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Chip-FabrikIntel-Zugeständnis: Niedrige Strompreise zugesichert

21. Juni 2023, 13:33 Uhr

Für die neue Intel-Fabrik in Magdeburg hat die Bundesregierung dem Chiphersteller nun möglichst günstige Stromkosten zugesichert. Nachdem am Montag bereits ein Vertrag über eine Förderung von knapp zehn Milliarden Euro unterschrieben wurde, ist dies das nächste große Zugeständnis für die Ansiedlung der neuen Fabrik.

Der Chiphersteller Intel hat für die Ansiedlung seiner Fabrik in Magdeburg weitere Zugeständnisse erhalten. Wie Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) am Dienstag mitteilte, wurden dem Unternehmen niedrige Stromkosten zugesichert. Dazu zählt laut Haseloff auch die Entwicklung eines Konzepts für wettbewerbsfähigen Industrie-Strom.

Laut der Deutschen Presse-Agentur verhandelt Intel mit einem örtlichen Energieversorger über einen durchschnittlichen Strompreis von zehn Cent je Kilowattstunde für eine Laufzeit von 20 Jahren. Intel will mit der Bundesregierung darüber verhandeln, wie Mehrbelastungen für Intel aufgefangen werden können, falls der Strompreis ansteigen sollte. Darüber hatte zuerst die Süddeutsche Zeitung berichtet.

Die Regierungskoalition streitet über die Einführung eines Industrie-Strompreises. Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) will mit staatlichen Hilfen wettbewerbsfähige Strompreise für die Industrie ermöglichen. Vor allem die FDP stellt sich gegen den Vorschlag. Auch Ökonomen kritisieren die Vorschläge zum Teil.

Bereits zehn Milliarden Euro Fördermittel zugesichert

Die Zugeständnisse für günstigen Strom sind eine weitere Zusicherung an Intel. Erst am Montag hatten die Bundesregierung und der Chiphersteller Verträge unterschrieben, die eine Förderung der Chip-Fabrik in Höhe von fast zehn Milliarden Euro vorsehen. Insgesamt sollen rund 30 Milliarden Euro in den Bau der Chip-Fabrik in Magdeburg investiert werden.

Ob die Förderungen am Ende auch fließen, ist nach der Zusicherung der Bundesregierung nun von der Genehmigung von Beihilfen durch die EU abhängig. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung behält Intel sich vor, den Bau der Fabrik doch noch platzen zu lassen, sollte das Unternehmen das Projekt am Ende als "nicht konkurrenzfähig" einstufen.

Eigentlich soll der Bau der Fabrik aber bereits Ende 2023 beginnen. Haseloff kündigte an, die Planungs-Verfahren dementsprechend zu beschleunigen. Dafür müsse an vielen Stellen bundesrechtlich nachjustiert werden.

Hinweis: Um eine übersichtliche und vielfältigere Diskussion zu ermöglichen, haben wir die Kommentar-Funktion unter dem Artikel: Intel kommt nach Sachsen-Anhalt: Vertrag unterzeichnet gebündelt.

Mehr zum Thema: Intel in Magdeburg

dpa, MDR (Leonard Schubert) | Erstmals veröffentlicht am 20.06.2023

Dieses Thema im Programm:MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 20. Juni 2023 | 16:30 Uhr