Nachrichten & Themen
Mediathek & TV
Audio & Radio
SachsenSachsen-AnhaltThüringenDeutschlandWelt

Ihr Browser unterstützt kein HTML5 Video.

Das Video wird geladen ...

Ungewisse Zukunft von historischem Geraer Kaufhaus

Kaufpreis in Millionenhöhe gefordert

Tietz-Kaufhaus Gera: Stadträte fordern Abbruch der Verkaufsverhandlungen

von MDR THÜRINGEN

Stand: 24. September 2021, 18:42 Uhr

Der Streit um das einstige Tietz-Kaufhaus in Gera spitzt sich zu. Die Stadträte fordern gemeinsam in einem offenen Brief, die Verhandlungen mit dem jetzigen Eigentümer der Immobilie abzubrechen. Der geforderte Preis sei zu hoch. Nach MDR THÜRINGEN-Informationen zahlte die Unternehmensgruppe selbst nur einen Bruchteil der Summe, die sie nun verlangt.

Die Geraer Stadträte wollen die Verhandlungen mit dem jetzigen Eigentümer um das frühere Tietz-Kaufhaus abbrechen. In einem offenen Brief aller Fraktionen schreiben sie, der geforderte Kaufpreis sei völlig überzogen. Man lege Oberbürgermeister Julian Vonarb (pl) nahe, die Verhandlungen zu beenden.

Die Besitzerin der Immobilie, die FAB Unternehmensgruppe, hatte zuvor der Stadt ein Angebot über 5,8 Millionen Euro unterbreitet. Das ist exakt die Summe, in deren Höhe der Bund Fördermittel in Aussicht gestellt hatte. Die Stadt Gera schlug das Angebot daraufhin aus.

Den geforderten Kaufpreis haben Sie offenkundig an den in Aussicht gestellten Fördermitteln bemessen.

Aus dem offenen Brief der Geraer Stadträte an die FAB Unternehmensgruppe

Fördermittel laut Stadträten vor allem für Sanierung gedacht

Die Fördermittel sollten vorrangig der Sanierung dienen, so die Stadträte, nicht aber für überzogene Kaufpreisforderungen genutzt werden. Ein von der Unternehmensgruppe vorgelegtes Verkehrswertgutachten gehe völlig an der Realität vorbei, das frühere Kaufhaus könne in seinem jetzigen Zustand keinen Ertrag einbringen.

Das einstige Tietz-Kaufhaus an der Sorge in Gera steht seit rund 20 Jahren leer. Bildrechte: dpa

Die Stadträte fordern die Eigentümergruppe in dem Brief auf, das Tietz-Quartier nun eigenverantwortlich zu entwickeln. Sie sagten dafür "machbare Unterstützung" zu. Unterzeichnet haben den Brief die Stadträte Harald Frank (AfD-Fraktion), Andreas Schubert (Linke-Fraktion), Christian Klein (CDU-Fraktion), Norbert Hein (Fraktion Die Liberalen), Ulrich Porst (Fraktion Bürgerschaft Gera), Sandra Raatz (Fraktion Für Gera), Monika Hofmann (SPD-Fraktion) und Nils Fröhlich (Fraktion Grünes Gera).

Das, was als machbare Unterstützung durch die Stadt erfolgen kann, wird geleistet werden. Es obliegt Ihnen, die nach eigenem Bekunden guten Entwicklungschancen des Quartiers zu realisieren.

Aus dem offenen Brief der Geraer Stadträte an die FAB Unternehmensgruppe

Eigentümerin zahlte offenbar nur rund 290.000 Euro für Gebäude

Die umstrittene Immobilie steht seit Jahren leer. Oscar und Hermann Tietz (kurz: Her-Tie) hatten das Gebäude 1912 eingeweiht, es wurde zum Stammhaus des späteren Hertie-Konzerns. Die FAB Unternehmensgruppe ist seit 2013 Eigentümerin des Kaufhauses. Nach Schriftstücken, die MDR THÜRINGEN vorliegen, soll die FAB Unternehmensgruppe damals für das Kaufhaus und weitere umliegende Grundstücke insgesamt rund 292.000 Euro bezahlt haben. Ursprünglich wollte die FAB das Gebäude an die Stadt Gera vermieten, was der Stadtrat aber Anfang 2021 ablehnte.

Quelle: MDR THÜRINGEN/uka

Dieses Thema im Programm:MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 24. September 2021 | 19:00 Uhr

Kommentare

Laden ...
Alles anzeigen
Alles anzeigen

Mehr aus der Region Gera - Altenburg - Zwickau

Inhalte werden geladen ...
Keine weiteren Inhalte vorhanden.
Alles anzeigen

Mehr aus Thüringen

Inhalte werden geladen ...
Keine weiteren Inhalte vorhanden.
Alles anzeigen