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An der Nordhäuser Straßenbahn entstand durch die großflächige Schmiererei ein Schaden von rund 10.000 Euro. Bildrechte: MDR/Silvio Dietzel

PolizeiNach Oberbürgermeisterwahl: Straßenbahn in Nordhausen mit Anti-AfD-Slogan beschmiert

von MDR THÜRINGEN

26. September 2023, 08:44 Uhr

In Nordhausen in Thüringen haben Unbekannte eine Straßenbahn über 22 Meter beschmiert. Die Schmierereien richten sich wahrscheinlich gegen die AfD und den AfD-Oberbürgermeister-Kandidaten Jörg Prophet.

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Unbekannte haben in der Nacht zu Montag eine komplette Straßenbahn in Nordhausen beschmiert. In großen Lettern ist zu lesen "Jörg P. Kill" - womit offenbar der AfD-Oberbürgermeister-Kandidat Jörg Prophet gemeint ist. Zudem wurde die Straßenbahn mit "9MM GO FCK AfD" besprüht.

Wie die Polizei mitteilte, brachen die Täter in das Gelände des Betriebshofs ein und konnten unbemerkt ihr Werk verrichten. Der Triebwagen sei auf einer Länge von 22 Metern und auf drei Metern Höhe besprüht worden. Die Straßenbahn hatte den Betriebshof nicht verlassen, nachdem sie verunstaltet worden war.

Schaden von 10.000 Euro an Straßenbahn - Staatsschutz ermittelt

An der Straßenbahn entstand ein Schaden von etwa 10.000 Euro. Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung. Zudem bewertet sie die Schmierereien in Nordhausen als politisch motivierte Straftat. Der Staatsschutz der Kriminalpolizeiinspektion Nordhausen hat daher die Ermittlungen aufgenommen. Nach Angaben eines Sprechers ist noch nicht klar, ob es sich um einen Tötungsaufruf gehandelt haben könnte. Die Polizei sucht Hinweise zur Tat unter der Telefonnummer 03631/960 (es entstehen übliche Kosten für Telefongespräche). 

Buchmann gewann Oberbürgermeisterwahl in Nordhausen

Bei der Stichwahl am Sonntag hatte sich der bisherige Amtsinhaber Kai Buchmann mit 54,9 Prozent der Stimmen quasi ohne einem eigenen Wahlkampf gegen seinen AfD-Herausforderer Jörg Prophet durchgesetzt. Dieser kam auf 45,1 Prozent. Zuvor war bekannt geworden, dass der AfD-Kandidat in der Vergangenheit aufgrund geschichtsrevisionistischer Veröffentlichungen vom Verfassungsschutz beobachtet worden war.

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MDR (ch/jn)

Anmerkung der Redaktion: Da laut Polizei aus dem Slogan nicht klar ein Tötungsaufruf hervorgeht, haben wir die Meldung entsprechend geändert.

Dieses Thema im Programm:MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 25. September 2023 | 15:00 Uhr