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An dem Straßenschild und dem Fahrrad klebt noch der Schlamm der Flut von 2002. Bildrechte: Claudia Richert

KulturStadtarchiv Dresden erinnert mit persönlichen Fundstücken an Jahrhunderflut

von MDR SACHSEN

Stand: 17. August 2022, 19:16 Uhr

Eine Sonderausstellung im Stadtarchiv in Dresden erinnert an die Jahrhundertflut vor 20 Jahren. Im Vordergrund steht dabei vor allem der private Blick auf die Flutkatastrophe. Viele Dresdnerinnen und Dresdner haben sich mit Fotoalben und Aufzeichnungen beteiligt.

Am Mittwochabend wird im Stadtarchiv in Dresden die Ausstellung "NEUN METER VIERZIG. Die Jahrhundertflut in Dresden 2002" eröffnet. Der Titel spielt an auf den damaligen Höchststand des Wassers in der Stadt. Höher als 9,40 Meter hatte es zuvor noch nie in Dresden gestanden.

Mit persönlichen Fotografien, Erinnerungsstücken und Geschichten dokumentiert die Ausstellung die Ereignisse rund um das Hochwasser vom August 2002. Viele Dresdnerinnen und Dresdner waren laut Stadtverwaltung bereits einem 2021 gestarteten Aufruf gefolgt und übergaben dem Stadtarchiv ihr privates Material für die Ausstellung.

Die Ausstellung im Stadtarchiv ermöglicht einen privaten Blick auf die Flutkatastrophe. Viele Dresdnerinnen und Dresdner haben Erinnerungsstücke zur Verfügung gestellt. Bildrechte: Claudia Richert

Ausstellung zeigt Bahnhofsschild mit Original-Schlammschicht

Unter den 78 abgegebenen Beiträgen befinden sich demnach viele Fotoalben, Aufzeichnungen und einige sehr persönliche Objekte. Zu sehen sind unter anderem eine aus der Flut gerettete Modelleisenbahn, einige Fotoapparate, ein Fahrrad und ein Bahnhofsschild - alle noch bedeckt von der damaligen Schlammschicht der Elbe. Markant sind auch zwei Nussknacker aus einem vollgelaufenen Keller in der St. Petersburger Straße. Ihre Besitzerin hatte sie gefunden und vor dem Sperrmüll gerettet. Anschließend ließ sie sie restaurieren.

In der Schau ist unter anderem eine Sandsack-Füllstation von 2002 zu sehen. Bildrechte: Claudia Richert

Als die Dresdner gemeinsam Sandsäcke schippten

Eine Rolle spielt in der Ausstellung auch das damalige bürgerschaftliche Engagement. Gezeigt wird beispielsweise eine Sandsackabfüllanlage, die daran erinnert, wie Dresdnerinnen und Dresdner gemeinschaftlich Sandsäcke abgefüllt haben. Die Besucherinnen und Besucher können sich außerdem ein Bild davon machen, wie städtische Akten und Unterlagen vor den Wassermassen gerettet werden konnten und wie die Evakuierung der Krankenhäuser ablief.

Die Sonderausstellung im Stadtarchiv Dresden, Elisabeth-Boer-Str. 1, ist bis zum 4. November jeweils Montag und Mittwoch von 9 bis 16 Uhr sowie Dienstag und Donnerstag von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Am Freitag ist sie von 9 bis 12 Uhr zu sehen.

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MDR (sth)

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 17. August 2022 | 19:00 Uhr