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Der Vorsitzende der Thüringer AfD und ihrer Landtagsfraktion Björn Höcke Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

MDR THÜRINGEN-SommerinterviewAfD-Landeschef Höcke fordert Öffnung von Gaspipeline Nordstream 2

von MDR THÜRINGEN

Stand: 19. August 2022, 14:09 Uhr

Russland habe mit seinem gegen die Ukraine angefangenen Krieg zwar das Völkerrecht gebrochen, aber... Thüringens AfD-Chef Björn Höcke hat sich im MDR THÜRINGEN-Sommerinterview für mehr Energielieferungen Russlands nach Deutschland ausgesprochen und eine Beteiligung seiner Partei an Demonstrationen gegen die Energiepolitik der Bundesregierung angekündigt. Außerdem attackierte er den CDU-Landtagsfraktionschef Mario Voigt.

Thüringens AfD-Vorsitzender Björn Höcke hat sich für eine Zusammenarbeit Deutschlands mit Russland im Energiesektor ausgesprochen. Die Gaspipeline Nordstream 2 solle sofort in Betrieb genommen werden, sagte Höcke am Freitag im MDR THÜRINGEN-Sommerinterview.

Mit Blick auf den von Russland begonnenen Krieg in der Ukraine sagte der AfD-Politiker, er sei gegen Waffenlieferungen an die Ukraine. Stattdessen solle man Verhandlungsemissäre schicken. Der Krieg habe mehrere Ebenen. Er sei auch "ein Wirtschaftskrieg der Biden-USA gegen Deutschland". Russland habe das Völkerrecht gebrochen - genau wie die USA in den vergangenen Jahrzehnten. "Wenn ich deutsche Interessen umsetzen dürfte, würde ich die Energie von dem Völkerrechtsbrecher nutzen, der saubere Energie liefert", so Höcke weiter.

AfD will gegen Energiepolitik der Bundesregierung demonstrieren

Höcke kündigte auch an, dass sich die Thüringer AfD an Protesten gegen die Energiepolitik in Deutschland beteiligen wird. "Wir bereiten uns als Landesverband darauf vor, ab Mitte September gegen diese Politik auf die Straße zu gehen", sagte der AfD-Landesvorsitzende Björn Höcke am Freitag im MDR THÜRINGEN-Sommerinterview. Ob die Partei das selbst als Veranstalter mache oder als "solidarische Aktion mit weiteren Spaziergängern", werde man sehen.

AfD-Landeschef Björn Höcke (re.) im Interview mit Lars Sänger Bildrechte: MDR/Martin Moll

Keine Distanzierung von AfD-Bundesvorstand Baum

Höcke nahm zudem AfD-Bundesvorstandsmitglied Christina Baum in Schutz und stellte sich damit gegen seine Bundesvorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla. Baum hatte unter anderem von einem "schleichenden Genozid der deutschen Bevölkerung" gesprochen und ein Wahlrecht nach Abstammung gefordert. Dafür hatte ihr Parteichef Chrupalla mit Konsequenzen gedroht.

Dagegen sagte Höcke, er distanziere sich von diesen Aussagen nicht: "Wenn sie manchmal etwas starke Töne anschlägt, dann doch auch nur, um deutlich zu machen, wie ernst die Lage ist.“ Die, so Höcke, "Multikulturalisierung Deutschlands" würde "in wenigen Jahrzehnten, wenn man das Geburtsdefizit der Deutschen noch dazurechnet, zum Ende dessen führen, was wir deutsches Volk nennen."

Attacke gegen CDU-Fraktionschef Voigt

Höcke, der vom Thüringer Verfassungsschutz wegen rechtsextremer Tendenzen beobachtet wird, warf zudem Thüringens CDU-Fraktionschef Mario Voigt vor, kein Demokrat zu sein. Voigt wolle die AfD ausschließen. Und das, obwohl die Partei laut einer aktuellen Umfrage stärkste politische Kraft in Thüringen sei. Damit stehe Voigt nicht auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung, sagte Höcke weiter. CDU-Fraktionschef Voigt hatte zuvor im MDR THÜRINGEN-Sommerinterview eine Zusammenarbeit mit der AfD ausgeschlossen. Höcke sei ein Feind der Zukunft des Landes und ein "Chancentod für Thüringen".

Schließlich erklärte er, dass er persönlich zurückstecken würde, wenn es nur ohne ihn bei der nächsten Thüringer Landtagswahl eine AfD-Regierungsbeteiligung geben könnte. "Das ist für mich kein Problem", erklärte Höcke. Anfang August schnitt die Thüringer AfD in einer Umfrage für den MDR mit 25 Prozent als stärkste Partei im Bundesland ab.

Die MDR THÜRINGEN-Sommerinterviews 2022

Zu den Sommerinterviews sind Spitzenpolitikerinnen und Spitzenpolitiker der sechs Parteien eingeladen, die bei den Landtagswahlen in Fraktionsstärke in den Thüringer Landtag gewählt worden sind. Die Gespräche beginnen jeweils um 11 Uhr:

Jeweils vorher können Sie uns Fragen an die Gäste schicken. Die Fragen werden von der Redaktion gesichtet und nach Relevanz für möglichst viele Thüringerinnen und Thüringer ausgewählt. Die ausgewählten Fragen werden im Interview gestellt.

MDR (mm/dr)

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 19. August 2022 | 19:00 Uhr

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