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EnergiewendeCDU in Thüringen streitet um Windräder im Wald

08. November 2022, 18:32 Uhr

CDU und AfD in Thüringen lehnen Windräder im Wald weiterhin ab. Zuvor hatte Michael Brychcy (CDU), Präsident des Städte- und Gemeindebundes Thüringen, gegen seine Parteilinie den Bau von Windkraftanlagen im Wald gefordert.

von MDR THÜRINGEN

In der derzeitigen Debatte um Windräder im Wald hat sich die Thüringer CDU erneut ablehnend geäußert. Thomas Gottweiss, energiepolitischer Sprecher der Landtagsfraktion sagte, es mache keinen Sinn, Waldfläche zu versiegeln, um Energie zu produzieren, die in Thüringen nicht gebraucht werde. Entscheidend sei, dass Energie dauerhaft bereitgestellt wird. Das werde mit Windrädern im Wald nicht verbessert.

CDU fordert "bürgerfreundlichen" Ausbau der erneuerbaren Energien

Nach Ansicht der CDU-Fraktion ist ein bürgerfreundlicher Ausbau der erneuerbaren Energien, bei dem der Abstand von 1.000 Metern zu Wohnsiedlungen eingehalten wird, entscheidend. Auch so ließen sich die Klimaziele erreichen.

Nadine Hoffmann, energiepolitische Sprecherin der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag: "Abgeholzte Flächen haben nichts mit Umweltschutz zu tun." (Archivbild) Bildrechte: imago images/Karina Hessland

Auch die Thüringer AfD äußerte sich kritisch zu den Plänen der Landesregierung. Die energiepolitische Sprecherin der Fraktion im Landtag, Nadine Hoffmann, sagte, abgeholzte Waldflächen hätten nichts mit Umweltschutz zu tun, sondern mit der Industrialisierung von Naturräumen. Hoffmann wirft dem Land vor, Kommunen im Rahmen des Klimapaktes kaufen zu wollen. Dieser Versuch werde scheitern.

100 Millionen vom Land für den Klimaschutz

Die rot-rot-grüne Landesregierung will Städten, Landkreisen und Gemeinden mehr Investitionen in den Klimaschutz ermöglichen, wie etwa in Solaranlagen auf Rathäusern oder in eine sparsame Straßenbeleuchtung. Das Land will den Kommunen dazu in den Jahren 2023 und 2024 jeweils 50 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung stellen.

Bei der Unterzeichnung des sogenannten Klimapaktes forderte der Präsident des Thüringer Gemeinde- und Städtebundes, Michael Brychcy (CDU), den Bau von Windrädern im Wald. Brychcy sagte, ohne Windkraftanlagen im Wald seien die Klimaziele bis 2030 nicht zu schaffen. Laut Brychcy geht es nicht darum, komplette Wälder zu roden. Sondern darum, die Anlagen dort aufzustellen, wo es möglich sei.

Mit solchen Tabuzonen sind die Klimaziele nicht erreichbar.

Michael Brychcy | Präsident des Thüringer Gemeinde- und Städtebundes

Er wisse, dass das seine Parteikollegen nicht gerne hörten, so der CDU-Politiker und Bürgermeister von Waltershausen. Auch im Stadtrat seiner Kommune gebe es starken Widerstand gegen Windkraft im Wald. Aber mit solchen Tabuzonen seien die Klimaziele nicht erreichbar.

MDR (co/caf)

Dieses Thema im Programm:MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 08. November 2022 | 16:00 Uhr

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