes und keine Vertreter anderer Behörden beteiligt. Die Religionswächter würden nicht von der Bundespolizei geschult. Auf FAKT-Anfrage hieß es weiter, dass das Bundesinnenministerium die Teilnahme von Bundespolizisten an öffentlichen Bestrafungen missbillige.

Wiefelspütz: Raus aus Saudi-Arabien

SPD-Politiker Dieter Wiefelspütz
SPD-Innenexperte Dieter Wiefelspütz fordert, den Einsatz der Bundespolizisten zu beenden.

Der SPD-Innenpolitiker Dieter Wiefelspütz kritisierte die Beteiligung saudischer Religionspolizisten im Ausbildungsprojekt scharf. Wiefelspütz sagte in FAKT, wer sich mit einem totalitären Unrechtsstaat einlasse, sei nicht Herr der Lage und müsse sich nicht wundern, wenn er mit schmutzigen Händen aus dem Projekt rauskomme. Der Polizeieinsatz in Saudi-Arabien sei unter diesen Umständen nicht mehr aufrecht zu erhalten. Das Projekt müsse beendet werden. Wiefelspütz bezeichnete es zugleich als ungeheuerlich, dass deutsche Polizisten bei öffentlichen Bestrafungen oder gar Hinrichtungen in Saudi-Arabien anwesend gewesen sei sollen. Das sei unzumutbar.

AI: Bundesregierung muss alles offenlegen

Für die Menschenrechtsorganisation Amnesty International gehört die saudische Religionspolizei zu den schlimmsten Menschenrechtsverletzern auf der Welt. Amnesty-Sprecher Matthias John sagte, die Mitglieder der Religionspolizei könnten willkürlich handeln und müssten keine Strafverfolgung fürchten. Die Bundesregierung müsse jetzt endlich offenlegen, was wirklich in Saudi-Arabien passiere.

FAKT hat Saudi-Projekt aufgedeckt

FAKT hatte bereits im April 2011 den bis dahin geheimen Einsatz deutscher Bundespolizisten in Saudi-Arabien enthüllt. Wie das Magazin seitdem mehrfach berichtete, werden seit 2009 deutsche Bundespolizisten in den autoritären Wüstenstaat entsendet, um dort saudische Grenzpolizisten auszubilden. Die deutschen Beamten sind dabei Teil eines milliardenschweren Grenzsicherungsprojektes des europäischen Rüstungskonzerns EADS, der an die deutschen Beamten dafür Trainerhonorare bezahlt.

saudi
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Fragwürdiger deutscher Einsatz in Saudi-Arabien

Anders als von der Bundesregierung behauptet, zeigen FAKT-Recherchen: Bundespolizisten arbeiten Hand in Hand mit dem Rüstungskonzern EADS. Auch Religionspolizisten sind beteiligt.

26.06.2012, 21:45 Uhr | 05:15 min

Zuletzt aktualisiert: 26. Juni 2012, 23:03 Uhr

6. killerbee:
@Rolly Nicht "Regierung", die korrekte Bezeichnung für die Merkel-Clique lautet "Regime". Die Deutschen werden seit Jahrzehnten verarscht, indem ihnen gesagt wird, sie hätten eine Demokratie, weil sie ja wählen dürften. Ist das so? Wenn man im Mittelalter wählen könnte, ob der neue Kaiser Karl oder Otto heißen soll, wird dann aus einer Monarchie eine Demokratie? Das entscheidende Kritierium ist doch, wie die Entscheidungen zustande kommen. Und da muss man ganz klar sagen, daß das deutsche Volk KEINERLEI Mitspracherecht hat. Noch nie gehabt. Euro, EU, Afghanistankrieg, Immigration, etc.... alles völlig an 80% des Volkes vorbei. Höre in dich hinein und du wirst wissen, daß es die Wahrheit ist!
28.06.2012
09:47 Uhr
5. Friedmann:
Niemand in Deutschland, der einigermaßen mitdenkt, kann CDU und FDP noch wählen. Werden diese Leute vieleicht einmal gegen das eigene Volk eigesetzt? Ich sehe keinen anderen Sinn darin. Auch unsere Leute, die bei schlimmsten Greueltaten zusehen müssen, für was ist das notwendig? Etwa dann, wenn wir einmal aufmüpfig werden?
27.06.2012
16:56 Uhr
4. Susanne:
Danke für ihren informativen Bericht!!! Hier am Bodensee, wo EADS seinen Sitz hat, gibt es auch einige (vier?) sogenannte Bildungspartnerschaften des Rüstungskonzerns EADS mit Gymnasien, weitere mit Hoch- und Fachhochschule, auch dem Ellenrieder-Gymnasium in Konstanz, bis vor kurzem die Schule unserer Kinder. Mit viel Energie und wenig Resultaten (bis auf eine Podiumsdiskussion) haben wir uns bemüht, die Schulleitung zum Ausstieg aus dieser - eigenmächtig installierten - Partnerschaft zu bewegen. Wir werden den Link zu Ihrem Bericht an die Schule weiterleiten. Ob sie dort eventuell doch noch umdenken?! Freundliche Grüße!
27.06.2012
12:39 Uhr
3. lamda:
"Der SPD-Innenpolitiker Dieter Wiefelspütz kritisierte die Beteiligung saudischer Religionspolizisten im Ausbildungsprojekt scharf. Wiefelspütz sagte in FAKT, wer sich mit einem totalitären Unrechtsstaat einlasse, sei nicht Herr der Lage und müsse sich nicht wundern, wenn er mit schmutzigen Händen aus dem Projekt rauskomme." Es sei denn, er arbeitet selbst für einen totalitären Unrechtsstaat. Die BRD ist nicht das, was die meisten Menschen in ihr sehen.
27.06.2012
08:44 Uhr
2. Helga Conrad:
Es ist einfach ein "Skandal" was in Saudi Arabien passiert ! Wenn dann auch noch 250 Panzer geliefert werden sollen ist es noch schlimmer, wofür die wohl gebraucht werden !
27.06.2012
01:33 Uhr
1. ROLLY:
Ich kann es nicht glauben........... Jetzt wundert mich in Deutschland auch schon gar nichts mehr.... Diese Regierung ist der größte Sauhaufen den ich jetzt kenne.... Wer diese Regierung noch WÄHLT , der ist nicht mehr ganz in Ordnung im Kopf... Ohne Wort ..oder Sie fehlen einem dabei... Dein Danke Deutsche Regierung...
26.06.2012
22:21 Uhr

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