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Das Haupthaus der Kunstsammlungen Chemnitz am Theaterplatz Bildrechte: imago/Hanke

Kulturhauptstadt 2025Diese besonderen Museen hält Chemnitz bereit

31. Juli 2023, 20:43 Uhr

Erblüht zur Zeit der industriellen Moderne steht Chemnitz für die Einflüsse der kulturellen und architektonischen Moderne – zu entdecken ist das in den zahlreichen Museen der Stadt. Während Industriemuseum oder der Schauplatz Eisenbahn die Zeit der Industrialisierung thematisieren, sind andere Museen in Architektur-Ikonen aus dieser Zeit untergebracht. Für Familien mit Kindern sind das Spielemuseum und die Burg Rabenstein interessant.

von Cornelia Winkler, MDR KULTUR

Auf den Spuren der Chemnitzer Industriegeschichte:

Sächsisches Industriemuseum

Viele technische und industrielle Entwicklungen von weltweiter Bedeutung hatten und haben in und um Chemnitz ihren Ursprung. Den industriellen Charme von damals kann man auch heute noch an vielen Orten in der Stadt entdecken. Einen Einblick in mehr als 200 Jahre Industriegeschichte der Region erhalten Interessierte bei einem Besuch im Sächsischen Industriemuseum. Eingerichtet in den Räumen einer ehemaligen Gießerei erzählt es vom Innovationsgeist der Sachsen und stellt bedeutende Unternehmer, Arbeiter und Kreative vor. Besucherinnen und Besucher können historische Textil- und Dampfmaschinen bestaunen, aber auch moderne Industrieroboter.

Mehr Informationen (zum Aufklappen)

  • Industriemuseum Chemnitz | Zwickauer Str. 119, 09112 Chemnitz
  • Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag : 9 bis 17 Uhr | Samstag/Sonntag: 10 bis 17 Uhr | montags geschlossen
  • Eintritt: Erwachsene 7 Euro, ermäßigt 4 Euro I frei für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre
  • Barrierefreiheit: Vorhanden sind ein Behindertenparkplatz, Rampen im Eingangs- und Ausstellungsbereich, ein Rollstuhlhublift im Museum, ein Aufzug in der Ausstellungshalle sowie ein Rollstuhlfahrer-WC. An der Museumskasse sind Bauwollhandschuhe zum Ertasten von Exponaten für Blinde und Sehbehinderte ausleihbar.

Wo frühe eine Gießerei war, wird heute vom Innovationsgeist der Sachsen erzählt: das Industriemuseum in Chemnitz Bildrechte: CWE Chemnitzer Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH

Museum für sächsische Fahrzeuge

Auch Fahrzeugbau war ein bedeutendes Standbein der Stadt. Davon erzählt das Fahrzeugmuseum Chemnitz, das – passenderweise – in einem Parkhaus angesiedelt ist. Genauer: in den 1928 errichteten Stern-Garagen, einer der ältesten erhaltenen Hochgaragen in Deutschland. Auf rund 1.000 Quadratmetern gibt es mehr als 150 historische Automobile, Motorräder und Fahrräder von zahlreichen Herstellern aus Sachsen zu entdecken.

Mehr Informationen

  • Museum für sächsische Fahrzeuge | Zwickauer Str. 77, 09112 Chemnitz
  • Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag: 10 bis 17 Uhr | montags geschlossen
  • Eintritt: Erwachsene 6 Euro, ermäßigt 4 Euro I frei für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre
  • Barrierefreiheit: Ebenerdiger Eingang, die Ausstellung ist rollstuhlgerecht, Sitzgelegenheiten sind vorhanden, ebenso eine rollstuhlgerechte Toilette. Führungen für Gruppen, die einen Gebärdensprachdolmetscher mitbringen, Führungen für Menschen mit Demenz sowie Tastführungen für Sehende und Nichtsehende können auf Anfrage organisiert werden.

Wessen Herz für Zwei- oder Vierräder schlägt, darf das Museum für sächsische Fahrzeuge nicht verpassen. Bildrechte: IMAGO/Sylvio Dittrich

Schauplatz Eisenbahn in Chemnitz-Hilbersdorf

Von der Blütezeit der Eisenbahn erzählt der Schauplatz Eisenbahn in Chemnitz-Hilbersdorf. Auf dem Gelände eines ehemaligen Rangierbahnhofs, der einst zu den größten in Europa gehörte, können sich Interessierte heute auf eine Zeitreise durch die Eisenbahngeschichte begeben und historische Lokomotiven erkunden, eine weltweit einmalige Seilablaufanlage sehen oder mehr über die Wegbereiter der Bahn in Sachsen erfahren: etwa den Chemnitzer Maschinenbau-Fabrikant Richard Hartmann oder Friedrich List, Initiator der ersten Ferneisenbahn Deutschlands zwischen Dresden und Leipzig.

Mehr Informationen

  • Schauplatz Eisenbahn | Frankenberger Str. 172, 09131 Chemnitz
  • Öffnungszeiten: Donnerstag bis Sonntag: 10 bis 17 Uhr | Montag bis Mittwoch geschlossen
  • Eintritt: Erwachsene 10 Euro, ermäßigt 5 Euro I frei für Kinder
  • Barrierefreiheit: Das eisenbahnhistorisches Areal ist weitgehend barrierefrei. Menschen mit Behinderung finden reservierte Parkplätze und Toiletten.

Geschichte erleben am authentischen Ort: der Schauplatz Eisenbahn Chemnitz-Hilbersdorf Bildrechte: MDR/Andreas Lander

Museen für Architektur- und Kunstinteressierte:

Villa Esche

Als Chemnitz um 1900 florierende Industriemetropole war, prägten imposante Fabrikbauten und Schornsteine das Stadtbild. Ebenso entstanden zahlreiche beeindruckende Villen, die reiche Industrielle erbauen ließen. Einer von ihnen war der Textilfabrikant Herbert Eugen Esche, der im Jahr 1902 den belgischen Architekten Henry van de Velde mit dem Bau seiner Villa beauftragte. Das Jugendstil-Ensemble ist weitgehend erhalten geblieben und beherbergt heute das Henry van der Velde Museum. Es gehört zu den Kunstsammlungen Chemnitz und präsentiert unter anderem die Räume der Familie Esche mit dem Originalmobiliar. Wie sie hier damals lebten, macht auch eine App der Kunstsammlungen erfahrbar. Eine Dauerausstellung widmet sich dem weitgefächerten Gesamtschaffen des Künstlers van der Velde.

Mehr Informationen

  • Henry van de Velde Museum in der Villa Esche | Parkstraße 58, 09120 Chemnitz
  • Öffnungszeiten: Donnerstag bis Sonntag: 10 bis 18 Uhr | Montag bis Mittwoch geschlossen
  • Eintritt: Erwachsene 5 Euro, ermäßigt 3 Euro I frei für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre
  • Barrierefreiheit: Für Rollstuhlfahrer*innen bis zum zweiten Obergeschoss zugänglich. Da der Zugang über einen Rollstuhllift erfolgt, ist eine Voranmeldung ratsam. Ein Behindertenparkplatz befindet sich ca. 30 Meter vom Eingang entfernt.

Die Villa Esche wurde entworfen vom belgischen Architekten und Künstler Henry van de Velde. Bildrechte: MDR/Roland Bartel

Gunzenhauser Museum

Ebenso Teil der Kunstsammlungen ist das Gunzenhauser Museum. Auch hier ist allein schon das Haus eine Sehenswürdigkeit: Das ehemalige Sparkassengebäude, errichtet zwischen 1928 und 1930, war eines der ersten Hochhäuser der Stadt und gilt als exemplarisches Gebäude des Neuen Bauens. Heute befindet sich hier das Museum Gunzenhauser mit einem der weltweit größten Otto-Dix-Bestände.

Die 380 Werke sind das Herzstück der Sammlung Alfred Gunzenhausers, die insgesamt mehr als 3.000 Werke von 270 Künstlerinnen und Künstlern zählt. Der Schwerpunkt liegt auf der klassischen Moderne mit Einblicken in den Expressionismus und die Neue Sachlichkeit. Das Museum zeigt unter anderem auch Arbeiten von Ernst Ludwig Kirchner, Paula Modersohn-Becker, Karl Schmidt-Rottluff und Gabriele Münter. Präsentiert werden die Exponate auf insgesamt vier Etagen – alle verbunden durch eine geradlinige, knallrote Kaskadentreppe, ein architektonisches Highlight des Hauses.

Wer mehr bedeutende Werke des deutschen Expressionismus sehen will, für den ist das Haupthaus der Kunstsammlungen am Theaterplatz ein Muss. Mit etwa 300 Werken zeigt es die weltweit zweitgrößte Sammlung von Werken des Expressionisten Karl Schmidt-Rottluff. Daneben sind auch Arbeiten von Malern wie Caspar David Friedrich, Edvard Munch und Georg Baselitz zu sehen. 

Mehr Informationen zum Museum Gunzenhauser

  • Kunstsammlungen Chemnitz: Museum Gunzenhauser I Falkeplatz, 09112 Chemnitz
  • Öffnungszeiten: Dienstag, Donnerstag bis Sonntag und feiertags: 11 bis 18 Uhr I mittwochs: 14 bis 21 Uhr
  • Eintritt: Erwachsene 8 Euro, ermäßigt 5 Euro I frei für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre
  • Barrierefreiheit: Zugang zu den öffentlichen Servicebereichen sowie zu allen Ausstellungsräumen barrierefrei. Mobile Sitzgelegenheiten stehen zur Verfügung, behindertengerechte Parkplätze direkt am Museum.

Mehr Informationen zu den Kunstsammlungen Chemnitz

  • Kunstsammlungen Chemnitz | Theaterplatz 1, 09111 Chemnitz
  • Öffnungszeiten: Dienstag, Donnerstag bis Sonntag und an Feiertage: 11 bis 18 Uhr | Mittwoch: 14 bis 21 Uhr | montags geschlossen
  • Eintritt: Erwachsene 8 Euro, ermäßigt 5 Euro I frei für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre
  • Barrierefreiheit: Zugang zu den öffentlichen Servicebereichen sowie zu allen Ausstellungsräumen barrierefrei. Leit- und Informationssystem mit taktilen Informationen und Elementen sowie taktiles Bodenleitsystem. Mobile Sitzgelegenheiten stehen bereit. Behindertengerechte Parkplätze im ersten Untergeschoss der Tiefgarage Theaterplatz.

Das Museum Gunzenhauser ist in einem der ersten Hochhäuser von Chemnitz zu finden. Bildrechte: imago/Schöning

Archäologie im Kaufhaus entdecken:

Staatliches Museum für Archäologie

Das Staatliche Museum für Archäologie (smac) ist ebenso in einer Architektur-Ikone untergebracht. Im ehemaligen Kaufhaus Schocken in der Innenstadt präsentiert es rund 6.000 Exponate zu mehr als 300.000 Jahren sächsischer Geschichte – von den Jägern und Sammlern über die ersten Siedler bis hin zum modernen Städtebau. Dafür wurde der denkmalgeschützte Bau von Architekt Erich Mendelssohn aus dem Jahr 1930 fast vier Jahre lang mit Millionenaufwand saniert und umgestaltet. Der Geschichte des Hauses, des ehemaligen Kaufhauskonzerns und dem Konzernmitbegründer Salman Schocken sind einzelne Ausstellungsbereiche gewidmet.

Mehr Informationen

  • smac – Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz I Stefan-Heym-Platz 1, 09111 Chemnitz
  • Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen: 10 bis 18 Uhr I donnerstags: 10 bis 20 Uhr
  • Eintritt: Erwachsene 8 Euro, ermäßigt 5 Euro I frei für Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre
  • Barrierefreiheit: Barrierefreier Eingang, barrierefreie Sanitärräume auf drei Etagen, drei Klapprollstühle und drei Rollatoren stehen zum Ausleihen zur Verfügung, Aufzüge vorhanden, leichte Klappstühle in der Ausstellung, kostenfreier Audioguide für Blinde und Sehgeschädigte. Der Weiße Stock e.V. in Chemnitz bietet für blinde und sehbehinderte Menschen Begleiter durch die Ausstellungen im smac an (mit Anmeldung), Assistenz- und Blindenhunde sind im Museum willkommen, fünf Videoguides mit Erklärungen in DGS vorhanden.

Des frühere Kaufhaus Schocken in der Innenstadt beherbergt heute das Staatliche Museum für Archäologie. Bildrechte: IMAGO / Schöning

Spannende Museen für Familien und Kinder:

Museum für Naturkunde Chemnitz

Im ehemaligen Kaufhaus Tietz lässt sich das Chemnitztal erleben, wie es vor 290 Millionen Jahren ausgesehen hat. Damals war die Region eine tropische Oase. Zerstört wurde diese bei einem Vulkanausbruch, dem das dort angesiedelte Naturkundemuseum Chemnitz einen eigenen, multimedialen Teil in der Dauerausstellung widmet. Die in der Lava eingeschlossen Fossilien sind heute Grundlage der Chemnitzer Sammlung. Highlight ist das mit Abstand älteste Fundstück, der "Versteinerte Wald" – 291 Millionen Jahre ist er alt. Darüber hinaus bietet das älteste Museum der Stadt auch ein Insektarium: Hier können unter anderem Schmetterlinge, Blattschneiderameisen, Vogelspinnen, Krebse und Skorpione beobachtet werden.

Mehr Informationen

  • Museum für Naturkunde Chemnitz I Moritzstraße 20, 09111 Chemnitz (Das Museum befindet sich in der 1. Etage des Tietz)
  • Öffnungszeiten: Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag: 9 bis 17 Uhr I Samstag, Sonntag und Feiertage: von 10 bis 18 Uhr I Mittwochs geschlossen
  • Eintritt: Erwachsene 4 Euro, ermäßigt 2,50 Euro I frei für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre
  • Barrierefreiheit: Zugang zum Museum ist barrierefrei, alle Ausstellungsbereiche sind mit dem Rollstuhl befahrbar, barrierefreie Toiletten im Erdgeschoss (Schlüssel an der Museumskasse), blinde und sehbehinderte Besucher*innen können die Assistenz über den Begleitdienst "Fü(h)r mich" des Vereins Weißer Stock e. V. in Anspruch nehmen (mit Anmeldung).

Deutsches Spielemuseum

Das Deutsche Spielemuseum dürfte besonders bei jungen Museumsbesucherinnen und -besuchern hoch im Kurs stehen. Es präsentiert etwa 35.000 Spiele aus aller Welt aus insgesamt zehn Jahrhunderten. Zu einer Entdeckungsreise durch die Geschichte lädt die Dauerausstellung "Historische Spiele" ein. Höhepunkt ist der Spieleraum: Er umfasst 2.700 Gesellschafts- und elektronische Spiele, die selbst ausprobiert werden dürfen.

Mehr Informationen

  • Deutsches Spielemuseum I Neefestraße 78A, 09119 Chemnitz
  • Öffnungszeiten: Donnerstag, Samstag, Sonntag, Feiertag: 13 bis 18 Uhr
  • Eintritt: Erwachsene 7 Euro, ermäßigt 5 Euro I frei für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre

Das Monopoly-Spiel in der Erzgebirgs-Version darf im Spielemuseum in Chemnitz natürlich nicht fehlen. Bildrechte: dpa

Burg Rabenstein

Für einen Ausflug mit Kindern ist auch ein Besuch der Burg Rabenstein empfehlenswert. Die kleinste mittelalterliche Burg Sachsens ist am Stadtrand von Chemnitz in Rabenstein gelegen und kann von Mai bis Oktober besichtigt werden. Höhepunkte sind der Bergfried und die Ausstellung zu mittelalterlichen Waffen und Grabungsfunden im Burgmuseum, das zum Schlossbergmuseum gehört und damit ebenso Teil der Kunstsammlungen ist.

Mehr Informationen

  • Burg Rabenstein I Oberfrohnaer Straße 149, 09117 Chemnitz
  • Öffnungszeiten: 1. Mai bis 31. Oktober, Dienstag bis Sonntag; 10 bis 17 Uhr
  • Eintritt: Erwachsene 3 Euro, ermäßigt 2 Euro I frei für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre

Die mittelalterliche Burg Rabenstein befindet sich gleichnamigen Stadtteil unst ist ein beliebtes Ausflugsziel in Chemnitz. Bildrechte: IMAGO / Hanke

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Dieses Thema im Programm:MDR KULTUR - Das Radio | 13. Mai 2022 | 18:05 Uhr