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Erneuerbare Energien

Energieträger der Zukunft – Was Sachsen-Anhalts Parteien von grünem Wasserstoff halten

Stand: 13. Februar 2020, 17:28 Uhr

Selten kommt es vor, dass sich die Parteien im Land einig sind. Grüner Wasserstoff ist aber so ein Thema – ein Energieträger, der den Alltag jedes Sachsen-Anhalters betreffen wird. Teil 1 der Reihe zu grünem Wasserstoff in Sachsen-Anhalt.

Ob für Autos, Strom oder die Umwelt – Sachsen-Anhalts Parteien sind sich einig: Grüner Wasserstoff wird zukünftig bei der Energieversorgung eine wichtige Rolle spielen. Grüner Wasserstoff – davon ist die Rede, wenn Wasserstoff aus regenerativen Energien gewonnen wird, zum Beispiel von Windrädern. In Sachsen-Anhalt wird bereits an einigen Konzepten und Projekten gearbeitet, wie der grüne Wasserstoff gewonnen und genutzt werden kann. Darüber hat MDR SACHSEN-ANHALT mit allen Parteien des Landtags gesprochen.

Auf Anfrage erklärt die SPD-Landtagsfraktion: "Die Herausforderung ist, fossile Energieträger, die endlich sind und die beim Verbrennen Unmengen an CO2 ausstoßen, durch eine saubere und hierzulande verfügbare Alternative zu ersetzen." Grüner Wasserstoff eigne sich deshalb besonders gut, weil er dezentral hergestellt werde und für den Transport keine zusätzlichen Netze benötigt würden. Die SPD ergänzt: "Spannend wird in den nächsten Jahren sein, in welchen Anwendungsgebieten sich der Wasserstoff im Endverbrauch durchsetzt."

Grüner Wasserstoff: Sachsen-Anhalt mit Vorzeigeprojekt

Die CDU-Fraktion sieht großes Potential für das Bundesland, gerade für die regenerative Stromerzeugung, Mobilität und künftige Speichermedien. Von ihr heißt es: "Sachsen-Anhalt bietet mit der Salzkaverne in Bad Lauchstädt schon heute ein einzigartiges Vorzeigeprojekt. Wenn es in Betrieb geht, dürfte dies einer der größten Wasserstoffspeicher weltweit sein." Bis alle Bauarbeiten und Planungsverfahren abgeschlossen sind, würden noch einige Jahre vergehen.

Neben dem bereits geplanten Projekt, fordert die CDU: "Sachsen-Anhalt muss in den nächsten Jahren zum führenden Technologieträger für die Wasserstofferzeugung ausgebaut werden. Dazu bedarf es zentraler Forschungsstätten und wissenschaftlicher Begleitung." Aktuell erzeuge Sachsen-Anhalts chemische Industrie bereits große Mengen an Wasserstoff, allerdings überwiegend aus fossilem Erdgas. Damit ist er noch nicht grün.

Dass die Energie-Versorgung zukünftig zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien möglich ist, plant die Fraktion der Grünen in Sachsen-Anhalt. Dabei hätte die Partei auch den grünen Wasserstoff berücksichtigt: "Er ist zentraler Baustein der Energiewende und bietet riesige Wirtschaftschancen. Als Grundstoff in der Chemieindustrie und zur Herstellung von klimaneutralen Kraftstoffen macht er Chemieindustrie und Energieversorgung fit für die Zukunft."

Fossilie Brennstoffe ersetzen?

Die Linke unterstreicht die Aussage, dass grüner Wasserstoff ein Energiespeicher der Zukunft ist. Sie fügt gleichzeitig auch einen negativen Aspekt hinzu, den es zu lösen gilt: "Wir sind uns bewusst, dass die derzeitigen Technologien zur Herstellung und Speicherung von Wasserstoff energieintensiv sind." Deshalb müsse die Forschung in diesem Bereich vorangebracht werden. Die Linken ergänzen: "Klar ist auch, dass grüner Wasserstoff die fossilen Brennstoffe nicht 1:1 ersetzen wird. Daher müssen Wirtschaft und Mobilität hin zu CO2-Neutralität und vor allem Ressourcen-Schonung umgebaut werden."

Die AfD knüpft an die Thematik der fossilen Brennstoffe an und erklärt: "Daher gilt es alle Anstrengungen zu unternehmen, um zukünftig nicht nur von Öl- und Gaskartellen abhängig zu sein, sondern die Energieproduktion weltweit auf mehr Erzeuger zu verteilen." Der grüne Wasserstoff sei hier eine wichtige Grundlage, um den Wettbewerb zu erweitern und Markteinschränkungen vorzubeugen. Die AfD sagt außerdem, dass Deutschland eine starke Forschungs- und Innovationskraft habe, die "ein Schlüssel zur Einleitung des Wasserstoffzeitalters werden und einen Beitrag für internationale Entwicklung, Wohlstand und Wachstum leisten" könne.

Bund erarbeitet nationale Wasserstoffstrategie

Deshalb wird auch auf Bundesebene über den grünen Wasserstoff diskutiert. Die Bundesregierung will eine nationale Strategie erarbeiten. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat deshalb einen Plan vorgelegt, der als Entwurf derzeit seinen Kabinettskollegen zur Kommentierung vorliegt. Er will, dass Deutschland eine Vorreiterrolle bei der Nutzung von Wasserstoff übernimmt, der aus Ökostrom hergestellt wird. Sein Ziel: Bis 2030 soll bis zu 25 Prozent aus diesen Quellen stammen.

Altmaiers Pläne werden von anderen Politikern kritisiert. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) lehnt beispielsweise seinen Vorschlag ab, wonach Wasserstoff auch für private Autos genutzt werden soll. Sie halte das für eine Verschwendung der Ressource. Wie es mit dem Papier zur nationalen Wasserstoffstrategie weitergeht, ist aktuell unklar.

Quelle: MDR/uw/jd

Dieses Thema im Programm:MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 15. Februar 2020 | 12:00 Uhr

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