FAKT extra | Das Erste | 15.11.2011 | 21:45 Uhr : V-Mann hatte auch nach Abtauchen Kontakt zu Trio
Wie können bekannte Neonazis untertauchen und 13 Jahre lang aus dem Untergrund agieren? Diese Frage stellt sich derzeit im Fall des Terror-Trios aus Zwickau. Brisant: FAKT liegen Informationen vor, wonach ein V-Mann des Thüringer Verfassungsschutzes auch noch nach dem Abtauchen des Terror-Trios Kontakt zu Uwe B., Uwe M. und Beate Z. gehabt hat und das dem Verfassungsschutz auch meldete. Konkret ging es um Geld, das bei einem sogenannten Solidaritäts-Konzert für die untergetauchten Neonazis gesammelt worden war. Nach FAKT-Informationen hat der Thüringer Verfassungsschutz auch von dem Konzert gewusst, da ein Spitzel des Amtes daran beteiligt war.
Ex-Staatsschützer: Verfassungsschutz trägt Mitschuld
Der ehemalige Staatsschützer und Rechtsextremismus-Experte Bernd Wagner gibt dem Thüringer Verfassungsschutz eine entscheidende Mitschuld an der Terror-Karriere des Zwickauer Trios. Das Amt habe es erst ermöglicht, dass die Leute abtauchen konnten. Außerdem seien offensichtlich nicht alle Möglichkeiten genutzt worden, um die Rechtsextremisten wiederzufinden und sie vor Gericht zu stellen. Der frühere Chef des Thüringer Verfassungsschutzes, Helmut Roewer, schob die Schuld dafür zunächst von sich. Inzwischen räumt er mögliche Pannen ein. Roewer erklärt, er könne nicht ausschließen, dass das Trio bei einer der vielen Observationsmaßnahmen irgendwo vielleicht fotografiert worden sei, aber nicht erkannt wurde.
Ströbele spricht von Geheimdienstaffäre
Hans Christian Ströbele von den Grünen sieht in dem Fall eine Geheimdienst-Affäre. Der Verdacht sei gerechtfertigt, dass Steuergelder, die über den Verfassungsschutz an V-Leute geflossen seien, auch zur Unterstützung des Terror-Trios verwendet wurden. Das dürfe in Deutschland nicht passieren.

