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Do, 08.12. 23:10 Uhr 29:20 min

Lebensläufe

Toni Krahl - Für immer jung

Film von Hans-Michael Marten

  • Stereo
  • 16:9 Format
  • HD-Qualität
  • Untertitel
  • VideoOnDemand

Toni Krahl

Toni Krahl, der Kopf von City und Songwriter, greift in seinen Liedern, wie "Der King vom Prenzlauer Berg" gesellschaftliche Themen auf. Er ist ein Künstler, der es vermag, mit einfachen Worten große Wahrheiten auszusprechen. Seit 1975 ist Toni Krahl Sänger bei City. Bildrechte: MDR/Gerhard Hopf
Geboren wird Toni Krahl am 3. Oktober 1949 – als die Stimme der Rockband City erlangt er große Bekanntheit. Die DDR-Combo gehörte immer zu den integren Bands. Es ging ihnen nie um Rock’n’Roll als Pose, sondern immer um Rock’n’Roll als Haltung. Bildrechte: imago images / Kai Horstmann
1975 steigt er bei City ein, die einen neuen Sänger suchen. Krahl hat Glück, die Band wird ihm zur eigentlichen Heimat, der Song "Am Fenster", eigentlich ein Demo, das lange rumdümpelte, wird zum zunächst heimlichen dann unheimlichen Hit in Ost und West. Auf dem Bild zu sehen: Georgi Gogow, Klaus Selmke, Fritz Puppel, Toni Krahl mit Nachwuchs an der Schönhauser Allee. Bildrechte: imago images / Gueffroy
Trotz früher Reisefreiheit und frühen Erfolgs im Westen haben sich City nie angedient oder der Staatsdoktrin unterworfen. Sie haben sich immer pfiffig aus allen möglichen Affären gezogen und immer Haltung bewiesen. Hier Toni Krahl (2.v.r.) als Gast beim Jugendradio DT 64 Bildrechte: imago/Gueffroy
Nach der Wende gründet Krahl mit Klaus Selmke K&P Records, das Debüt von Herbst in Peking wird veröffentlicht, die Inchtabokatables tauchen auf, man erlebt so manche Schlappe, hält durch, spielt sich nach ein paar mageren Jahren wieder auf größere Bühnen. Einfach weitermachen ist die Devise. Auch weiter neue Alben mit relevanten Songs aufnehmen, um nicht zur Oldie-Kapelle zu verkommen. Bildrechte: MDR

Seine Zuckertüte bekam er in Berlin, Jugendweihe feierte er in Moskau, sein Abitur musste er abbrechen, dafür ging er in den Stasiknast. Das ist seine frühe Karriere, auch so kann man erwachsen werden. Mit dem "Belcanto eines Raben", mit seiner Stimme, macht er dann künstlerisch Karriere. Seine eigentliche. Er wird der Frontmann, der Sänger, bei City. City das ist in den Siebzigern schnörkellose Rockmusik á la DDR und die brauchte dringend eine bekennende Rampensau. Das ist er: große Klappe mit Charisma und Herz. Er singt die bekannteste deutsche Rockballade "Am Fenster" ein, schreibt eigene Texte für die Band und nennt sich heute noch gern "James Brown für die Lausitzer Landbevölkerung". Er nimmt sich nicht so ernst, ist das sein Erfolgsrezept? Mit sechsundsechzig Jahren und kurz vor dem 45. Jahrestag der Band, zieht es Toni Krahl nicht in seinen Garten, sondern wieder ins Studio. Sie arbeiten an einer neuen Platte und spielen ihre Konzerte. Immer weiter.
Weit mehr als fünf Millionen Kilometer ist Toni Krahl in seinem Musikerleben mit dem Auto unterwegs gewesen. Zwischen Kinderheim, Russischunterricht und Mokka Milch Eisbar, zwischen Stasiknast, "Am Fenster" und Westreisen: Der Film lässt Wegstrecken lebendig werden.

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