Tomatenpflanze mit noch unreifen Früchten
Hier wachsen Schwergewichte heran: Ochsenherztomaten in einem Gewächshaus in Erfurt. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Küchengarten Fünf Tipps für den Anbau eigener Tomaten

Tomaten sind gesund und lassen sich in der Küche vielseitig verwenden. Damit der Anbau schmackhafter Früchte im eigenen Garten oder auf dem Balkon für Sie ein Erfolg wird, haben wir fünf Tipps für Sie zusammengestellt.

Tomatenpflanze mit noch unreifen Früchten
Hier wachsen Schwergewichte heran: Ochsenherztomaten in einem Gewächshaus in Erfurt. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

1. Tomaten in ausreichend große Gefäße pflanzen - oder mit genug Abstand

Wer Tomaten in Töpfen, Kübeln oder Pflanzsäcken anbauen will, sollte auf die richtige Größe achten. Das Pflanzgefäß muss mindestens 20 Liter Erde fassen. Im Gewächshaus oder auf dem Beet sollte der Abstand zwischen den Pflanzen rund 50 Zentimeter betragen.

Mein Tipp: Pflanzen Sie nicht nur eine, sondern drei bis sechs verschiedene Tomatensorten an. So können Sie eine große Vielfalt an Früchten von Kirsch- bis hin zu Fleischtomaten ernten. Die Früchte lassen sich später vielseitig verwenden.

Martin Krumbein, Gemüse-Experte der Lehr- und Versuchsanstalt Gartenbau in Erfurt

2. Tomaten an den Garten gewöhnen

Zehn verschiedene Pflanzgefäße, darunter auch Taschen mit Trageschlaufen, die mit jungen Tomatenpflanzen bepflanzt sind, stehen auf einer Rasenfläche im Egapark in Erfurt
Tomaten wachsen auch in Pflanzsäcken, die Behälter müssen nur groß genug sein. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Bringen Sie Tomaten nach der Anzucht ab Anfang Mai tagsüber ins Freie. So gewöhnen sich die jungen Pflanzen an die Bedingungen im Garten. Sie sollten aber nicht gleich in der prallen Sonne stehen, weil die noch empfindlichen Blätter Verbrennungen erleiden können. Sie nehmen vor allem dann Schaden, wenn es zu schnellen Wechseln zwischen Tagen mit bedecktem Himmel und starker Strahlung kommt. Verbrennungen müssen Tomatenbesitzern aber keine übermäßigen Sorgen bereiten. Die Pflanzen brauchen die Sonne und bilden einfach neue Blätter, wenn sie zu viel Strahlung abbekommen haben sollten.

Mit dem Auspflanzen sollten Sie bis Mitte Mai warten, sofern Sie kein verschließbares Gewächs- oder Tomatenhaus haben. Im Hochsommer können Sie Tomatenpflanzen beschatten, um die feinen Wurzeln vor zu großer Hitze zu schützen. So vermeiden Sie Wurzelschäden und Probleme mit der Aufnahme von Nährstoffen, die die Pflanze für pralle Früchte benötigt.

Mein Tipp: Pflanzen Sie Tomaten nicht zu tief aus. Das wird zwar oft empfohlen, mir sind dabei aber schon Tomaten eingegangen, weil es ihnen nach der Pflanzung zu kalt war.

Gartenexpertin Brigitte Goss

3. Tomaten vor Regen schützen

Tomaten sind in einem Gewächshaus gut aufgehoben, weil ihnen Regen, Hagel oder Sturm dort nicht schaden können. Das Gewächshaus muss aber gut belüftet sein! Wird die Luftfeuchtigkeit im Inneren zu groß, fault die Pflanze. Beachten Sie außerdem, dass Tomaten mit Hilfe von Wind und Insekten bestäubt werden. Fehlt die Luftzirkulation im Gewächshaus, kommt es nicht zur Bestäubung der Blüte - es bilden sich keine Tomaten. Als einfaches Gegenmittel hilft es, immer mal wieder an der blühenden Tomatenpflanze zu wackeln.

Hummel hängt an Blüte einer Tomate
Wichtig: Tomaten werden mit Hilfe von Wind und Insekten bestäubt. Deshalb muss die Luft im Gewächshaus zirkulieren können. Bildrechte: MDR/ Julia Goss

Wer Tomaten in Kübeln anbaut, sollte seine Pflanzen an die schützende Hauswand oder unter ein Dach rücken. Nasse Blätter - vor allem über Nacht - vertragen viele Sorten nicht besonders gut. Die Feuchtigkeit begünstigt den Befall mit einem Pilz, der die Kraut- und Braunfäule verursacht (Phytophthora infestans). Ein Dach über den Pflanzen bietet Schutz vor dieser Krankheit. Sie sollten aber nicht zu eng nebeneinander unter dem Regenschutz stehen.

Abgesehen von Kübeln gibt es mittlerweile auch Pflanzsäcke, die dank Trageschlaufen den Transport der Tomatenpflanzen erleichtern.

Tomatenpflanzen mit noch grünen bis hellroten Früchten stehen unter einer an den Seiten offenen Holzkonstruktion mit einem Dach aus Folie
Eine zu allen Seiten hin offene Holzkonstruktion reicht schon aus, um Tomaten vor Regen und Hagel zu schützen. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

4. Tomaten richtig gießen

Gießen Sie Tomaten stets von unten, damit die Blätter nicht bespritzt werden. Bei trübem Wetter brauchen die Tomaten weniger Wasser, dann reichen in der Regel eine bis zwei Wassergaben am Tag. An heißen Tagen wird häufiger gegossen. Viele bauen Tomaten nicht in Beeten oder Gewächshäusern an, sondern in Kübeln. Darin wärmen sich die Wurzeln stärker auf. Die Pflanzen müssen regelmäßig gegossen werden, bei Wärme und Trockenheit sogar mehrmals täglich.

5. Tomaten richtig düngen

Tomaten sind Starkzehrer, das heißt sie brauchen große Mengen an Nährstoffen in Form von Dünger. Doch zu viel davon schadet den Pflanzen. Als allgemeine Düngeempfehlung gilt: Geben Sie pro Quadratmeter oder pro Pflanze im Topf drei Liter Kompost plus 150 Gramm Hornspäne oder -mehl im Jahr.

Eine Hand hält eine rote Tomate, die an der Unterseite eine kreisrunde, grün-graue Fäulnisstelle hat
Blütenendfäule führt zu unansehnlichen Stellen auf den Tomaten. Ursache ist ein Nährstoffmangel. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Ursache für unansehnliche braune Stellen an Früchten kann die Blütenendfäule sein. Dabei handelt es sich nicht um eine Krankheit, sondern um eine Mangelerscheinung. Fehlt der Tomatenpflanze der Nährstoff Kalzium, leiden die Blüten und damit die Früchte. Die Folge sind runde, dunkelbraune Flecken auf den Unterseiten der Tomaten. Blütenendfäule kann verhindert werden, indem die Pflanze genug gegossen und für eine ausgewogene Mischung an Nährstoffen in der Erde gesorgt wird. Zu viel Kalium wirkt sich in diesem Zusammenhang ungünstig aus. Nicht betroffene Früchte von einer Tomate mit Blütenendfäule können gegessen werden, sie sind nicht ungenießbar oder giftig.

Mein Tipp: Entfernen Sie bei Ochsenherztomaten die ersten Blüten, selbst wenn es Ihnen schwer fallen mag. Doch so wird die gesamte Pflanze gestärkt und kann das Gewicht der schweren Früchte später besser tragen.

Gartenexpertin Brigitte Goss

Eine Hand greift zu einem kleinen Trieb mit Blättern, der oberhalb eines Seitentriebes aus einer Tomatenpflanze herauswächst
Bei dieser Tomatenpflanze zeigt Brigitte Goss das Entfernen kleiner Seitentriebe, auch Ausgeizen genannt. So wird die Bildung der Früchte begünstigt. Achten Sie aber darauf, nicht zu sehr auszugeizen - und diese Arbeit am Morgen zu erledigen, so dass die Pflanze über den Tag "heilen" kann. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Johannes und der Morgenhahn | 10. Mai 2019 | 06:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Mai 2019, 06:40 Uhr