Mit Steinschlag beschädigte Scheibe des Wahlbüros von Frank Ullrich
Auch die Scheibe vom Wahlkreisbüro des SPD-Politikers Frank Ullrich wurde eingeworfen. Bildrechte: Wahlkreisbüro Frank Ullrich

Suhl Nach Angriffen auf Parteibüros: Polizei fasst Verdächtigen

26. März 2024, 13:26 Uhr

Nachdem im Februar mehrere Parteibüros in Thüringen angegriffen wurden, gibt es nun einen Tatverdächtigen aus Suhl. In dessen Wohnung wurden solche Steine gefunden wie die, die auf Suhler SPD-Büros geworfen wurden.

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Nach Angriffen auf Parteibüros in Suhl im Februar hat die Polizei einen Tatverdächtigen ausfindig gemacht. Es handle sich um einen 42-Jährigen aus der Stadt, teilte die Polizei am Dienstag mit. Polizisten hatten demnach bei einem Einsatz wegen Ruhestörung in der Wohnung des Mannes Ende Februar Steine entdeckt. Diese ähnelten den Steinen, mit denen etwa zwei Wochen zuvor Scheiben am Wahlkreis- und am Parteibüro der SPD zerstört worden waren.

Verdächtiger schweigt

Spuren vom Tatort und aus der Wohnung des Mannes würden übereinstimmen. Auch die Personenbeschreibung eines Zeugen passe zum Tatverdächtigen. Der 42-Jährige habe bei einer ersten Vernehmung aber zur Sache geschwiegen. Ermittlungen auch zum Tatmotiv des Mannes laufen weiter. Dabei werde auch ein politischer Hintergrund geprüft, sagte eine Polizeisprecherin. Bislang wird dem Tatverdächtigen Sachbeschädigung vorgeworfen.

Angriff auf Parteibüros in Thüringen kein Einzelfall

Früheren Polizeiangaben zufolge entstanden bei den Steinwürfen auf die Büros ein Sachschaden in Höhe von insgesamt rund 6.000 Euro. Auch das Büro des Bundestagsabgeordneten und Biathlon-Olympiasiegers Frank Ullrich war betroffen.

Politiker hatten sich erschüttert über die Steinwürfe geäußert, auch weil es zu einer Häufung von Angriffen auf mit Politikern verbundene Gebäude im Februar kam. Insgesamt bearbeitet die Landespolizeiinspektion Suhl seit Anfang des Jahres rund zehn Anzeigen wegen Angriffen gegen Büros der SPD, Linken, FDP und Grünen sowie wegen Bedrohung des rechtsextremen Hildburghäuser Lokalpolitikers Tommy Frenck. Wie eine Polizei-Sprecherin MDR THÜRINGEN sagte, geht es dabei in drei Fällen um den Verdacht der Beleidigung und in zwei Fällen um den Verdacht der Bedrohung. Neben Frenck wurden etwa das Wahlkreisbüro von Landtagspräsidentin Birgit Pommer (Linke) in Bleicherode (Landkreis Nordhausen) mit Hakenkreuzen beschmiert. In Waltershausen nahe Eisenach wurde laut Polizei Feuer am Haus eines Lokalpolitikers der SPD gelegt.

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MDR (ost)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 26. März 2024 | 11:30 Uhr

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