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Die Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof hat bereits zwei Insolvenzverfahren hinter sich. Bildrechte: picture alliance/dpa | Thomas Banneyer

Signa HoldingGaleria-Eigentümer insolvent

29. November 2023, 19:54 Uhr

Die hohen Baukosten und teure Baukredite haben die Immobilienholding Signa in die Insolvenz getrieben. Das Unternehmen strebt eine Sanierung in Eigenregie an. Ein tiefgreifender Konzernumbau steht an.

Die Signa Holding des österreichischen Unternehmens René Benko ist zahlungsunfähig. Wie der Konzern mitteilte, wurde am Handelsgericht Wien ein Insolvenzantrag gestellt. Angestrebt sei ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung. Das Handelsgericht in Wien gab dem Antrag am Nachmittag statt.

Der Elbtower in Hamburg ist ein Prestigeprojekt von Signa. Bildrechte: picture alliance/dpa | Marcus Brandt

Es solle ein Sanierungsverwalter bestellt und ein Sanierungsplan aufgestellt werden. Ziel sei ein "nachhaltiger" Umbau des Unternehmens. Zu Signa gehören einige Premium-Immobilien in Deutschland und die Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof, die bereits zwei Insolvenzverfahren hinter sich hat.

Investitionen in Handel haben sich nicht gelohnt

Signa begründete den Schritt damit, dass vor allem der stationäre Handel unter Druck geraten sei. Die Investitionen in diesem Bereich hätten nicht den erwarteten Erfolg gebracht. Auch der Immobilienbereich habe sich zuletzt negativ entwickelt.

Zu schaffen machen dem Konzern die hohen Baukosten und Kreditzinsen. Bei Banken steht das Unternehmen mit Milliarden Euro in der Kreide. Zuletzt hatte Benko auf Druck der Investoren die Konzernführung abgeben müssen. Inzwischen haben bereits mehrere Konzern-Teile Insolvenz angemeldet, darunter auch die deutsche Tochter Signa Prime. Es wird damit gerechnet, dass weitere Insolvenzen von Signa-Gesellschaften in Deutschland folgen.

Über direkte Folgen für die noch über 80 Galeria-Standorte bundesweit ist derzeit nichts bekannt. Im März hatte der Warenhauskonzern die Schließung von 47 Filialen verkündet und damit die Streichung von mehreren tausend Jobs. In Mitteldeutschland war zunächst auch die Filiale in Leipzig auf der Streichliste, doch wegen Zugeständnissen der Vermieter blieb der Standort erhalten. Galeria Karstadt Kaufhof ist auch in Dresden, Chemnitz, Magdeburg und Erfurt vertreten.

dpa, AFP, Reuters (luz)

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL RADIO | 29. November 2023 | 12:00 Uhr

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