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In Mittelsachsen gibt es viel Party auf der Bühne zu erleben. Bildrechte: Christian Leischner

Einblicke ins menschliche SeelenlebenChemnitz und Zwickau: Fünf besondere Theaterstücke im Februar

23. Februar 2024, 18:12 Uhr

Rund um Chemnitz und Zwickau gibt es im Februar 2024 wieder viele spannende Theaterstücke zu erleben: In Chemnitz wird ein Literaturklassiker geadelt, über einen wunderbaren Komponisten getanzt und über Geld gestritten. In Döbeln wird in die Seele geschaut und in Zwickau eine große Party gefeiert. Hier finden Sie eine Auswahl der besten Theaterstücke im Februar mit Terminen und Service-Infos. Jeweils zu Beginn des neuen Monats wird diese Übersicht aktualisiert.

von Thilo Sauer, MDR KULTUR

Schauspiel in Chemnitz: "Nein zum Geld" am Fritz Theater

Seit Monaten wird der Mensch gesucht, der im Lotto auf die richtigen Zahlen gesetzt hat und 162 Millionen Euro gewonnen hat. Als Richard Carré seinen Freunden und Verwandten gesteht, dass er der gesuchte Gewinner ist, beginnen alle Beziehungen zu bröckeln: Die Mutter verlangt Schadensersatz, für den schon im Mutterleib verstorbenen Zwilling von Richard und der beste Freund Hardy kann nicht aufhören, sich zu beschweren.

Doch Richard wüsste gar nicht, wozu er so viel Geld braucht, auch auf Weltverbesserungsvorschläge seiner Frau will er nicht eingehen. Die Stärke des Stücks "Nein zum Geld" der französischen Autorin Flavia Coste liegt in der Perfektion, in der die vier Figuren umeinander kreisen und niemand die Oberhand gewinnt. Das Team des Chemnitzer Fritz Theaters verkörpert die Charaktere gekonnt und läuft zur Hochform auf, erklärt der Kritiker Matthias Zwarg in der "Freien Presse": "Ein großartiges Stück, Unterhaltung auf höchstem Niveau, hervorragend umgesetzt."

Weitere Informationen"Nein zum Geld" von Flavia Coste

Adresse:
Fritz Theater
Kirchhoffstraße 34-36
09117 Chemnitz

Dauer: 90 Minuten, keine Pause

Termine:
23. Februar, 20 Uhr
24. Februar, 20 Uhr
25. Februar, 16 Uhr
29. Februar, 19 Uhr

Musical in Döbeln: "Fast Normal" am Mittelsächsischen Theater

Das Musical "Fast normal" erzählt beschwingt und empathisch von einer manisch-depressiven Frau und ihrer Familie. Ihr Sohn weicht nicht von ihrer Seite, denn er ist nur noch ein Geist: Vor Jahren ist er als Kleinkind gestorben, begleitet Diana Goodman seitdem und wird zu einem Teenager. Sie leidet darunter, wie sehr die Medikamente sie abstumpfen lassen, ihr Mann fühlt sich gleichzeitig hilf- und nutzlos angesichts der Krankheit und die Tochter will auch endlich gesehen werden.

Das kommt am Mittelsächsischen Theater mit klarer Personenführung, musikalischer Glanzleistung und überzeugender Kulisse auf die Bühne, staunt Kritiker Torsten Kohlschein in der "Freien Presse": "Den Freibergern gelingt mit "Fast normal" eine Gratwanderung: Sie setzen die von einer Bandbreite zwischen Rock und Minimal Music (formidabel: die Band aus Mitgliedern der Mittelsächsischen Philharmonie und Gästen unter José Luis Gutierrez) getragene Geschichte leichthändig, humorvoll und doch empathisch und bewegend, um, werden nie oberflächlich oder verharmlosend. Das ist große Unterhaltung, gepaart mit Relevanz."

Die bipolare Störung von Diana Goodman beeinflusst die ganze Familie. Bildrechte: Detlev Müller

Weitere Informationen"Fast Normal"
Musical von Tom Kitt und Brian Yorkey

Adresse:
Theater Döbeln
Theaterstraße 7
04720 Döbeln

Dauer: 165 Minuten, keine Pause

Termine:
25. Februar 2024, 15 Uhr

Figurentheater in Chemnitz: "Der Schimmelreiter" im Spinnwerk

Hauke Haien arbeitet sich hoch und will mit einem Deich neues Land schaffen, die Natur verändern. Doch die Natur scheint zurückzuschlagen. Der erfahrene Figurentheatermacher Markus Joss hat sich die Novelle von Theodor Storm vorgenommen und auf die Bühne des Theaters Chemnitz gebracht. Aus einem großen Buch wird die Geschichte vorgelesen. Doch die Inszenierung verliert sich nicht im Sprachduktus des Originals: Auf einer Spielfläche bewegt das Ensemble Gliederpuppen, die die Familie darstellen, und Tierfiguren, die geisterhaft durch den Theaterraum fliegen. Die Inszenierung schafft den Spagat, den Klassiker zeitgemäß zu erzählen, aber dabei trotzdem Lust auf das Original zu wecken, meint Andreas Herrmann auf "Fidena".

Das Puppentheater Chemnitz bringt den Literaturklassiker von Storm mit Sorgfalt auf die Bühne. Bildrechte: Nasser Hashemi

Weitere Informationen"Der Schimmelreiter"
Nach der Novelle von Theodor Storm

Adresse:
Spinnbau
Altchemnitzer Straße 27
09120 Chemnitz

Dauer: 110 Minuten, eine Pause

Nächste Termine:
10. Februar, 20 Uhr

Ballett in Chemnitz: "Rhapsody in C" im Opernhaus

Ende des 19. Jahrhunderts kam George Gershwin in New York zur Welt. Wenige Jahre zuvor sind seine jüdischen Eltern aus Russland in die USA ausgewandert, um der antisemitischen Stimmung in Europa zu entkommen. So dominieren auch Koffer den Beginn des Tanz-Stückes "Rhapsody in C" am Theater Chemnitz über das Leben eines der wichtigsten Komponisten der Musikgeschichte der USA. Immerhin hat er Werke geschaffen wie die "Rhapsody in Blue" oder "Ein Amerikaner in Paris". Der Ballettabend von Sabrina Sadowska und Edvin Revazov reiht solche Stücke von Gershwin und Zeitgenossen aneinander und erzählt mit klassisch angehauchtem Tanz die Lebensstationen des Komponisten. "Es ist zunächst einmal ein bildgewaltiges Ballett, eines, das das Auge verwöhnt statt herausfordert", erzählt Katharina Leuoth in der "Freien Presse" und erklärt das Tanzstück zu einem Erfolg.

Das Tanzstück "Rhapsody in C" findet starke Bilder für die Lebensstationen von Gershwin. Bildrechte: Ida Zenna

Weitere Informationen"Rhapsody in C"
Ballett von Sabrina Sadowska

Adresse:
Opernhaus
Theaterplatz 2
09111 Chemnitz

Dauer: 120 Minuten, eine Pause

Nächste Termine:
24. Februar, 19:30 Uhr

Operette in Zwickau: "Die Fledermaus" in Zwickau und Plauen

In einer wilden Ausstattungsparty bringt das Theater Plauen-Zwickau den Spielplan-Liebling "Die Fledermaus" von Johann Strauß auf die Bühne. Der Plan des Protagonisten Doktor Falke scheint hier voll aufzugehen: Dieser lockt Gabriel von Eisenstein, der bald eine Gefängnisstrafe antreten soll, auf einen Ball, auf dem er diesem aus Rache zahlreiche Fallen stellt. Und weil die Party auf der Bühne so ausgelassen ist, gelingt der Streich auch. Die Inszenierung von Horst Kupich überzeugt mit einem bunten und detailverliebten Bühnenbild und viel Spielfreude des Ensembles, meint Kritiker Torsten Kohlschein in der "Freien Presse". Auch musikalisch kann der Abend überzeugen.

"Die Fledermaus" erzählt von Intrigen auf einer Party. Bildrechte: Christian Leischner

Weitere Informationen"Die Fledermaus"
Operette von Johann Strauß

Adresse:
Vogtlandtheater Plauen
Theaterplatz
08523 Plauen

Termine:
2. Februar, 19:30 Uhr

Adresse:
Gewandhaus Zwickau
Hauptmarkt
08056 Zwickau

Termine:
11. Februar, 16 Uhr

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Dieses Thema im Programm:MDR KULTUR - Das Radio | 11. April 2023 | 08:10 Uhr