Nachrichten & Themen
Mediathek & TV
Audio & Radio
MDR KULTUR im RadioMDR KULTUR im FernsehenÜber unsKontaktSuche

NÄCHSTE GENERATIONUkraine-Krieg: Wie die Kunst im Exil in Leipzig weiterlebt

von Jasmin Galonski, MDR KULTUR

Stand: 15. August 2022, 17:00 Uhr

Der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine hat Millionen Menschen zur Flucht gezwungen. So wie die Autorin Julia Gonchar. In Kiew war sie Mitbegründerin des Autor*innen-Kollektivs "Theatre of Playwrights". Jetzt kämpft sie in Leipzig dafür, dass ukrainische Literatur im Exil weiterlebt. Denn auch Stift und Papier können eine Waffe sein, findet die ukrainische Schriftstellerin.

Bei diesem Inhalt von Youtube werden möglicherweise personenbezogene Daten übertragen. Weitere Informationen und Einstellungen dazu finden Sie in der Datenschutzerklärung.

Über das Format NÄCHSTE GENERATION:

In unserem Youtube-Format MDR KULTUR – NÄCHSTE GENERATION stellen wir junge Künstlerinnen und Künstler vor, die unsere Gesellschaft kritisch in den Blick nehmen, Debatten anregen und gleichzeitig Ideen für die Zukunft entwerfen wollen. Jeden zweiten Montag, stellen wir diese Menschen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen vor – die Themen reichen von der Frage, ob es okay ist, das Elternsein zu bereuen, ob die 40-Stunden-Woche noch angemessen ist, bishin zu Klimaschutzfragen oder Patriotismuskritik.

Über Julia Gonchar und das "Theatre of Playwrights/Theater der Dramatiker*innen"

Als der Krieg in der Ukraine ausbrach, war Julia Gonchar gerade im Ägypten-Urlaub mit ihrem Freund. Er ging in die Ukraine zurück, sie floh nach Dresden, wo sie ein Stipendium bei der Kulturstiftung Sachsen bekam. In ihren Texten über "Das Gefühl des Krieges" verarbeitet sie ihre Erlebnisse wie in einer Art öffentlichem Tagebuch. 

Julia Gonchar ist Mitbegründerin des "Theater of Playwrights", ein Projekt, das 20 ukrainische Theaterautor*innen vereint. Sie stellen den Text in den Mittelpunkt der Theaterarbeit und bringen Autor*innen auf die Bühne. Am 12. März sollte in Kiew ihr eigenes Theater eröffnet werden: Das Gebäude, die Finanzierung und der Spielplan – alles war organisiert. Doch der Angriffskrieg der russischen Armee zerstörte alle Pläne über Nacht. Nun ist das Kollektiv über die ganze Welt zerstreut. Trotzdem setzen sie sich dafür ein, ihre Kunst weiterhin auf die Bühne zu bringen. Unter dem Titel "Das Gefühl des Krieges" organisieren sie international Lesungen im Exil. In diesem Rahmen initiierte Julia Gonchar in Leipzig an der Schaubühne Lindenfels die Veranstaltungsreihe: "театр драматургів / Theatre of Playwrights – im Exil". Hier werden einmal im Monat zeitgenössische ukrainische Texte, Videokunst, Performance und Musik präsentiert.

(Redaktion: Jasmin Galonski, Hanna Romanowsky)

Mehr junge Kreative und ihre Gesellschaftskritik