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Der Tod des DDR-Musikers Fritz Puppel lässt die Musikwelt trauern. Bildrechte: IMAGO / Martin Müller

ReaktionenMusikwelt trauert um City-Gründer Fritz Puppel

23. Februar 2024, 11:52 Uhr

Mit der Band City war der Gitarrist und Komponist Fritz Puppel in der DDR einer der erfolgreichsten Musiker. Wie Bandkollege Toni Krahl mitteilte, starb er unerwartet am 10. Februar. Weggefährten wie der Musiker Dirk Zöllner, Pankow-Sänger André Herzberg, Ex-Puhdys-Sänger Dieter "Maschine" Birr und Silly-Gitarrist Uwe Hassbecker zeigen sich betroffen.

  • Trauer um Fritz Puppel: Musiker Dirk Zöllner, jahrelanger musikalischer Wegbegleiter, hob Puppel als herausragende Figur der ostdeutschen Musikszene hervor.
  • Pankow-Sänger André Herzberg erinnert sich an Fritz Puppel als einfühlsamen Musikproduzenzten.
  • Band-Kollege Toni Krahl hatte die Öffentlichkeit über Fritz Puppels Tod informiert und zeigte sich fassungslos.

Die Nachricht von Fritz Puppels Tod hat viele Wegbegleiter überrascht. "Alle sind über alle Maßen fassungslos", zeigt sich Musiker Dirk Zöllner bei MDR KULTUR betroffen. Puppel war Mitgründer der Band City und ist, wie jetzt bekannt wurde, am 10. Februar im Alter von 79 Jahren gestorben.

Oft habe er Puppel beim Joggen gesehen, erinnert sich Zöllner und fasst tieftraurig zusammen: "Für mich ist Fritz Puppel eine ganz besondere, herausragende Figur meines Lebens und auch der ostdeutschen Musikszene." Puppel habe schon zu DDR-Zeiten, aber auch danach andere Musiker gefördert, so Zöllner.

Für mich ist Fritz Puppel eine herausragende Figur der ostdeutschen Musikszene.

Dirk Zöllner

Sensibler Musikproduzent

1972 hatte Puppel die Band City gegründet, nach 1990 gründete er mit Bandkollege Toni Krahl eine Plattenfirma, die vor allem ostdeutsche Bands vertrat. An seine Zusammenarbeit mit Fritz-Puppel als Musiklabel-Inhaber erinnert sich auch Pankow-Sänger André Herzberg im Gespräch mit MDR KULTUR. Er habe sich sehr sensibel betreut gefühlt.

Puppel sei ein intelligenter und humorvoller Mensch gewesen, erzählt Herzberg – und weiter: "Ich glaube, er war ein auf seine Weise kluger Politiker". Eine Band sei wie ein Unternehmen, das Puppel und Krahl gleichberechtigt geführt hätten "und sich darin sehr ergänzt, welche Entscheidung man treffen muss, um so Schiff am Laufen zu erhalten", erklärt Herzberg.

Der Pankow-Sänger denkt auch gern an Puppels Konzertauftritte zurück. Puppel wusste sich auf der Bühne in Szene zu setzen: "Alle zehn Minuten trat er mal vor und spielte mit einem Ausfallschritt einen entscheidenden Akkord. Das war sehr eindrucksvoll."

Fassungslosigkeit über Fritz Puppels Tod

Die Nachricht von Fritz Puppels Tod erreichte die Öffentlichkeit über seinen City-Bandkollegen Toni Krahl. Dieser zeigte sich fassungslos. Der Musikwelt fehle "ein weiterer kreativer Kopf, der mit seiner Kunst, mit seinen Songs, unser aller Leben bereichert und Millionen Menschen berührt hat", so Krahl.

Fritz Puppel und Tony Krahl stehen bei einem Konzert 2022 auf der Bühne. Bildrechte: picture alliance/dpa | Jens Kalaene

Ex-Puhdys-Sänger Dieter "Maschine" Birr erklärte, dass er mit Fritz Puppel nicht nur einen guten Kollegen, sondern einen besten Freund verloren habe. Noch vor den Bands City und den Puhdys hatte Birr gemeinsam mit Puppel die Band Lunics gegründet. Doch im Mai 1965 wurden beide zur Nationalen Volksarmee der DDR einberufen und die Lunics-Ära endete.

Auch Silly-Gitarrist Uwe Hassbecker zeigte sich überrascht vom Tod Fritz Puppels. In den vergangenen Monaten sei es still geworden um Fritz. "Ich wusste, dass er gern auf Reisen ist. Von dieser letzten Reise wird er nicht mehr zurückkehren", so Hassbecker, der 2022 bei einigen Konzerten der City-Abschiedstour mit auf der Bühne stand.

Quellen: MDR KULTUR (Thomas Bille, Ramon Zarges, Karolin Dörner), dpa
Redaktion: hro

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Dieses Thema im Programm:MDR KULTUR - Das Radio | 23. Februar 2024 | 06:30 Uhr