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Kriminalität

Erfurter Rechtsextremist in seiner Wohnung von falschen Polizisten schwer misshandelt

von MDR THÜRINGEN

Stand: 28. Mai 2021, 15:53 Uhr

Ein Rechtsextremist aus Erfurt ist in seiner Wohnung von falschen Polizisten überfallen und schwer misshandelt worden. Das 25-jährige Opfer soll bei dem Angriff vor der Staatkanzlei im vergangenen Sommer beteiligt gewesen sein.

Das 25-jährige Opfer des Überfalls (vorne rechts) soll einer der Angreifer vor der Thüringer Staatskanzlei in Erfurt im vergangenen Sommer gewesen sein. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In Erfurt haben in der Nacht zu Freitag als Polizisten getarnte Unbekannte einen 25-Jährigen in seiner Wohnung überfallen und schwer verletzt. Nach Informationen von MDR THÜRINGEN soll es sich bei dem Opfer um einen polizeibekannten Rechtsextremisten handeln. Er soll unter anderem am Überfall auf eine Gruppe Jugendlicher vor der Thüringer Staatskanzlei im Sommer vergangenen Jahres beteiligt gewesen sein.

Rechtsextremist in Wohnung gefesselt und verletzt

Nach MDR THÜRINGEN-Informationen sollen die Täter in den frühen Morgenstunden die Tür zu seiner Wohnung mit einer Ramme aufgebrochen haben. Dann soll der 25-Jährige gefesselt worden sein. Anschließend sollen die Unbekannten ihm ein Bein gebrochen haben. Auch seine Freundin wurde offenbar gefesselt am Tatort zurück gelassen. Außerdem sollen die Täter beide Opfer mit einer unbekannten Flüssigkeit übergossen haben.

Zunächst war von Chlor die Rede, eine Bestätigung gab es dafür bislang nicht. Die Kriminalpolizei in Erfurt hat inzwischen eine Arbeitsgruppe gebildet, die dem Fall mit Hochdruck nachgeht. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Erfurt bestätigte MDR THÜRINGEN die Ermittlungen, wollte aber keine weiteren Details nennen.

Falsche Polizisten überfielen NPD-Funktionär

Bereits Mitte März hatte es im sächsischen Eilenburg einen ähnlichen Fall gegeben. Dort hatten als Polizisten getarnte Unbekannte einen 30-jährigen NPD-Funktionär überfallen und ihn mit einem Hammer angegriffen. Nach MDR THÜRINGEN-Recherchen prüfen die Fahnder aktuell, ob es Zusammenhänge zwischen den beiden Überfällen geben könnte.

25-Jähriger soll bei Hirschgarten-Überfall dabeigewesen sein

Das 25-jährige Opfer wird von Polizei und Verfassungsschutz der gewaltbereiten rechtsextremen Hooligan-Szene zugeordnet. Er war einer der mutmaßlichen Schläger bei dem Überfall auf mehrere Jugendliche Mitte Juli 2020 in einer Parkanlage vor der Thüringer Staatskanzlei in Erfurt. Dabei wurden mehrere Opfer zum Teil schwer verletzt, darunter auch drei Zivilpolizisten. Nach Informationen von MDR THÜRINGEN soll das Opfer auch bei einem rechtsextremen Überfall im Leipziger Stadtteil Connewitz beteiligt gewesen sein. Am 11. Januar 2016 waren bis zu 300 gewaltbereite Neonazis und Hooligans marodierend durch den Stadtteil gezogen. Dabei griffen sie wahllos Menschen an und zerstörten Autos und Geschäfte. 

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm:MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 28. Mai 2021 | 14:00 Uhr

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