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In der ARD Mediathek gibt es viele spannende Literaturverfilmungen zu entdecken – etwa "Der Baum" mit Charlotte Gainsbourg. Bildrechte: MDR/ARD Degeto/Baruch Rafic/Les Films du Poisson/Taylor Media

Streaming-HighlightsVom Buch zum Film: Die 5 besten Verfilmungen in der Mediathek

24. November 2023, 04:00 Uhr

Wer in der ARD Mediathek einen Film oder eine Serie sehen möchte, hat die Qual der Wahl. Denn das Angebot ist groß und vielfältig. Gar nicht so leicht, da den Überblick zu behalten und das Passende zu finden. Alle zwei Wochen stellen wir Ihnen deshalb Highlights zum Streamen vor. Dieses Mal empfehlen wir sehenswerte Filme, die auf Romanen basieren. Von Klassikern wie "Der Überläufer" nach Siegfried Lenz, über die Komödie "Jürgen – heute wird gelebt" von Heinz Strunk bis hin zu den spannenden Krimis der "Sörensen"-Reihe mit Bjarne Mädel. Viel Spaß beim Anschauen!

von Lilly Günthner, MDR KULTUR

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Krimireihe von und mit Bjarne Mädel: "Sörensen"

Eigentlich wollte Kriminalhauptkommissar Sörensen durch seine Versetzung von Hamburg ins friesische Katenbüll zur Ruhe kommen und sein Leben neu ordnen. Denn er leidet an einer Angststörung und hat eine Trennung hinter sich. Doch mit einem ruhigen Arbeitsalltag in ländlicher Idylle wird es nichts: Direkt nach seiner Ankunft wird der Bürgermeister des Ortes erschossen und Sörensen befindet sich mitten in einem komplizierten Fall. "Sörensen hat Angst" ist die Verfilmung des ersten Teils der Sörensen-Krimireihe von Sven Stricker. Seit Oktober ist mit "Sörensen fängt Feuer" auch der zweite Teil in der ARD Mediathek verfügbar.

Bjarne Mädel als einsamer Kommissar in der "Sörensen"-Krimireihe nach den Büchern von Sven Stricker. Bildrechte: NDR/Michael Ihle

Bjarne Mädel hat mit der Verfilmung sein Regiedebüt hingelegt und auch die Hauptrolle übernommen. Sehr überzeugend spielt er den zweifelnden und oft einsamen Kommissar in der Lebenskrise. Die Komik, für die Bjarne Mädel als "Tatortreiniger" oder Polizist in der Serie "Mord mit Aussicht" bekannt und beliebt ist, fehlt auch Sörensen nicht. Doch gleichzeitig wird die Figur tiefgründig und voller Zweifel und Ängste gezeigt. Ein wirklich guter Krimi!

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"Sörensen hat Angst" (2021)
"Sörensen fängt Feuer" (2023)

Regie: Bjarne Mädel
Drehbuch: Sven Stricker
Mit: Bjarne Mädel, Katrin Wichmann, Leo Meier u.a.

Basiert auf der Krimi-Reihe "Sörensen ermittelt" von Sven Stricker.

Zu sehen in der ARD Mediathek: bis 11. Oktober 2024

Drama über Tod und Verlust mit Charlotte Gainsbourg: "Der Baum"

In ihrem Film "Der Baum" verhandelt die französische Regisseurin Julie Bertuccelli einfühlsam die Themen Tod, Trauer und Verlust. Der namensgebende Baum spielt in dem Drama ebenso eine Hauptrolle wie Charlotte Gainsbourg als Dawn O’Neil. Sie lebt abgeschieden mit ihrem Mann und vier Kindern im australischen Outback – bis ihr Mann plötzlich an einem Herzinfarkt stirbt und das glückliche Familienleben ein jähes Ende findet. Die Hinterbliebenen versuchen nun auf sehr unterschiedliche Weise, mit dem Verlust des Vaters und Ehemannes umzugehen.

Charlotte Gainsbourg als Dawn mit ihren Kindern im Drama "Der Baum". Bildrechte: MDR/ARD Degeto/Baruch Rafic/Les Films du Poisson/Taylor Media

In der Phase der Trauer und Verzweiflung ist Dawns achtjährige Tochter Simone steif und fest davon überzeugt, dass ihr Vater in dem Baum, unter dem er starb, weiterlebt. Und tatsächlich scheint der mächtige Baum vor dem Haus der Familie nach und nach ein Eigenleben zu entwickeln und immer weiter in das Leben der Familie vorzudringen.

Der Film erzählt eine geheimnisvolle und bei aller Traurigkeit auch hoffnungsvolle Geschichte mit wunderschönen atmosphärischen Naturszenen. Er basiert auf dem Roman "Our Father Who Art in the Tree" der australischen Autorin Judy Pascoe. Neben der wie immer herausragenden Charlotte Gainsbourg überzeugt in der Verfilmung besonders Morgana Davies als ihre kleine Tochter.

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"Der Baum / The Tree" (2011)

Regie: Julie Bertucelli
Drehbuch: Elizabeth J. Mars, Julie Bertuccelli
Mit: Charlotte Gainsbourg, Morgana Davies, Arthur Dignam, Gabriel Gotting, Martin Csokas u.a.

Der Film basiert auf dem Roman "Our Father Who Art in the Tree" der australischen Autorin Judy Pascoe.

In der ARD Mediathek: bis 1. November 2024

Historiendrama: "Martha Liebermann – Ein gestohlenes Leben"

Berlin 1943: Schon längst musste Martha Liebermann ihre Villa am Wannsee aufgeben und lebt in einer – gemessen an ihrem großbürgerlichen Lebensstil vor der Nazizeit – schlichten Wohnung. Zwar sind die Wände voll mit den Bildern ihres verstorbenen Ehemanns, dem berühmten Maler Max Liebermann. Doch dieser Reichtum nützt ihr nicht viel. Jederzeit droht ihr als Jüdin die Deportation in ein Konzentrationslager, und eine Ausreise ist schwierig. Das stellt die 85-Jährige vor die schwere Entscheidung, entweder mit der Unterstützung einer Widerstandsgruppe die Flucht zu wagen oder weiterhin auf eine Ausreisegenehmigung der Nazis zu hoffen.

Thekla Carola Wied spielt Martha Liebermann im gleichnamigen Film. Bildrechte: MDR/ARD Degeto/Stanislav Honzík

Regisseur Stefan Bühling fokussiert sich in dem Historiendrama auf die letzten Lebenswochen von Martha Liebermann, die mit ihrer stolzen Entschlossenheit und Würde sehr überzeugend von Thekla Carola Wied gespielt wird. Der Film orientiert sich an dem Roman "Dem Paradies so fern" von Sophia Mott. Die Autorin beschreibt darin das wahre Schicksal der Martha Liebermann – eine berührende Geschichte, die auch als Film gut funktioniert.

Weitere Informationen (zum Ausklappen)

"Martha Liebermann – Ein gestohlenes Leben" (2022)

Regie: Stefan Bühling
Drehbuch: Marco Rossi
Mit: Thekla Carola Wied, Lana Cooper, Franz Hartwig, Fritzi Haberlandt u.a.

Basiert auf Motiven des Romans "Dem Paradies so fern" von Sophia Mott.

In der ARD Mediathek: bis 16. April 2024

Schräge Komödie mit Heinz Strunk und Charly Hübner: "Jürgen – Heute wird gelebt"

So richtig gut läuft es für Jürgen Dose nicht. Mit über 40 lebt er noch immer bei seiner inzwischen bettlägerigen Mutter in einer Wohnung in Hamburg, und seine Suche nach der Frau fürs Leben war bislang erfolglos. Als selbst ein Speed-Dating-Abend schiefläuft, organisiert Jürgens bester Freund Bernd Würmer, ebenfalls Single, eine Reise: Mit "EuropLove", einer Partnervermittlung für osteuropäische Frauen, fahren sie für ein Wochenende nach Polen. Natürlich geht dabei jede Menge schief.

Heinz Strunk und Charly Hübner spielen im Film "Jürgen – Heute wird gelebt" die Hauptrollen. Bildrechte: picture alliance / Christophe Gateau/dpa | Christophe Gateau

Heinz Strunk, von dem auch die Romanvorlage für den Film stammt, spielt den unholfenen Jürgen, Charly Hübner seinen im Rollstuhl sitzenden Freund Bernd – mit diesen beiden Hauptdarstellern kann nicht viel schiefgehen. Gastauftritte haben auch Olli Schulz, Rocko Schamoni und Klaas Heufer-Umlauf. Eine ziemliche schräge Geschichte, lustig, aber auch traurig.

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"Jürgen – Heute wird gelebt" (2017)

Regie: Lars Jessen
Drehbuch: Heinz Strunk
Mit: Heinz Strunk, Charly Hübner, Peter Heinrich Brix, Friederike Kempter, Katja Danowski u.a.

Nach dem Roman "Jürgen" von Heinz Strunk.

In der ARD Mediathek: bis 20. Oktober 2024

Kriegsdrama nach dem Roman von Siegfried Lenz: "Der Überläufer"

Im Sommer 1944 ist der Krieg eigentlich schon entschieden: Trotzdem macht sich der junge Wehrmachtsoldat Walter Proska (Jannis Niewöhner) auf den Weg an die Ostfront – die Pflicht ruft, er will seine Kameraden nicht im Stich lassen. Doch sein Zug gerät in einen Hinterhalt von Partisanen, er überlebt den Angriff und wird von einer deutschen Einheit aufgegriffen, die mitten in den Sümpfen einen aussichtslosen Kampf führt.

In diesen Wirren der letzten Kriegsmonate beginnt Walter Proska ein Verhältnis mit Wanda (Małgorzata Mikołajczak), einer polnischen Partisanin. Doch als der Krieg zu Ende geht, verlieren sich die beiden und Walter läuft schließlich zur immer weiter vorrückenden Roten Armee über. Statt Heldentum und Pflichterfüllung geht es nun ums nackte Überleben.

Jannis Niewoehner als Walter Proska und Malgorzata Mikolajczak als Wanda im Film "Der Überläufer" Bildrechte: NDR/Dreamtool Entertainment

Regisseur Florian Gallenberger gelingt es, Siegfried Lenz‘ "Überläufer" ohne Pathos als spannendes Drama zu verfilmen, textlich eng an der Vorlage. Der Roman ist übrigens erst 2016 posthum erschienen – er wurde im Nachlass des Autors entdeckt. In der ARD Mediathek ist die Verfilmung in zwei Teilen verfügbar.

Weitere Informationen (zum Ausklappen)

"Der Überläufer" (2020)
Zwei Teile

Regie: Florian Gallenberger
Drehbuch: Bernd Lange, Florian Gallenberger
Mit: Jannis Niewöhner, Małgorzata Mikołajczak, Sebastian Urzendowsky, Rainer Bock, Bjarne Mädel u.a.

Nach dem Roman "Der Überläufer" von Siegfried Lenz.

In der ARD Mediathek: bis 7. Oktober 2024

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Dieses Thema im Programm:Das Erste | 06. November 2023 | 19:45 Uhr