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Alkoholverbot angedachtMehr Streifen von Polizei und Ordnungsamt für Sicherheit in Plauen

26. Mai 2023, 12:56 Uhr

Mehrere Schlägereien und Messerangriffe in den vergangenen Wochen im Stadtzentrum von Plauen haben zu Verunsicherung in der Bevölkerung geführt. In einem Krisengespräch wurden die Situation ausgelotet und mehrere Mittel beschlossen, mit denen das Zentrum in Zukunft wieder sicherer werden soll.

Mit verschiedenen Aktionen will die Stadt Plauen wieder für Sicherheit im Zentrum sorgen. Das ist das Ergebnis des Krisengipfels am Donnerstag mit der Polizei. Videoüberwachung oder Waffenverbotszonen soll es nicht geben, sagte Oberbürgermeister Steffen Zenner (CDU). Aber er wolle über die Einrichtung einer Alkoholverbotszone mit dem Stadtrat diskutieren. So ein Verbot hatte bereits 2018 und 2019 nach Angaben der Stadt Wirkung gezeigt.

Polizei und Ordnungsamt zeigen mehr Präsenz

Ab sofort werde die Polizei mehr Präsenz im Stadtbild zeigen. "Gemeinsam mit der Polizeidirektion Zwickau wird eine engmaschige und durch Personal aufgestockte Bestreifung im Drei-Schicht-System erfolgen", erklärte der OB. Dafür sollen der gemeindliche Vollzugsdienst aufgestockt werden und Streifen des Ordnungsamtes bis nachts um zwei Uhr unterwegs sein.

"Wir werden schauen, dass wir Sprachkundler an der Seite haben, die im Konfliktfall auch in der Muttersprache kommunizieren können. Wir werden dann auch präventive Maßnahmen anbieten am Postplatz", so Zenner. Im Gespräch seien anderem eine mobile Jugendarbeit und Sportangebote.

Wir werden schauen, dass wir Sprachkundler an der Seite haben, die im Konfliktfall auch in der Muttersprache kommunizieren können.

Steffen Zenner | Oberbürgermeister von Plauen

Anstieg bei einschlägigen Straftaten

In letzter Zeit gab es laut Polizei in Plauen immer wieder gewaltsame Auseinandersetzungen hauptsächlich unter Migranten rund um den Postplatz und die Zentralhaltestelle. So war am 7. Mai, einem Sonntagnachmittag, bei einer Auseinandersetzung ein Mann durch mehrere Stichwunden schwer verletzt worden. Die Vorfälle verunsicherten die Stadtbewohner, hieß es.

Plauens OB Zenner will nicht von einem Hotspot der Gewalt und Kriminalität in seiner Stadt sprechen. Dennoch zeigt die Polizeistatistik einen Anstieg bei den einschlägigen Straftaten. Zu dieser Kategorie gehören beispielsweise Gewalt- und Sexualdelikte, Drogenverstöße und Sachbeschädigungen. 44 Straftaten waren es in diesem Jahr bis Ende April 2023. Im Vorjahreszeitraum waren es 35.

Wie viele dieser Straftaten von Migranten begangen worden sind, kann der Präsident der Polizeidirektion Zwickau, Dirk Lichtenberger, beim Krisengipfel am Donnerstag nicht benennen. Aber bei den letzten vier Ereignissen, die zur Diskussion in der Stadtgesellschaft geführt hatten, seien Migranten involviert gewesen, so Lichtenberger.

MDR (B. Hettwer/mav/ama)

Dieses Thema im Programm:MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 26. Mai 2023 | 06:00 Uhr