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Land unter: Der Winter war Daten des Deutschen Wetterdienstes nicht nur zu nass, sondern auch zu mild. Bildrechte: picture alliance/dpa | Klaus-Dietmar Gabbert

KlimaUngewöhnlich warmer und nasser Winter

28. Februar 2024, 19:09 Uhr

Viel Regen und teils bereits frühlingshafte Temperaturen: Deutschland hat nach Angaben des Deutschen Wetterdiensts einen ungewöhnlich nassen und milden Winter hinter sich. Zudem ist der zu Ende gehende Winter der drittwärmste seit Beginn der systematischen Wetteraufzeichnungnen 1881.

Viel Regen und teils bereits frühlingshafte Temperaturen: Deutschland hat nach Angaben des Deutschen Wetterdiensts (DWD) einen ungewöhnlich nassen und milden Winter hinter sich. Wie der DWD mitteilte, fielen bundesweit zwischen Anfang Dezember und Ende Februar im Bundesschnitt 270 Liter Niederschlag je Quadratmeter – und damit annähernd 50 Prozent mehr als die übliche Menge. Statt kaltem Winterwetter "bereitete sich die Natur auf den Frühling vor". Der DWD bezieht seine vorläufige Bilanz auf die ersten Auswertungen der bundesweit rund 2.000 Messstationen. 

Die durchschnittliche Temperatur lag demnach bei 4,1 Grad und damit 3,9 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Im Vergleich zur aktuellen und wärmeren Vergleichsperiode 1991 bis 2020 waren es demnach 2,7 Grad mehr. "So wurde der letzte Winter auf den dritten Platz der mildesten katapultiert, hinter den Wintern 2006/2007 und 2019/2020."

Insbesondere der Februar stach heraus: Das Temperaturmittel lag in dem Monat mit "beispiellosen 6,6 Grad" um 6,2 Grad über dem Wert der Referenzperiode (0,4 Grad). Der bisherige Rekord lag bei 5,7 Grad im Jahr 1990. 

Der tiefste Wert wurde im baden-württembergischen Leutkirch-Herlazhofen im Allgäu gemessen: Am 20. Januar zeigten die Thermometer dort minus 19,5 Grad an. Am wärmsten war es am 16. Februar im bayerischen Rosenheim - laut DWD registrierte man dort mit "18,8 Grad die höchste Temperatur Deutschlands innerhalb der letzten drei Monate".

Viel Niederschlag in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt

Insgesamt waren die diesjährigen Wintermonate den Angaben zufolge sehr nass. Vor allem Norddeutschland war im Dezember von "Rekordniederschlägen" betroffen, wie es hieß. Mit rund 156 Stunden lag die Sonnenscheindauer im Winter knapp über dem Vergleichswert von 153 Stunden des Zeitraums 1961 bis 1990 und rund 10 Prozent unter dem Wert im Zeitraum 1991-2020 (170 Stunden). 

Anhaltende ergiebige Regenfälle hatten im Dezember und Januar vor allem in Niedersachsen zu Hochwasser geführt. Zahlreiche Flüsse traten über die Ufer und bedrohten teils Siedlungen. Vereinzelt kam es zu Evakuierungen, Helfer waren über Wochen im Dauereinsatz. Ebenfalls betroffen war Sachsen-Anhalt.

Der meteorologische Winter dauert vom 1. Dezember bis Ende Februar. Er weicht damit vom astronomischen Winter ab, dessen Anfang und Ende durch den höchsten und niedrigsten Punkt der Sonnenbahn bestimmt wird. Der astronomische Winter geht daher vom 21. Dezember bis zum 20. März.

dpa/AFP (lik)

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL - Das Nachrichtenradio | 28. Februar 2024 | 13:20 Uhr