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Die Deutsche Bahn hat der GDL kein neues Angebot vorgelegt. Bildrechte: IMAGO/onemorepicture

TarifstreitGDL kündigt nächsten Streik ab Dienstagmorgen an

10. März 2024, 22:19 Uhr

Die Lokomotivführer-Gewerkschaft GDL hat ab Dienstagmorgen bis Mittwochmorgen erneut zu Streiks im Personenverkehr aufgerufen. Ob es einen Notfallfahrplan geben wird, blieb zunächst unklar. Zuvor hatte die Bahn die Wiederaufnahme von Verhandlungen gefordert – allerdings ohne auf die Forderung der GDL, ein neues Angebot vorzulegen, einzugehen.

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat im Tarifstreit bei der Deutschen Bahn zum nächsten Streik aufgerufen. Bereits ab diesem Dienstag um 2 Uhr soll der Personenverkehr weitgehend zum Erliegen kommen, wie die GDL am Sonntagabend mitteilte. Bis Mittwochmorgen um 2 Uhr soll der neuerliche Ausstand dauern. Der Streik im Güterverkehr beginnt bereits am Montagabend, 18 Uhr. Er dauert ebenfalls 24 Stunden.

Damit liegen nur etwas mehr als 24 Stunden zwischen der Ankündigung des Arbeitskampfs und seinem Beginn. Gewerkschaftschef Claus Weselsky hatte bereits vor dem vorigen Streik angekündigt, der Bahn und den Fahrgästen künftig deutlich weniger Vorlauf zu lassen, um sich auf den Arbeitskampf einzustellen.

Ob die Bahn in der Kürze der Zeit wieder einen Notfahrplan auf die Beine stellen kann, blieb zunächst unklar. Möglicherweise stellt der Konzern aufgrund der Kurzfristigkeit auch den gesamten Fernverkehr ein. Bei vorigen Arbeitskämpfen im laufenden Tarifkonflikt war stets rund jeder fünfte Fernzug im Einsatz. Im Regionalverkehr waren die Auswirkungen unterschiedlich stark.

Bahn legt GDL kein neues Angebot vor

Die Bahn hatte die GDL am Freitag zur Wiederaufnahme der Verhandlungen aufgefordert. Die GDL hatte Bereitschaft bekundet, am Montag wieder zusammenzukommen, unter der Voraussetzung, dass die Bahn ihr bis Sonntagabend um 18 Uhr ein neues Angebot unterbreite.

Die Bahn erneuerte jedoch lediglich ihr Angebot an die Lokführergewerkschaft GDL zur Wiederaufnahme der Tarifverhandlungen an diesem Montag. Angebote und Lösungen könnten direkt am Verhandlungstisch unterbreitet und erörtert werden, teilte der Konzern am Sonntagnachmittag mit.

Auf die Forderung der GDL, vor Gesprächsbeginn ein verbessertes Angebot bis Sonntag 18 Uhr vorzulegen, ging das Unternehmen nicht ein. Wie die GDL mitteilte, setzt die Bahn damit die Provokation fort und zwingt die GDL, die Auseinandersetzung fortzusetzen.

Die DB sei alternativ auch bereit, in eine formale Schlichtung einzutreten. Das würde bedeuten, dass eine oder zwei Personen als neutrale Dritte eingesetzt werden, um einen Tarifabschluss zu erzielen. Anders als die bereits eingesetzten Moderatoren gestalten Schlichter im Verfahren die Verhandlungsführung nach Ablauf und Inhalt. Zudem steht am Ende einer Schlichtung ein Schlichterspruch, falls sich die Tarifvertragsparteien nicht einvernehmlich verständigen konnten.

Tarifstreit über 35-Stunden-Woche

Die Moderatoren hatten eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit in zwei Stufen von 38 auf 36 Stunden bei vollem Lohnausgleich bis 2028 vorgeschlagen. Der GDL genügt das in der vorgeschlagenen Form jedoch nicht. Sie fordert die schrittweise Einführung einer 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich.

In der laufenden Tarifrunde streikte die GDL inzwischen bereits fünfmal, der fünfte Ausstand über 35 Stunden endete erst am Freitagmittag.

AFP/dpa (jst)

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL | Das Nachrichtenraddio | 10. März 2024 | 16:08 Uhr