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Kohlekraftwerk in China Bildrechte: imago images/Imaginechina-Tuchong

CO2-Emission aus fossilen Brennstoffen auf Rekordniveau

05. Dezember 2023, 15:27 Uhr

Der Klimawandel schreitet schneller voran – und CO2-Emissionen durch Öl, Gas und Kohle erreichen 2023 einen Höchstwert. Auf der Weltklimakonferenz wird weiter über den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen gestritten.

2023 sorgen fossile Energieträger voraussichtlich für einen Rekordwert der globalen CO2-Emissionen. Fachleute gehen in einem Bericht zum globalen Kohlenstoffbudget (Global Carbon Budget) von 36,8 Milliarden Tonnen im Jahr aus. Das seien 1,1 Prozent mehr als 2022 und 1,4 Prozent mehr als im Vor-Corona-Jahr 2019.

"Die Auswirkungen des Klimawandels sind überall um uns rum offensichtlich, aber die Maßnahmen zur Verringerung der Kohlenstoffemissionen durch fossile Brennstoffe bleiben schmerzhaft langsam", erklärte Forschungsleiter Pierre Friedlingstein von der University of Exeter (Großbritannien).

Indien und China erhöhen CO2-Ausstoß

Anhand einer Vielzahl von Messwerten und sorgfältig geprüfter Computermodelle haben die Forscher ermittelt, dass Indien in diesem Jahr 8,2 Prozent mehr CO2 aus fossilen Brennstoffen ausgestoßen hat als 2022. Das bevölkerungsreichste Land der Erde hat damit nun höhere Emissionen zu verzeichnen als die Europäische Union.

China, das für 31 Prozent aller weltweiten fossilen CO2-Emissionen verantwortlich ist, hat 2023 vier Prozent mehr fossiles CO2 ausgestoßen als im Vorjahr. Hingegen haben die USA diese Emissionen um 3,0 Prozent und die EU sogar um 7,4 Prozent verringert. In der übrigen Welt gab es einen Rückgang um 0,4 Prozent, also einen positiven Trend.

WMO registriert Beschleunigung der Eisschmelze

Alarm schlägt auch die Weltwetterorganisation WMO. In ihren Überblicksbericht 2011 bis 2020, der auf der aktuellen Weltklimakonferenz in Dubai vorgestellt wurde, registrierte die WMO eine "turbogetriebene, dramatische Beschleunigung der Eisschmelze und des Meeresspiegel-Anstiegs.". Grönland habe von 2011 bis 202 jährlich etwa 251 Milliarden Tonnen an Eis. In der Antarktis seien pro Jahr 143 Milliarden Tonnen weggeschmolzen, 75 Prozent mehr als zwischen 2001 und 2010. Der Anstieg des Meeresspiegels habe sich von 2,9 Millimeter auf 4,5 Millimeter pro Jahr beschleunigt,

Mehr Tempo gegen den Klimawandel gefordert

WMO-Generalsekretär Petteri Taalas drängte zu entschiedeneren Maßnahmen gegen den Klimawandel. Jedes Jahrzehnt seit den 1990er Jahren sei wärmer gewesen als das vorherige. "Wir sehen keine unmittelbaren Anzeichen für eine Umkehr dieses Trends", sagte der finnische Wissenschaftler. Die Meeresspiegel stiegen doppelt so schnell als vor weniger als einer Generation. "Wir verlieren gerade den Wettlauf zur Rettung unserer schmelzenden Gletscher und Eisschilde", warnte Taalas.

Taalas warnte auch vor den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen der immer häufigeren Dürren, Hitzewellen, Überschwemmungen, Stürme und Waldbrände. Die Naturkatastrophen schädigten Infrastruktur, zerstörten landwirtschaftliche Erträge, führten zu Trinkwassermangel und zu Massenvertreibungen.

Klimakonferenz streitet über Ausstieg aus fossilen Brennstoffen

Auf der Klimakonferenz ringen Vertreter von rund 200 Staaten um Lösungen im Kampf gegen eine drohende Klimakatastrophe. Größter Streitpunkt ist, ob am Ende einstimmig ein Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas vereinbart werden kann.  

kna, dpa, MDR (lik)

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL RADIO | 05. Dezember 2023 | 10:00 Uhr