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Das Deutschlandticket hat seit Mai fast eine Million neue Fahrgäste angezogen. Bildrechte: dpa

DeutschlandticketWie kommen Nahverkehrsunternehmen zu ihrem Anteil an den Einnahmen?

25. August 2023, 07:00 Uhr

Seit Mai gibt es das Deutschlandticket für 49 Euro zu kaufen. MDR AKTUELL-Hörer Ingolf Geier hat sich sein Ticket über die Deutsche Bahn gekauft, aber nutzt hauptsächlich die Erfurter Bahn und Abellio. Deshalb fragt er sich, wie die kleinen Anbieter zu ihrem fairen Anteil an den Ticketeinnahmen des Deutschlandtickets kommen.

Die Verteilung der Einnahmen aus dem Deutschlandticket ist komplex. Für die Jahre 2023 und 2024 gibt es unterschiedliche Verfahren.

Dazu teilt der Mitteldeutsche Verkehrsverbund (MDV) auf eine Anfrage von MDR AKTUELL schriftlich mit: "Vor dem Hintergrund der zeitlich sehr knapp bemessenen Vorbereitungsphase zum Marktstart des Deutschlandtickets hatten sich die gesamte Nahverkehrsbranche sowie Bund und Länder auf einen pragmatischen Verteilschlüssel für 2023 verständigt. Im aktuellen Jahr behält im Grunde jedes Nahverkehrsunternehmen die Einnahmen, die es mit dem Deutschlandticket erzielt hat, für sich."

Bezogen auf den Fall unseres Hörers bedeutet das: Weil er das Ticket in der App der Deutschen Bahn abonniert hat, bekommt die auch das Geld. Erfurter Bahn und Abellio, die unser Hörer aber tatsächlich nutzt, erhalten nichts. Sie können nur darauf hoffen, dass die entgangenen Einnahmen von Bund und Land ersetzt werden.

Neuer Verteilschlüssel geplant

Dagegen solle das Verteilungsverfahren ab 2024 anders aussehen, sagt Alexander Schaub, Sprecher des privaten Verkehrsunternehmens Abellio: "Alle Einnahmen aus dem Deutschland-Ticket werden einer Arbeitsgruppe aus Branchenvertretern gemeldet. Diese sammelt die Meldungen und verteilt das Geld anhand eines definierten Schlüssels auf die einzelnen Bundesländer. Innerhalb der Bundesländer einigen sich die dort ansässigen Tariforganisationen auf eine Verteilung der zugeschiedenen Erlöse und innerhalb der Tariforganisationen wiederum einigen sich die dort organisierten Verkehrsunternehmen auf einen Verteilschlüssel."

Ziel sei es, dass die Unternehmen das Geld erhalten sollen, die die Fahrgäste tatsächlich auch beförderten, erklärt der Abellio-Sprecher.

Etwas einfacher und konkreter teilt der MDV schriftlich mit: "Ab Januar 2024 ist es das Ziel, die Einnahmen für das Deutschlandticket gemäß dem Nachfrageprinzip dorthin zu verteilen, wo die Menschen auch wohnen und mit dem Deutschland-Ticket fahren, gleichwohl das Deutschland-Ticket bundesweit gilt."

Das gesamte Verfahren sei aber noch in Arbeit, so der Mitteldeutsche Verkehrsverbund.

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 25. August 2023 | 06:21 Uhr

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