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Tag des offenen HofesSachsen-Anhalts Landwirte werben für regionale Produkte

12. Juni 2022, 16:04 Uhr

Am Wochenende fand bundesweit der "Tag des offenen Hofes" statt. Auch in Sachsen-Anhalt haben zahlreiche Betriebe ihre Arbeit vorgestellt. Die Landwirtinnen und Landwirte rufen dazu auf, mehr regionale Produkte zu kaufen. Fehlender Nachwuchs und steigende Kosten bereiten der Branche derzeit Probleme.

von MDR

Zum "Tag des offenen Hofes" haben Landwirtinnen und Landwirte in Sachsen-Anhalt an die Bevölkerung appelliert, mehr regionale Produkte zu kaufen. Am Samstag und Sonntag haben zahlreiche Betriebe im Land ihre Arbeit vorgestellt. An der zentralen Eröffnung in Stendal haben rund 1.000 Besucherinnen und Besucher teilgenommen. Auch Ministerpräsident Reiner Haseloff und Wirtschaftsminister Sven Schulze (beide CDU) haben sich am Eröffnungstag über die Arbeit der Stendaler Stallbaum GbR informiert.

Bäuerinnen und Bauern brauchen Unterstützung aus der Region

Der Präsident des Landesbauernverbandes und CDU-Landtagsabgeordnete Olaf Feuerborn sagte, das Interesse sei ein wichtiges Signal an die Landwirtschaft. "Wir wollen zeigen: Wir sind da, wir haben in der Pandemie-Krise für Nahrungssicherheit gesorgt und wir sind weiterhin für euch da", erklärte Feuerborn. Im Gegenzug benötigten die Landwirtinnen und Landwirte Unterstützung:

Kauft die regionalen Produkte, dass unsere hiesige Landwirtschaft auch davon profitieren kann.

Olaf Feuerborn | Präsident des Landesbauernverbandes

Feuerborn zufolge bereiten der Branche derzeit die steigenden Kosten Probleme, beispielsweise durch steigende Energiepreise und den Mindestlohn. Die Preise regionaler Produkte könnten nicht mit denen der Konkurrenz aus dem Ausland mithalten. Das habe sich zuletzt mit einem geringeren Absatz für Erdbeeren und Spargel gezeigt.

Sachsen-Anhalts Landwirtschaft fehlt der Nachwuchs

Hinzu kommt, dass viele regionale Betriebe in den kommenden Jahren den Generationenwechsel meistern müssen. Das zeigt eine Datenrecherche von MDR SACHSEN-ANHALT. Demnach sind die Inhaber von fast einem Drittel der Betriebe im Land 55 Jahre oder älter. Bei zwei Dritteln dieser Betriebe sei die Zukunft ungewiss, da bislang keine Nachfolgerinnen und Nachfolger gefunden worden seien.

Am größten ist das Problem der Recherche zufolge in Dessau-Roßlau und Halle (Saale), wo die Nachfolge bei 90 Prozent oder sogar allen Betrieben nicht gesichert ist. Nach Angaben des Bauernverbandes haben im vergangenen Jahr landesweit nur 160 junge Menschen eine Ausbildung zum Landwirt oder zur Landwirtin begonnen.

MDR (Bernd-Volker Brahms, Christoph Dziedo, Maren Wilczek)

Dieses Thema im Programm:MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 12. Juni 2022 | 08:12 Uhr

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