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EnergieversorgerGasumlage kommt wegen fehlenden Papiers bei manchen später

30. August 2022, 14:39 Uhr

Die Unsicherheit um die Gasumlage nimmt kein Ende. Während Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck diese Woche eine Korrektur angekündigt hat, damit nicht die "falschen" Unternehmen profitieren, wird die Gasumlage in einigen Haushalten später ankommen. Manche Energieversorger können sie nämlich nicht fristgerecht zum 1. Oktober erheben. Ein Grund dafür soll tatsächlich Papiermangel sein. Was ist da dran?

"Kein Papier im Drucker" – so könnte die Fehlermeldung bei Envia-M lauten, dem führenden regionalen Energiedienstleister in Ostdeutschland. Denn ab 1. Oktober gilt in Deutschland die Gasumlage und darüber muss Envia-M Hunderttausende seiner Kundinnen und Kunden rechtzeitig per Brief informieren – so sieht es der Gesetzgeber vor.

Doch genau das schafft das Unternehmen nicht. Im Interview mit der "Sächsischen Zeitung" sagte Vorstandsmitglied Andreas Auerbach: Es sei schwierig, dafür Papier zu organisieren. Kein Scherz, betonte Auerbach. Und er steht damit auch nicht alleine da: Auch der Dachverband der Energiewirtschaft (BDEW) sieht dieses Problem.

Papierindustrie: "Derzeit kein Papiermangel"

Doch Widerspruch kommt prompt von der Papierindustrie. Verbandssprecher Gregor Andreas Geiger: "Es gibt derzeit in Deutschland keinen Papiermangel. Sowohl die Papierindustrie selbst als auch der Papiergroßhandel sind in der Lage große Mengen an Schreibpapier und Briefumschlägen zu liefern. Problematisch wird es erst dann, wenn es kein Gas mehr gibt, denn das würde die Papierproduktion in Deutschland weitgehend lahmlegen."

Woran liegt es also dann? Bei dem mitteldeutschen Gasversorger Mitgas aus Kabelsketal ist es weniger der Papiermangel als die Organisation und Logistik, die die fristgerechte Ankündigung der Gasumlage verschiebt. Auf Anfrage von MDR AKTUELL teilte Mitgas schriftlich mit: "Aufgrund der späten Veröffentlichung der neuen Umlagen am 18. August (Gasspeicherumlage, Bilanzierungsumlage) ist eine Zeitkette für den Druck und Versand der Briefe innerhalb von einem Arbeitstag nicht ausreichend."

Beiträge können nachträglich erhoben werden

Envia-M und Mitgas sind längst nicht die einzigen Energieversorger in Mitteldeutschland, die die von der Bundesregierung geplanten Gasumlage verzögert erheben. Auch bei den Stadtwerken Halle sei dies voraussichtlich erst zum 1. November oder Dezember möglich, teilte die EVH mit. Man müsse noch die Abrechnungssysteme anpassen.

Für die betroffenen Gaskunden ist die Verspätung allerdings kein Grund zur Freude. Geld sparen können sie dadurch nicht, betont beispielsweise Nora Weinhold, Sprecherin von SachsenEnergie: "Alle Gaskunden werden gleichbehandelt und deswegen werden wir es so händeln – für alle Kunden, die jetzt erst ab 1.11. die Gasumlagen in ihrem Preis sehen – dass die Beiträge der Umlage von Oktober nachträglich ab dem November dann eingeholt werden."

Energieversorger müssen sich an Fristen halten

Das machen die Energieversorger auch, um sich vor eventuellen Klagen der Kunden zu schützen. "Es gibt Fristen, damit sie auch eingehalten werden. Sonst ist es nicht gesetzeskonform – eine Preisanpassung. Und deswegen ist es natürlich immer unser Ziel, dass wir uns daran halten und eben keinem Widerspruch gegenüberstehen."

Juristisch ist dagegen noch unklar, ob Gasverträge mit Preisgarantie vor der Gasumlage schützen. Das werde derzeit noch geprüft, heißt es vom Bundeswirtschaftsministerium. Die Verbraucherzentrale Sachsen empfiehlt dazu auf ihrer Webseite: "Wenn Sie einen Vertrag mit Preisgarantie haben und Ihr Versorger die Umlage an Sie weiterreicht: Falls Sie es finanziell können, dann zahlen Sie die Umlage erst einmal. Aber machen Sie Ihrem Versorger schriftlich klar, dass Sie nur unter Vorbehalt zahlen. Damit ersparen Sie sich etwaige Probleme."

Für Grundversorgungskunden der Leipziger Stadtwerke wird sich die Gasumlage ab 1. Oktober auf der Rechnung bemerkbar machen, für alle anderen wird es erst Mitte des Monats so weit sein. Doch der Sprecher der Leipziger Stadtwerke, Frank Viereckl, kritisiert hier die Bundesregierung: "Wir wissen auch, dass einige Kunden es überhaupt nicht mehr schaffen. Und da kann nur der Appell an die Politik erfolgen: Macht endlich mal was, kümmert euch, so kann es nicht weitergehen, die Bevölkerung ist in großer Sorge, in großer Not und hier muss gegengesteuert werden!"

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Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL RADIO | 30. August 2022 | 06:00 Uhr

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